Extremsport
Höllenbergtrail in Spirkelbach macht seinem Namen alle Ehre
Flüssigkeitshaushalt ausgleichen – das stand bei den Teilnehmern am Samstag im Ziel des Höllenbergtrails bei Spirkelbach als erstes auf der Agenda, angesichts fast tropischer Temperaturen. Wie gut, dass der Pfälzerwald den Sportlern wenigstens Schatten geboten hat.
„Schauen, was geht“, ließ sich der Vorjahressieger des mit 350 Höhenmeter gespickten Zehn-Kilometer- Traillaufes, Tobias Dreyer, vor dem Start nicht in die Karten schauen. Sein ärgster Widersacher, Lars Holder, sprühte nur so vor Ehrgeiz. Der 29-jährige Hinterweidenthaler stand gleich zweimal hinter der Startlinie: beim Traillauf und beim Mountainbike-Rennen. Wer dachte, die beiden machen den Sieg unter sich aus, sah sich aber getäuscht. Alexander Barnsteiner, zu Beginn auf Platz fünf liegend, kassierte die Konkurrenz. Der 51-jährige Kollweilerer, in der Form seines Lebens, lief als Erster nach 48:35 Minuten ins Ziel.
Theisen bei den Frauen unschlagbar
Vor einigen Wochen gewann Barnsteiner im Dress der LLG Landstuhl noch den Europameistertitel im Berglauf der über 50-Jährigen auf dem Ätna auf Sizilien, diesmal hat er den Höllenberg bezwungen. „Alles was über 20 Prozent Steigung ist, habe ich trainiert“, merkte der Sieger an. Dreyer, 25 Jahre alt, attestierte: „Alex war heute deutlich stärker.“ Auf einem Singletrail habe er daher dem Wunsch Barnsteiners, überholen zu dürfen, entsprochen. Der drittplatzierte Lars Holder sagte: „Mein Ziel ist es, die Kombiwertung zu gewinnen“. Nach nur kurzer Erholung stieg er also aufs Bike. „Die Kombination Radfahren nach dem Laufen zerstört dir die Beine“, stellte der ehemalige Vize-Europameister im Cross-Duathlon im Ziel fest. Der Trophysieg war ihm dennoch nicht zu nehmen.
Mit Anna-Lena Theisen gewann eine zweite Europameisterin im Cross-Duathlon von 2022 den Traillauf und das anschließende Mountainbike-Rennen und damit die Damenwertung der Trail-Trophy. Komfortable zwei Minuten hatte die Würzburgerin Vorsprung vor Lokalmatadorin Franziska Schrader vom TV Hinterweidenthal. „Die Verpflegungsstelle war genau an der richtigen Stelle“, sagte die Siegerin voller Respekt vor der Strecke. „Viel zu heiß, hart aber geil“, lautete der Kommentar Schraders hinterher. Die 33-Jährige führt nach vier der acht Läufe die Wasgaucup-Wertung der Damen an. Die drittschnellste Frau im Ziel kam aus der Eifel: Milena Vogel (TuS Schleiden) wurde von Vereinskollege Lars Holder quasi zur Teilnahme erpresst. Der feierte am Mittwoch vergangener Woche seinen 29. Geburtstag und lud die Kollegin ein – allerdings unter der Bedingung, dass sie beim Höllenbergtrail starten. Gesagt, getan. „Ich bin am Ende mal kurz gestürzt, aber die Strecke macht Spaß“, urteilte Vogel.
Mountainbiker Starke lässt die Bäume stehen
Das Mountainbike-Rennen gewann Vorjahressieger Sascha Starke, seines Zeichens amtierender deutscher Meister im Cross Country und Mountainbike-Marathon. Der im hessischen Bensheim wohnende Gewinner stellte im Ziel fest: „Letztes Jahr habe ich bei der letzten Abfahrt einen Baum mitgenommen, heute habe ich alle Bäume stehen lassen.“ Auf die Frage an Starke, ob er sich vorstellen könne, den Traillauf zu absolvieren, antwortete er schmunzelnd:„ Ich bin ein Lauflegastheniker. Ich bräuchte einen Tag, um anzukommen.“
Mit dem Bike kann er’s aber. „Seit Sascha hier startet, wird’s schwer zu gewinnen“, resümierte der Zweite, Matthias Müller aus Oberkirch. Der 27-Jährige hat zwar kurzzeitig bei der Hitzeschlacht geführt, musste letztlich aber den Sieger ziehen lassen. „Die beiden Führenden hatten schon ’nen anderen Bums“, lobte der Dritte, Maximilan Vetter aus Magstadt, die Erstplatzierten. Nachdem der 26-jährige Lehramtsstudent im Internet von der Teilnahme Starkes erfahren hatte, hat er sich kurz entschlossen ebenfalls angemeldet. Lokalmatador Thomas Leidner vom Bundenthaler FBA Cycling Team kam sichtlich erschöpft, aber zufrieden im Ziel an. „Mit 56 Jahren geht’s die Steigungen nicht mehr ganz so schnell hoch“, sagte er, während er sich von Gattin Kerstin ein Küsschen im Ziel abholte.
Becker und Roth gewinnen Brunnenlauf
Einer der ältesten Teilnehmer bei der Trophy war der Hauensteiner Wolfgang Seibel. Der 63-jährige Ausdauerathlet startete trotz leichten Halswehs und kam an. „Hart und staubig“, sagte er nach dem Lauf und vor dem Mountainbike, während er einige getrocknete Aprikosen zum Auffüllen des Kohlenhydratspeichers aß. Der älteste der Trophy-Konkurrenz landete am Ende als Neunter sogar unter den Top Ten.
Und dann war da noch Emilia Becker: Trotz ihrer zarten 13 Jahre gewann die Lembergerin erwartungsgemäß den Fünf-Kilometer-Brunnenlauf in 25 Minuten. Bei den Herren siegte ebenfalls der Favorit: Janis Roth (TSV Kandel). Insgesamt schnürten 369 Teilnehmer die Laufschuhe, fuhren Mountainbike-Rennen oder waren laufend und fahrend unterwegs.
Ergebnisse
Zehn-Kilometer-Traillauf, 149 Teilnehmer
Männer (122): 1. Alexander Barnsteiner (LLG Landstuhl) 48:35 Minuten, 2. Tobias Dreyer (Trifels Triathlon Club) 49:02, 3. Lars Holder (TuS Schleiden) 49:23, 4. Roland Golderer (SV Oberkollbach) 49:51, 5. Benjamin Kass (Pfälzer Blitze) 50:56, 6. Marcel Job (TV Maikammer) 52:09, 7. Andreas Braun (Trifels Triathlon Club) 52:39, 8. Marko Martin (Eiscafé Winter Häschde) 53:33, 9. Stefan Fimpel (TV Maikammer) 53:38, 10. Phillip Ullrich TV Bad Bergzabern) 54:22, 11. Eduard Mankowski (Laufteam Pirmasens) 54:28, 12. Michael Lill (LSG Karlsruhe) 55:04, 13. Roland Danner (dolceneverstops) 55:05, 14. Tom Heuer (TuS Heltersberg) 55:56, 15. Christoph Eisenbeiß (LC Donersberg) 56:19.
Frauen (27): 1. Anna-Lena Theisen (SV Würzburg) 56:41 min, 2. Franziska Schrader (TV Hinterweidenthal) 58:47, 3. Milena Vogel (TuS Schleiden) 59:43, 4. Natascha Hartl (LG Rülzheim) 1:01,18 Stunde, 5. Lena Stetzler-Lutz (Mtb Club Karlsruhe) 1:03,51, 6. Jessica Stuck (Landau Running Comp.) 1:04,34, 7. Katna Wiese (Mtb Club Karlsruhe) 1:04,34, 8. Pia Winkelblech (TSV Kandel) 1:05,54, 9. Teresa Segbers 1:07,26, 10. Luisa Hauser (TSG Heidelberg) 1:07,51.
Fünf-Kilometer-Brunnenlauf (54)
Männer (24): 1. Janis Roth (TSV Kandel) 20:55, 2. Jan Spengler (Trifels Triathlon Club) 22:13, 3. Noah Roth (TSV Kandel) 22:14, 4. Victor Suss (OPH Morsbronn) 25:30, 5. Joachim Osterheld (Landau Running Company) 25:38.
Frauen (30): 1. Emilia Becker (TV Lemberg) 25:00, 2. Anna Rapp (TSV Kandel) 27:21, 3. Sara Lebhardt 28:21, 4. Caroline Lassueur (TSG Kaiserslautern) 30:39, 5. Sofia Hertlein (Reitclub Kronberg) 31:05.
Mountainbike-Race (110):
Männer (103): 1. Sascha Starker (Wheelsports) 1:13,50 Stunden, 2. Matthias Müller (Bike Ranch Team) 1:14,27, 3. Maximilian Vetter (RV Pfeil Magstadt) 1:15,35, 4. Roman Schindler (Mtb Team Oppenau) 1:16,04, 5. Linus Reiling (HPC Trimaster) 1:16,55, 6. Nick Willner (RV Schwalbe Trier) 1:17,49, 7. Jonas Müller (SSG Bensheim) 1:19,24, 8. Philipp Irsch (RV Möwe Schmelz) 1:19,28, 9. Lars Holder (TuS Schleiden) 1:22,07, 10. Lukas Glück (1:33,36).
Frauen (7): 1. Anna-Lena Theisen (SV Würzburg 05) 1:32,17, 2. Katna Wiese (Mtb Club Karlsruhe), 1:45. 56, 3. Leonie Heckele (1:46,16.
Trail-Trophy (22)
Männer (19): Lars Holder (TuS Schleiden) 2:11,30, 2. Roland Danner (dolceneverstops) 2:24,10, 3. Benjamin Kass (Pfälzer Blitze) 2:24,33, 4. David Heller 2:34,31, 5. Simon Schaller (Mtb Club Karlsruhe) 2:34,53.
Frauen (3): 1. Anna-Lena Theisen (SV Würzburg) 2:28,57, 2. Katna Wiese (Mtb Club Karlsruhe) 2:50,30, 3. Milena Vogel (TuS Schleiden) 2:54,10.
Kids Mtb-Race (20)
Jungs (18): 1. Julian Hausner 3:57, 2. Max Leo Paul 4:19, 3. Nick Elias Becker (alle FBA Cycling Team) 4:54.
Mädchen (2): 1. Lea Tschacher (Grüne Hölle Freisen) 3:49, 2. Fiona Schantz (FBA Cycling Team) 5:36.
Teenie Mountainbike-Race (18):
Jungs (17): 1. Ben Glasen (Grüne Hölle Freisen) 15:59, 2 Lukas Hoffelder (FBA Cycling Team) 18:18, 3. Janne Moritz Pätzer (Freeride Nußloch) 19:07.
Mädchen (1): 1. Hanna Burkhart (FBA Cycling Team) 20:55.