Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Duo-Konzert mit Julian Steckel und Paul Rivinius am 3. Mai

Julian Steckel
Julian Steckel

Am Freitag erwartet die Besucher der Pirmasenser Festhalle ein Höhepunkt im Kulturprogramm. Der aus Pirmasens stammende Cellist Julian Steckel spielt zusammen mit dem Pianisten Paul Rivinius in seiner Heimatstadt und serviert den Zuhörern dort eine von Kennerschaft geprägte Auswahl an Kompositionen.

„Als Interpret vertraue ich meiner inneren Landschaft immer mehr und lasse das Publikum hinein“, beschreibt Cellist Julian Steckel seinen musikalischen Ansatz. Das sei eine Verwundbarkeit, die ihn letztlich aber stärker mache. Genau diese Kraft und Hingabe spürt man, wenn Steckel auf der Bühne steht. Am Freitag wird er gemeinsam mit dem Pianisten Paul Rivinius auftreten. „Schon als Kind bin ich zu Konzerten von Paul gegangen und war gewissermaßen sein Fan“, erzählt Julian Steckel. Jahre später – während seines Studiums – seien sich die beiden wieder in Berlin begegnet und seitdem unzertrennlich. „Er ist meiner Meinung nach der beste Kammermusikpartner, den man sich vorstellen kann“, so die hohe Meinung Steckels von seinem musikalischen Partner.

Julian Steckel ist gebürtiger Pirmasenser und konzertierte schon mit Orchestern wie dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Münchner Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, den Sankt Petersburger Philharmonikern, dem Royal Philharmonic Orchestra London und dem Rotterdam Philharmonic Orchestra unter Dirigenten wie Christoph Eschenbach, Sir Roger Norrington, Jakub Hrusa, Nicholas Collon und Lahav Shani. Seit 2017 unterrichtet er an der Hochschule für Musik und Theater in München. Im vergangenen Jahr hat er die künstlerische Leitung des Füssener Festivals Vielsaitig übernommen.

Vielschichtigkeit der Stile

Paul Rivinius, Jahrgang 1970, profilierte sich als Kammermusiker mit dem 1986 gegründeten Clemente Trio, das bereits in den wichtigsten Konzertsälen der Welt gastierte, darunter in der Carnegie Hall in New York und in der Wigmore Hall in London. Perlende Läufe, große Präzision und feinste Farbmischungen zeichnen das Spiel des Pianisten aus, heißt es in der Fachpresse. Rivinius lehrte viele Jahre an der Universität der Künste in Berlin sowie zuletzt als Professor für Klavierkammermusik an der Berliner Hochschule für Musik Hanns Eisler. Heute lebt er in München.

Bei dem Konzert am Freitag interpretieren Julian Steckel und Paul Rivinius Werke von Camille Saint-Saens, Francis Poulenc und Sergei Rachmaninow. Aber warum wurden ausgerechnet diese drei Komponisten ausgewählt? „Alle drei Komponisten haben bedeutende Werke für Cello geschrieben, die ich übrigens gemeinsam mit Paul Rivinius alle eingespielt habe“, erläutert Steckel auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Der Reiz dieser Kombination liege eher in der Vielschichtigkeit der musikalischen Stile, nicht darin, zwischen den Komponisten unbedingt Gemeinsamkeiten herstellen zu wollen.

Der wilde Orgelspieler

Zum Konzertauftakt soll eine Komposition des französischen Klavier- und Orgelvirtuosen Saint-Saëns erklingen. Als Wunderknabe gilt dieser Komponist, der vor allem durch seinen „Karneval der Tiere“ bekannt geworden ist. Als er die Orgel kennenlernte, habe er sich sofort in das Instrument verliebt, heißt es in Biografien. Er sei zum wildesten, verrücktesten und besten Orgelspieler von Paris geworden. Sogar eine ganze Sinfonie für die Orgel hat er später komponiert.

Als zweites Stück ist die einzige Cellosonate des französischen Komponisten Francis Poulenc geplant. Musikantisches Vergnügen, rhythmischer Spaß, die vermeintliche Sorglosigkeit von Jahrmarkt, Salon und Caféhaus seien wichtige Zutaten in seinem Werk, so auch in seiner Sonate, die von dem Cellisten Pierre Fournier uraufgeführt wurde, wie die Pressestelle der Stadtverwaltung informiert. Lebensfreude und Nachdenklichkeit liegen in dem viersätzigen Werk nah beieinander. Es wartet mit einem höchst abwechslungsreichen Klangbild mit heiteren, gar übermütigen Zügen auf, heißt es in der Ankündigung des Kulturamts.

Ein Geschenk für den Arzt

Die Sonate für Violoncello und Klavier von Sergei Rachmaninow soll den Konzertabend beschließen. Sie war ein Geschenk für den Arzt und Hypnotiseur Nikolai Dahl, der den Komponisten aus einer tiefen Schaffenskrise befreit hatte.

Info

Das Konzert mit Paul Rivinius und Julian Steckel wird von der Stadt Pirmasens in Kooperation mit der Mozartgesellschaft veranstaltet. Es findet am Freitag, 3. Mai, in der Pirmasenser Festhalle statt und beginnt um 19 Uhr. Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf im Forum Alte Post, Telefon: 06331 2392716, E-Mail: kartenverkauf@pirmasens.de, sowie an der Abendkasse, die eine Stunde vor Konzertbeginn öffnet.

Paul Rivinius
Paul Rivinius
x