Pirmasens
Es geht es nicht nur um mehr Geld
„Es geht uns um die Belastung. Wir wollen uns wieder vernünftig vorbereiten“, meinte die Personalratsvorsitzende der Stadtverwaltung Dunja Maurer. „Wir sind keine Basteltanten, dazu fehlt uns die Zeit“, nannte sie ein Beispiel für den Personalnotstand in städtischen Kitas. Viele Erzieherinnen könnten keinen klaren Gedanken mehr fassen, so groß sei die Arbeitsbelastung. „Das ist nicht die Arbeit am Kind, die sich viele vorgestellt haben“, so Maurer.
In den aktuellen Tarifverhandlungen fordern die Erzieherinnen hauptsächlich mehr Personal, allerdings auch Änderungen bei der Lohneinstufung. Laut Maurer werde ein neuer Ingenieur bei der Stadtverwaltung gleich deutlich höher eingestuft als eine Erzieherin. Bei Sozialarbeitern im Jugendamt, die gestern auch mitstreikten, müsse grundsätzlich höher eingruppiert werden, da diese oft einer sehr hohen Belastung ausgesetzt seien. „Lasst Euch das nicht gefallen. Solidarisiert Euch“, forderte Maurer die Kolleginnen auf, sich zu engagieren.
Mit Zuversicht in die Verhandlungen mit den Arbeitgebern
Für die kommenden Verhandlungen mit den Arbeitgebern ist Maurer zuversichtlich, auch weil diese nach dem langen Streik von 2015 wüssten, dass die Erzieherinnen einen langen Atem haben können. „Wir sind streikerprobt und deshalb bin ich guter Dinge, dass es ein gutes Ergebnis wird“, rief Maurer den Erzieherinnen auf dem Schlossplatz zu.
„Wir haben alle mit Personalmangel zu kämpfen“, meinte Sebastian Wagner, Leiter der Kita Pfiffikus in Erlenbrunn. Für Wagner sind es die gestiegenen Aufgaben, die Erzieherinnen zu bewältigen haben, die den Kolleginnen zu schaffen machten. Als Beispiel nannte er das neue Kita-Gesetz, das nochmal neue Aufgaben draufgesattelt habe. „Das ist kein gutes Gesetz. Wir fahren am Limit“, so Wagner.
Zu wenig Zeit für anspruchsvolle Arbeit
Seine Kolleginnen der Kita Zauberwald, auch in Erlenbrunn, können dem nur zustimmen. „Wir sind definitiv zu wenig“, meinte eine Erzieherin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollte. Gerade die Arbeit mit den zweijährigen Kindern sei besonders anspruchsvoll. Da müsse getröstet oder auch Windeln gewechselt werden und dann fehle die Zeit für die anderen Kinder. Oder die Kinder müssten an die Tür gebracht werden, gleichzeitig müsse aber immer jemand in der Gruppe präsent sein. Öfter komme es dadurch zu Situationen, die nicht tragbar seien. „Wir können uns nicht um die Kinder kümmern, wie es nötig wäre.“