FUSSBALL
FK Pirmasens verstärkt sich auf den Außenpositionen
Gianluca Lo Scrudato ist der Sohn sizilianischer Eltern, aber wie Benno Mohr Saarländer. Als nicht unwesentlichen Grund für seinen Wechsel aus dem unterfränkischen Schweinfurt ins südwestpfälzische Pirmasens gibt der Fußballprofi aus Saarlouis an, dass er damit „wieder näher an der Heimat, näher am Elternhaus“ ist.
Alte Bekannte
Der Vertrag mit dem 1. FC Schweinfurt lief aus, Gespräche über eine Verlängerung brachten keine Einigung, und so sagte der 24-Jährige nun dem FKP zu, mit dem er „vor einem Jahr schon mal in Kontakt gestanden“ habe. Dort trifft er zwei ehemalige Mannschaftskollegen: Mit Luka Dimitrijevic, der von Röchling Völklingen nach Pirmasens kommt, und Moritz Zimmer spielte er schon in der Regionalliga für Völklingen. „Und mit Luka war ich schon beim 1. FC Saarbrücken in der Jugend zusammen“, erzählt Lo Scrudato, der sowohl die deutsche als auch die italienische Staatsbürgerschaft besitzt.
Er hat bei den Ford-Werken in Saarlouis eine Ausbildung zum Industriemechaniker abgeschlossen, will sich aber wie in seinen zwei Jahren in Schweinfurt (33 Einsätze in der Regionalliga Bayern plus ein DFB-Pokal-Spiel gegen Schalke 04) auch in Pirmasens „komplett auf den Fußball konzentrieren“.
Schnell und bissig
Seine Vielseitigkeit auf dem Platz ist ein Grund, warum ihn der FKP geholt hat. „Ich spiele am liebsten linker oder rechter Verteidiger, kann aber auch ins linke oder rechte Mittelfeld vorrücken“, sagt Lo Scrudato. FKP-Trainer Patrick Fischer kennt ihn schon als A-Jugendspieler. Damals schaffte Lo Scrudato mit dem 1. FC Saarbrücken den Aufstieg in die U19-Bundesliga, in der er dann 24 Spiele für den FCS machte. „Er ist sehr schnell und bissig“, urteilt Fischer. FKP-Sportdirektor Sebastian Reich, der zusammen mit Fischer und dem Sportlichen Leiter, Peter Tretter, den Kader zusammenstellt, lobt: „Er hat eine vorbildliche Einstellung, gibt nie auf und erst recht keinen Ball verloren.“
In Gladbach ausgebildet
Über das konkrete Interesse des FKP an Ex-Juniorennationalspieler Benno Mohr berichtete die RHEINPFALZ in der Ausgabe vom 24. Juni, nun ist der Transfer perfekt. Der Mann fürs linke oder rechte Mittelfeld ist mit 24 Jahren schon ein gestandener Regionalligaspieler. 53 Einsätze für Borussia Mönchengladbach II in der Regionalliga West (plus Drittliga-Aufstiegsspiel gegen Werder Bremen II) und 61 Matches in der Regionalliga Südwest für die SV Elversberg stehen in seiner Vita. „Benno Mohr verfügt über sehr viel Erfahrung. Wir sind froh, ihn künftig in unserer Mannschaft zu haben“, betont FKP-Präsident Jürgen Kölsch. Trainer Fischer merkt zu dem beim 1. FC Saarbrücken und in Gladbach ausgebildeten Saarländer an: „Er hat mir schon immer gut gefallen. In seinem dritten Jahr in Elversberg ist er nicht mehr so zum Zug gekommen.“
Schwierige Stürmersuche
Den vier Zugängen – neben Mohr, Lo Scrudato und Dimitrijevic kommt der Ex-Lauterer Iosif Maroudis – stehen beim Drittletzten der vorzeitig beendeten Corona-Saison aktuell fünf Abgänge gegenüber: Sven Sellentin (Hertha Wiesbach), Flavius Botiseriu (SC Idar-Oberstein), Christoph Batke (TuS Mechtersheim), Philipp Schuck (FC Homburg) und Abwehrchef Marco Steil (Spielerkarriere beendet). Noch offen ist, ob Dennis Chessa und Lars Oeßwein ihre auslaufenden Verträge verlängern. „Auf jeden Fall müssen wir noch einen Innenverteidiger holen. Wenn Chessa geht, brauchen da auch noch jemand. Oeßwein hat ein Angebot vom FKP vorliegen, für ihn ist die Tür noch nicht zu. Bei Stürmern ist der Markt weiterhin schwierig“, sagt Fischer zum Stand der Personalplanung.
Wenn Gianluca Scrudato am Mittwoch, 8. Juli, beim Trainingsstart zum ersten Mal seine neue Mannschaft trifft, wird er wohl noch nicht alle Teamkollegen für die 42-Spiele-Saison sehen.
FKP-TESTSPIELE: Noch viele offene Fragen
26. Juli: SV Hinterweidenthal (Landesliga)
1. August: Etzella Ettelbrück (1. Liga Luxemburg)
8. August: TSG Hoffenheim II (Regionalliga)
12. August: FSV Offenbach (Landesliga)
22. August: FC Astoria Walldorf II (Oberliga)
Alle Termine stehen unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung, Spielort und Anstoßzeiten sind noch offen. FKP-Trainer Fischer hofft auf weitere Tests gegen den Karlsruher SC (2. Bundesliga), den 1. FC Saarbrücken (3. Liga) und Eintracht Trier (Oberliga).