Pirmasens Handel: Nachteile wettmachen

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Streit gab es gestern im Stadtrat wegen der bis zu 40 Verkaufssonntage für die künftige „Schuhstadt“. Die Linke hatte beantragt, die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage auf 15 zu beschränken und nach der Markteinführung des Projekts auf zehn zu reduzieren.

Frank Eschrich

(Linke) begründete seine Kritik an den vielen Verkaufssonntagen mit den prekären Arbeitsbedingungen im Einzelhandel. Die grundgesetzlich geschützte Sonntagsruhe werde ausgehebelt. Grundsätzlich sei seine Fraktion nicht gegen das Projekt, aber nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer. Mit der Sonntagsöffnung könne Pirmasens endlich einen Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Zweibrücker Outlet und der Hauensteiner Schuhmeile ausgleichen, wo seit Jahren an deutlich mehr als den normal üblichen vier Sonntagen im Jahr geöffnet ist, meinte hingegen Erich Weiss (CDU). Der Vertreter des Pirmasenser Einzelhandels verwies auf die Bemühungen seines Verbandes, die Kirchen oder Gewerkschaften zu einer Klage gegen die Sonntagsöffnung in Hauenstein oder Zweibrücken zu motivieren. Die Einzelhändler hätten den Kirchen und Gewerkschaften sogar versprochen, die Kosten für solch eine Klage zu übernehmen, so Weiss. Sowohl katholische und evangelische Kirche als auch die Gewerkschaften hätten jedoch abgelehnt, da sie Austritte ihrer Mitglieder befürchten, erläuterte Weiss gestern. Weiss betonte, dass sich der gesamte Pirmasenser Einzelhandel über das Projekt „Schuhstadt“ freue. Berthold Stegner (CDU) bezweifelte in der Ratssitzung, dass die Stadt über die Verkaufssonntage der „Schuhstadt“ entscheiden darf. Das sei wohl eher Sache des Landes. Dem Antrag der Linken stimmten deren beide Ratsmitglieder zu. Zwei weitere Ratsmitglieder enthielten sich.

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