Meinung Glasfaser-Ausbau: Dilettantisches Vorgehen des Unternehmens
Was wurde den Gersbachern oder Erlenbrunnern in den Ortsbeiratssitzungen von den Vertretern der Deutschen Glasfaser nicht alles versprochen. Wer den Verkäufern für die Hausanschlüsse zuhörte, musste den Eindruck gewinnen, dass schon bald paradiesische Zustände herrschen werden, wenn alle mit einem Anschluss der Deutschen Glasfaser versehen seien. Es fehlte nur noch eine Heizdecke als Geschenk für jeden abgeschlossenen Vertrag. Assoziationen mit Kaffeefahrten drängten sich auf.
Wenn nun der Leiter für den Ausbau in Rheinland-Pfalz einräumt, dass sein Unternehmen die Wirtschaftlichkeit vorher nicht berechnet habe und ganz überrascht vom Mindestlohn sei, kann das nur als dilettantisch bezeichnet werden. Die Ausbaustrecke sei länger als erwartet, so ein Argument. Hatten die Ingenieure von Deutsche Glasfaser hier nicht vorher auf einer Internetkarte mal nachgesehen, wie lang sich der Sommerwald tatsächlich erstreckt? Wer die Vorgehensweisen von Deutsche Glasfaser und anderen Anbietern in ganz Deutschland sieht, fühlt sich an die Zustände kurz nach der Wende erinnert. Hasardeure und Glücksritter waren da im Osten unterwegs und sind es jetzt beim Glasfaserausbau im ganzen Land. Internationale Finanzjongleure wie der schwedische Investmentfonds EQT und ein kanadischer Pensionsfonds liefern das Geld für Deutsche Glasfaser. Was dabei rauskommt, wenn sich Kommunen solchen Akteuren ausliefern, ist jetzt am Beispiel der Deutschen Glasfaser zu sehen.
