Pirmasens Elite trifft sich in Portugal

Leiria. Hammerwerferin Betty Heidler, Kugelstoßerin Denise Hinrichs, Speerwerferin Linda Stahl – und mittendrin Christin Hussong. Die Speerwerferin aus Herschberg gehört zum kleinen, aber feinen 17-köpfigen Starterfeld, das der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) zum 15. Winterwurf-Europacup ins portugiesische Leiria geschickt. Morgen ab 9.30 Uhr wirft die LAZ-Athletin bei der U23 gegen die europäische Konkurrenz.
„Das ist quasi die Hallen-Europameisterschaft für uns Werfer“, verdeutlicht Hussong, die kommenden Dienstag ihren 21. Geburtstag feiert, wie wichtig der Wettkampf als Standortbestimmung für die europäische Werfer-Elite ist. Die Winterwurf-Challenge wurde als Europacup vom europäischen Verband ins Leben gerufen, weil die langen Wurfdisziplinen bei der Hallen-EM – die letzte ging gerade in Prag zu Ende – nicht ausgetragen werden können. Die Werfer entführt deshalb der Europacup regelmäßig ins Warme. Zum zweiten Mal nacheinander geht er in Leiria über die Bühne. „Purer Sonnenschein hier, es ist immer fast 20 Grad warm, und wir haben gutes Wetter“, schwärmt Hussong von den äußeren Bedingungen in Portugal. Die hatte sie bereits ausgiebig getestet, mit Papa und Trainer Udo Hussong hatte sie in den vergangenen 14 Tagen ihre Zelte zum Trainingslager in Montegordo an der Algarve-Küste aufgeschlagen. „Es lief bisher echt perfekt“, charakterisiert die Speerwerferin die bisherigen Trainingseinheiten. Heute geht es für Christin Hussong mit dem Auto etwa 2,5 Stunden von der Süd- an die Atlantikküste nördlich von Lissabon. Was sie von sich selbst beim U23-Wettkampf in Leiria erwarten kann, weiß sie nicht genau. „Würfe messen, das machen wir im Trainingslager nicht“, sagt sie. Aber: „Das Gefühl fürs Werfen und die Kraftwerte stimmen. Ich bin ganz zufrieden zum jetzigen Zeitpunkt.“ Sie sieht den Wettkampf als Generalprobe für den Sommer: Da stehen vom 9. bis 12. Juli in Tallinn/Estland die U23-Europameisterschaften an. Das ist das große Ziel in diesem Jahr, nachdem sie im vergangenen Jahr bei der EM in Zürich schon ihren ersten Auftritt bei internationalen Meisterschaften der Frauen hatte und bei ihrem Debüt Siebte wurde. „Ich gehe hier mit der besten Vorleistung in den Wettkampf“, sagt Hussong mit Blick auf die im Juli 2014 in Luzern aufgestellte neue Bestleistung von 63,34 Metern. Für die Teilnahme an der U23-EM verlangt der deutsche Verband einen Wurf von mindestens 54 Metern. Vielleicht kann Christin Hussong die guten Bedingungen nutzen und das gleich im ersten wichtigen Wettkampf des Jahres abhaken.