Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel FK Pirmasens sprüht bei TSC Zweibrücken vor Spielfreude

Beinahe belohnt: Marc Erhart trifft den Ball nicht, weil TSC-Akteur Jan Tüllner dazwischengefunkt hat. Rechts hinten Maurice Sch
Beinahe belohnt: Marc Erhart trifft den Ball nicht, weil TSC-Akteur Jan Tüllner dazwischengefunkt hat. Rechts hinten Maurice Schnell, der zuvor von Erharts Vorabeit profitiert und die FKP-Führung erzielt hat.

Die Tourenzähler-Nadel zuckt zurzeit „im roten Bereich“. Kein Zweifel, Martin Gries und Hagen Burkart triezen ihre Spieler momentan gewaltig. Doch obgleich die Trainer an den Belastungsgrenzen kratzen: Die Kraftreserven beim FKP haben am Samstag gereicht, um den TSC Zweibrücken mit 6:0 (1:0) zu rupfen.

Tröpfelnd schlendern die Landesliga-Kicker ihres Weges. Über eine halbe Stunde nach dem Abpfiff fehlt indes bei einigen der Testspiel-Gegner von Feierabend-Stimmung noch jegliche Spur. Eine achtköpfige Schar dreht unentwegt und wacker ihre Runden um den Rasen des Westpfalz-Stadions. „Das Spiel allein war ja noch keine Trainingseinheit“, erläutert Martin Gries, der mit Co-Trainer Hagen Burkart in praller Sonne stehend zuschaut. Ein Spiel plus eine halbe Stunde Laufen stehen am Samstag auf dem Tagesplan. Zumindest für all jene, die nur eine Hälfte oder gar nur eine halbe Stunde lang am Ball sind.

Mit Teil eins des Tagespensums sind die Trainer nicht eben unzufrieden. Allenfalls an Hälfte eins gab es dies und das auszusetzen. „Wir haben kein Tempo ins Spiel gekriegt“, resümiert Burkart. Es sei auch nicht recht gelungen, das Spiel so weit nach außen zu ziehen wie vorgegeben. „Dadurch haben innen Räume gefehlt“, konstatiert Gries. Schwamm drüber. „Die sind jetzt arg müde.“ Die Vorbereitungsphase hat in Sachen Dauerbelastung den Gipfel erreicht. Stimmt die Kondition, folgt der Feinschliff.

Training-Kreismeister dreht auf

Dass es drei Wochen vorm Saisonstart noch nicht bis ins Detail flutscht, ist klar. Trotzdem gab es in Hälfte zwei einige schöne Spielzüge zu sehen. Glanzlichter waren in der eher flauen ersten Hälfte auf dem üblen Kunstrasen abseits des Stadions rarer gesät. Eins aber strahlte hell: Marc Erhard lief links los, spazierte mit dem Ball so lange diagonal, bis er die Lücke – und Maurice Schnell starten sah. Der Zuckerpass in die Gasse kam punktgenau, Schnell vollendete (20.).

Mehr Zählbares gab es vorerst nicht, erst ab Minute 55 brach das Unheil über das neuformierte, verletzungsbedingt geschwächte Team von Florian Opitz herein. Der TSC-Coach, einst für den FKP am Ball, sah mitsamt seiner zunehmend überforderten Elf einen wie aufgezogen wirbelnden Luka Dimitrijevic. Der Flügelstürmer, eher der Typ Trainings-Kreismeister denn - Weltmeister, sprühte vor Spiellaune.

Ein Egoist?

Luca Eichhorn traf zum 2:0 (55.), als Moritz Theobald Keeper Joshua Prine anlief und zum Fehler zwang, Dimitrijevic sich die Kugel schnappte und auflegte. Vier Minuten später Rollentausch: Theobald profitierte von „Dimi“ und jagte dessen Querpass per Direktabnahme ins Netz. Nico Schauß traf auf Vorarbeit von Kristof Scherpf, ehe denn zuguterletzt Dimitrijevic doppelt zuschlug. „Was bis du für ein Egoist“, brüllte Daniel Bohl im Scherz, nachdem ihn der Kollege ignoriert und sein Höchsttempo-Solo durch die Abwehr selbst gekrönt hatte.

So spielten sie

TSC Zweibrücken: Prine – Stopp (75. Arslan), Tüllner, Schmitt, Schadrin (76. Toprak), Arzt – Can Alsac (55. Dick), Ohle (71. Boudjemai), Hirt (75. Ugur Alsac), Bischoff – Meil

FK Pirmasens: Schulz – Hecker (46. Grünnagel), Grieß (60. Dahler), Zimmer, Kern (46. Vogt) – Schnell (46. Dimitrijevic), Eichhorn (60. Palmeira), Cissé (46. Bohl), Scherpf – Krob (60. Schauß), Erhard (46. Theobald)

Tore: 0:1 Schnell (20.), 0:2 Eichhorn (55.), 0:3 Theobald (59.), 0:4 Schauß (63.), 0:5, 0:6 Dimitrijevic (75., 88.) – Beste Spieler: Schmitt, Ohle - Dimitrijevic, Eichhorn – Zuschauer: 69 – Schiedsrichter: Belzer (Clausen).

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