Pirmasens Herzenssache Ausbildung

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Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens zählte seit Oktober 3912 Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren 234 (5,6 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Im gleichen Zeitraum wurden der Agentur 3024 Ausbildungsstellen gemeldet und damit 97 (3,3 Prozent) mehr als im vergangenen Jahr. Der DGB Westpfalz findet die Zahlen „erschreckend“.

„Wir befinden uns noch immer in der heißen Phase am Ausbildungsmarkt. Ich bin guter Dinge, dass wir zum einen in den nächsten Wochen den aktuell unversorgten Bewerbern eine Alternative anbieten können und zum anderen einen Großteil der derzeit noch offenen Ausbildungsstellen besetzen können“, blickt Agenturleiter Joachim Omlor, zuversichtlich Richtung Endspurt am Ausbildungsmarkt. Entscheidungen müssten spätestens jetzt reifen. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass Jugendliche im Sommer ohne Ausbildungsplatz und Unternehmen ohne Auszubildenden und damit ohne die künftige Fachkraft da stehen, sagte Omlor. Mädchen und Jungen, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind oder sich jetzt kurzfristig doch für eine duale Ausbildung interessieren, sollten schnellstmöglich einen Termin beim zuständigen Berufsberater vereinbaren. Den Ausbildungsbetrieben stünden die Ansprechpartner des Arbeitgeberservice mit Hinweisen und Tipps zur Verfügung, wie im Endspurt doch noch die künftige Fachkraft für das Unternehmen und eine Ausbildung begeistert werden kann. DGB-Sekretär Marcel Divivier-Schulz nahm die Zahl der Arbeitsagentur zum Anlass darauf hinzuweisen, dass noch 900 Jugendliche ohne einen Ausbildungsplatz sind. Die Realität sehe damit erschreckend aus. Dies zeigt, dass Regierung und Arbeitgeber stärker aktiv werden müssten. Alle ausbildungs- und arbeitsmarktpolitischen Akteure müssten gemeinsam die duale Berufsausbildung stärken. „Junge Menschen brauchen einen garantierten Anspruch auf einen Ausbildungsplatz“, sagte Michael Detjen (DGB-Chef Westpfalz). Die Betriebe dürfen nicht nur über den vermeintlichen Fachkräftemangel und Akademisierungswahn klagen, sie müssen endlich mehr ausbilden. „Wir brauchen dringend eine gesetzliche Ausbildungsplatzgarantie, damit sichergestellt ist, dass alle ausbildungsinteressierten Jugendlichen auch einen Ausbildungsplatz bekommen“, sagte Detjen. (rhp)

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