Pirmasens Die zweite Halbzeit lässt hoffen

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FRANKFURT. Die Haupttribüne im Stadion am Brentanobad erwachte gestern Abend erst gegen 20.30 Uhr so richtig zum Leben: Schreiend, bimmelnd und trötend trieb der „Fanblock“ des SC Hauenstein sein Team nach vorn. Gereicht hat’s letzten Endes nicht: Mit 2:3 (0:2) verlor der Vizemeister der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar das Aufstiegsspiel zur Regionalliga beim Hessenliga-Zweiten, der SG Rot-Weiß Frankfurt.

Direkt vor den Gäste-Anhängern wirbelten auf einmal vor allem Julian Kern und Steffen Straub. Ein bisschen spät zwar, aber es hätte ja durchaus noch reichen können. Beim offenen Schlagabtausch ab Minute 65 waren die Hauensteiner klarer Punktsieger, kombinierten phasenweise stark, vor allem über die inzwischen quicklebendige linke Seite. Straub (Schütze des 1:3) und Kern ließen – mal von Jesper Brechtel bedient, mal von Nico Hillenbrand in Szene gesetzt – die Kugel öfter sehenswert laufen, spielten nun schnell und zielstrebiger nach vorne. Das hatte die Mannschaft zuvor vermissen lassen. In den vorangegangenen anderthalb Halbzeiten war es beim reinen Stückwerk geblieben. Als in Minute 73 wieder ein Angriff über das mittlerweile quicklebendige Außenbahn-Duo lief, Straubs Flankenversuch gerade noch geblockt wurde, der eingewechselte Riccardo Di Piazza eine feine Ecke servierte und Nico Hillenbrand die Kugel per Kopf zum 2:3 ins Netz wuchtete, schienen die Gäste tatsächlich noch mal die Kurve zu kriegen. Dabei schien doch „der Käse schon gegessen“, wie SCH-Trainer Jürgen Kohler die Lage kurz nach der Halbzeit beschrieb: Vier Minuten nach dem Wechsel hatte Vuk Toskovic das 3:0 für Frankfurt markiert. Die Hauensteiner schienen schon mausetot. Auch wenn Totgesagte länger leben: Mehr als der Anschlusstreffer zum 2:3 aber sollte allen Bemühungen zum Trotz nicht mehr herausspringen. Was nun die Hauensteiner in großen Zugzwang versetzt. Ein 2:0- oder 3:1-Sieg sollte es am Samstag gegen den FC Nöttingen schon sein, will das Team doch noch in die Regionalliga klettern. Zumindest die Vorstellung in Halbzeit zwei macht durchaus Hoffnung. „So ist eben Fußball“, sagte SCH-Chef Carl August Seibel. Er hatte mittendrin im lautstarken Block gefiebert. Seibel: „Kein Vorwurf. In der ersten Halbzeit ging nichts, da waren wir platt. Aber in der zweiten Hälfte hat die Mannschaft klasse gekämpft.“ Da traf’s genau: Müde wirkend nach 120 harten Pokalminuten, hatten sich die Hauensteiner in Hälfte eins mehrmals vor allem gedanklich nicht auf der Höhe gezeigt. Zwar war Kai Schacker schon in der ersten Spielminute an einer vielversprechenden Hereingabe Armin Jusufis nur knapp vorbeigerutscht, Sekunden später aber lag der Sportclub unversehens im Hintertreffen. Ko Sawada hatte frei über links nach innen preschen dürfen und überlegt abgeschlossen. 0:1 nach 70 Sekunden – das nennt man kalt erwischt. Als nach einer halben Stunde Varol Akgöz mit dem Ball lief, Daniel Klück zum Zuschauer degradierte und zum 2:0 für Rot-Weiß einschoss, war zumindest aus Gäste-Sicht nicht nur das Wetter äußerst trüb. Und als dann – wenn’s schon mal schiefgeht, dann richtig – Sandro Rösner einen Foulelfmeter versiebte, schien der Abend gelaufen. Was dann folgte, rang Kohler ein „Riesenkompliment“ ab. „Die Mannschaft hat tolle Moral bewiesen, richtig klasse Fußball gespielt, war aggressiv, zweikampfstark“, freute sich der scheidende Coach trotz der Niederlage. „Wir hätten den Ausgleich verdient gehabt“, sah Kohler „eine erstklassige Leistung in der zweiten Halbzeit“ letztlich nicht belohnt. „Ich bin mit dem Pokalsieg so zufrieden, ich bin glücklich. Egal, was da jetzt noch kommt“, hatte SCH-Teammanager Jürgen Lejeune kurz vor der Partie noch in Erinnerung ans große Erlebnis vom Samstag geschwelgt. Nun, egal war’s ihm gestern spätestens bei Hauensteins Schlussoffensive eindeutig ganz und gar nicht. Lejeune musste sogar die Trainerbank verlassen, da er sich gewaltig über Schiedsrichter Pascal Müller und seine Assistenten aufgeregt hatte. Nicht zu unrecht: Der junge Regionalliga-Referee traf drei, vier recht merkwürdige Entscheidungen. Bericht im überregionalen Sportteil

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