Pirmasens „In erster Halbzeit Herren-Fußball nicht gewachsen“

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HOMBURG. „Wir sind eine ganz junge Mannschaft. Mal sind wir dem Herren-Fußball gewachsen, mal nicht. In der ersten Halbzeit waren wir das heute nicht. Dadurch haben wir das Spiel verloren.“ Diese nüchterne Bilanz zog Patrick Fischer, der Trainer des FK Pirmasens II, nach der 1:3 (0:2)-Niederlage in der Fußball-Oberliga beim FSV Jägersburg. Dabei mangelte es den Gästen an vielem, aber nicht an Torchancen.

Die abstiegsbedrohten Jägersburger spielten eine erste Halbzeit wie aus einem Guss. Das Team von FSV-Trainer Marco Emich gewann die Zweikämpfe, dominierte im Mittelfeld dank der starken Sechser Matthias Stumpf und Daniel Dahl sowie dem davor agierenden Frederic Ehrmann. Über die schnellen Außen Tim Schäfer und Waldemar Schwab rissen die Saarländer die tiefstehende, mit Fünferkette agierende Pirmasenser Abwehr ein ums andere Mal auf. Abel Mehari Kiflom bekam Schäfer gar nicht in den Griff. Beim ersten Gegentor in der 15. Minute fabrizierte am eigenen Fünfmeterraum einen Querschläger, Tom Koblenz schoss mühelos aus sieben Metern ein. Eine erste FKP-Kombination über Jannik Nagel und Kevin Rose hätte Christopher Ludy fast mit akrobatischer Ballabnahme zum Ausgleich genutzt, doch FSV-Keeper Philip Luck holte den Ball noch aus dem Torwinkel (20.). Jetzt kam eine ganz schlimme Phase für die Gäste. Jägersburg brillierte, hatte Torchance um Torchance. FKP-Keeper Oliver Seitz hatte mehrfach Gelegenheit sich auszuzeichnen. Beim 2:0 für Jägersburg durch Schäfer nach Doppelpass mit Steven Simon (28.) war er machtlos. FKP-Kapitän Nagel kam an die Außenlinie zu Trainer Fischer und schlug vor: „Wir machen Viererkette?!“ Der Coach zog Yannick Grieß zu Nagel vor auf die Sechserposition. Der FKP stand jetzt nicht mehr so tief, hatte im Mittelfeld mehr Präsenz und kam vor der Pause zu zwei Tormöglichkeiten, die Rose (42.) und Jonas Singer (45.) vergaben. Der zur Pause für Yannick Drews eingewechselte Luigi Canizzo sorgte über die rechte Seite für Schwung. Er leitete das 2:1 (49.) ein. Christian Schubert war im Strafraum gelegt worden, Schiedsrichter Ingo Kreutz ließ Vorteil laufen, Singer umkurvte gedankenschnell Julian Fricker und schoss ein. Der FKP II übte nun auf den immer müder werdenden FSV viel Druck aus, erspielte sich Torchance um Torchance. Frederik Eitel, Grieß, Singer und zweimal Ludy trafen aber nicht. „Wir treffen derzeit zu oft die falschen Entscheidungen. In der Vorrunde hätte ich den Keeper noch gefragt, wo er den Ball hin haben will“, kommentierte Ludy diese Szenen. Jägersburg lauerte auf den entscheidenden Konter. Stumpf lieferte den langen Ball auf Simon, der ließ Schubert stehen, passte flach vors Tor und Valdrin Dakaj lenkte den Ball zum 3:1 (78.) ins lange Eck. „Ich kann vor dieser jungen, sympathischen FKP-Mannschaft nur den Hut ziehen. In der zweiten Halbzeit waren die nahe dran, die Partie noch zu drehen“, sagte FSV-Trainer Emich und fügte hinzu: „Wir wollen den fünftletzten Platz halten und hoffen darauf, dass der FKP aus der Regionalliga absteigt oder der SC Hauenstein nicht mehr für die Oberliga meldet. So leid mir das für diese Mannschaften tut.“ Hat das 0:1 des Regionalligateamstags zuvor gegen den FCK II und die damit erhöhte Abstiegsgefahr für die Oberliga-Mannschaft die Leistung beeinflusst? Ludy, Singer und Nagel verneinten dies. Ludy: „Wir wollen die Saison so gut wie möglich abschließen!“ Singer: „Abwarten. Noch sind zwei Spiele zu spielen!“ Nagel: „Nein, das glaube ich nicht. Bei uns ist einfach etwas die Luft raus.“

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