FUSSBALL
FK Pirmasens: Der nächste wichtige Schritt des Daniel Bohl
„Ich bin froh, dass ich den Schritt gemacht habe, auch wenn derzeit die Fahrerei von der Polizeischule auf dem Hahn zum Training nach Pirmasens ein bisschen stressig ist“, sagt Daniel Bohl. Bis zum vergangenen Sommer war der zentrale Mittelfeldspieler aus Einöd im Saar-Pfalz-Kreis Profifußballer, machte insgesamt 151 Drittliga-Matches für Mainz 05 II, Halle, Cottbus und Chemnitz. Als sich dann monatelang kein neues Engagement im Profifußball ergab, wechselte er zu den Feierabend-Kickern des FK Pirmasens, bei denen er zuvor schon einige Wochen mittrainiert hatte. Seit Dezember spielt der Mann mit stets herunterhängenden Stutzen für „die Klub“ in Liga vier und hat seinen Vertrag kürzlich bis Sommer 2022 verlängert. Nun lernt er im ersten Monat auf der Polizeischule im Hunsrück Strafrecht und Kriminalistik, und nach Dienstschluss befasst er sich mit seiner jetzigen nebenberuflichen Tätigkeit, dem Fußballspielen.
Prägende Trainer
Am Samstag um 14 Uhr wird ein für ihn besonderes Spiel im Framas-Stadion auf der Husterhöhe angepfiffen. Denn der Gegner heißt Mainz 05 II. In seinen sieben Jahren bei den Nullfünfern machte er 119 Drittliga- und Regionalligaspiele, schoss zudem in 67 Junioren-Bundesligapartien 15 Tore. „In Mainz, wo ich direkt am Bruchweg-Stadion gewohnt habe, habe ich in meiner fußballerischen Laufbahn den größten Schritt gemacht“, betont Bohl. Die späteren Bundesliga-Coachs Sandro Schwarz und Martin Schmidt seien für ihn in der Mainzer U23 „prägend“ gewesen, 2014 gelang unter Schmidts Regie der Aufstieg in die Dritte Liga. Gelegentlich trainierte er auch im Bundesligakader unter Thomas Tuchel mit. Der heutige Trainer des FC Chelsea sei „ein sehr spezieller Typ und echter Fachmann“, erinnert sich Bohl.
Keiner mehr da
Beim 2:1-Hinspielsieg des FKP fehlte Bohl. Also macht er nun das erste Pflichtspiel gegen den alten Verein, von dessen jetziger zweiter Mannschaft kein Spieler und keiner aus dem Staff mehr dabei ist, der bei seinem Abschied vor vier Jahren dazu gehörte. Bohl: „Bei den U23-Mannschaften wird eben oft gewechselt.“
Eigentlich haben die Mainzer kein reines U23-Team. Die Routiniers Simon Brandstetter, Stephan Fürstner und Giuliano Modica bilden normalerweise das Gerüst, doch fallen sie für die Partie in Pirmasens gesperrt oder verletzt aus. Man müsse, so FKP-Trainer Patrick Fischer, „abwarten, ob Spieler aus dem Bundesligakader abgestellt werden“. Fischer hat, nachdem sich vergangenen Samstag bei der 0:1-Niederlage in Gießen „die Mannschaft in verschiedenen Bereichen fast von selbst aufgestellt“ habe, nun wieder weitaus mehr personelle Optionen. Dennis Chessa und David Becker sind wieder fit, Sascha Hammann und Yannick Grieß haben ihre Sperren abgesessen. Dafür fällt nun Arne Neufang aus. Der zuletzt so starke Mittelfeldspieler hat an der Uni Verpflichtungen.