Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Für Unternehmen auf der Suche nach guten Köpfen

Francisco Rivera Campos und seine Tochter Michelle in den neuen Räumen.
Francisco Rivera Campos und seine Tochter Michelle in den neuen Räumen.

Der Fachkräftemangel hat so gut wie jede Branche erreicht. Eine Entwicklung, die Francisco Rivera Campos kommen sah. In vielen Firmen werde zu wenig in Personalentwicklung investiert, moniert der Unternehmer, der mit seinem Personalservice FRC kräftig expandieren konnte.

Vor sieben Jahren hat sich Rivera zusammen mit seiner Tochter Michelle selbstständig gemacht. Heute zählt das Unternehmen sieben Mitarbeiter, einen Azubi und zwei Aushilfen und residiert auf 480 Quadratmetern in einem früheren Kasernenbau der Husterhöhe.

Francisco Rivera Campos kann auf eine fundierte Ausbildung verweisen. Als Werkzeugmacher startete er und schaffte es bis zum Leiter Aus- und Weiterbildung bei Profine. „Ich habe meinen Beruf geliebt“, betont er. Von Profine getrennt hatte er sich im Laufe der drei Besitzerwechsel und den damit verbundenen Turbulenzen.

Vom Azubis bis zum Außendienstler

Sein Wissen um Personalentwicklung und Ausbildung nutzte er für die Gründung von „FRC Personalservice“, unter dem viele zunächst eine Art Leiharbeitsfirma vermuten. „Mit so etwas haben wir nichts zu tun“, betont er. Das Geschäftsfeld von FRC besteht aus Coaching, Ausbildung, Personalentwicklung und Recruting, was auch als Headhunting, also der Suche nach guten „Köpfen“, bezeichnet werden könnte. Rivera sucht für Kunden dringend benötigte Mitarbeiter und diese nicht nur im Segment der Führungsebene. „Aktuell suchen wir vom Azubi über den Facharbeiter, Mediziner, Anwendungstechniker bis zum Vertriebs-Außendienstmitarbeiter“, erzählt Rivera, der den Unternehmen jedoch lieber ein nachhaltigeres Modell der Personalentwicklung vermitteln würde, womit Engpässe in Krisen wie derzeit nicht passieren würden.

2005 habe schon prognostiziert werden können, dass die Firmen um das Jahr 2020 ein kräftiges Demografieproblem und damit den jetzigen Facharbeitermangel bekommen, erzählt er. Dazu kommt die Digitalisierung, die viele langjährige Mitarbeiter unvorbereitet trifft. Eines der ersten Projekte von FRC sei die Mitarbeit bei der Gründung der Berufsinformationsbörse (BIB) gewesen oder die Gründung des Arbeitskreises Schule und Wirtschaft.

Die Firmen auf der Referenzliste von FRC sind neben dem jetzigen Nachbarn Framas die Schließmeyer GmbH in Zweibrücken, Orthosysteme Fuchs, Gehr in Mannheim sowie Industrie- und Handelskammern in halb Deutschland. Für die IHKs, Landwirtschaftskammern und Handwerkskammern übernimmt FRC die Schulung von Prüfern im Dualen Ausbildungssystem. Inzwischen nicht nur vor Ort, sondern auch online.

Umgestellt auf Online

Mit der Corona-Pandemie habe sein Unternehmen sofort auf die Online-Möglichkeiten umgestellt. Die Schulungen wurden digitalisiert und ganz neu ein hybrides Format erarbeitet, für das in den neuen Firmenräumen auch der Platz zu finden ist. Die hybride Ausbildung ermögliche die Schulung von Mitarbeitern vor Ort in Präsenz und das Zuschalten beispielsweise von Außendienstmitarbeitern irgendwo auf der Welt. Die Firmen können zu FRC kommen und dort diese Art von Schulungen mit der neusten Technik buchen. Wobei Francisco und Michelle Rivera Campos betonen, dass Schulungen in Präsenz immer besser seien. „Dann sehe ich, ob der andere gerade mit dem Fuß zuckt oder nicht. Das fällt online unter den Tisch“, nennt sie ein Beispiel.

Auch dafür sei der Umzug auf die Husterhöhe ideal gewesen, meint Rivera und zeigt auf den riesigen Parkplatz hinter dem Kasernenbau. Zuvor residierte FRC im früheren Parkbrauerei-Verwaltungsgebäude, das derzeit zu Betreutem Wohnen umgebaut wird. 125 Quadratmeter standen dort seinen Mitarbeitern zur Verfügung. Die jetzigen 480 Quadratmeter sind aktuell noch zu groß für die Firma. Zwei Büroräume werden deshalb als Co-working-Raum für Firmengründer oder Selbstständige angeboten.

Auch geholfen bei extremer Prüfungsangst

Wobei Francisco und Michelle Rivera Campos viel unterwegs sind. Das betrifft dann die Unternehmenssparte des Coachings. Hier werden junge und auch ältere Menschen betreut, die nicht wissen, wohin die berufliche Reise gehen soll oder sich komplett neu orientieren müssen. Oder beispielsweise der Azubi mit extremer Prüfungsangst, der von Michelle Rivera Campos soweit gecoacht werden konnte, dass er voll motiviert in die Prüfung gehen konnte. Das Coachen will Francisco Rivera nicht allein auf Menschen beschränkt sehen, die ansonsten ein Fall für das Jobcenter würden. „Das geht bis zum Produktionsleiter oder dem Chef der Finanzabteilung. Das sind Leute, die Lust haben oder Menschen in Toppositionen, die sich nicht wertgeschätzt fühlen.“

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