Pirmasens Die Stimmen der Fasnacht in Herschberg
Die von Rundfunk und Fernsehen bekannten „Mainzer Hofsänger“ geben morgen ein Benefizkonzert beim Herschberger Landfrauenverein in der Bürgerhalle. Den Chor gibt es schon nahezu 100 Jahre, und internationale Beachtung erlangte er seit seinem ersten Auftritt bei der Mainzer Fernsehfasnacht im Jahre 1956. Schon seit 1960 führen Konzertreisen den Chor in viele Länder weltweit. In Kooperation mit der Lottogesellschaft haben die stimmgewaltigen Solisten bisher fast 1,5 Millionen Euro für gemeinnützige soziale Zwecke ersungen. Wie eigentlich jeder Chor haben auch die „Hofsänger“ eine gewählte Vorstandschaft, nur heißt der Chef der musikalischen Mannschaft in diesem Fall „Kapitän“ und sein Stellvertreter entsprechend „Vize-Kapitän“. Dieses Amt begleitet seit mehr als drei Jahren Stefan Zier aus Hamm. Mit ihm sprach unser Mitarbeiter Udo Wagner vor dem Auftritt in der Südwestpfalz.
Die „Mainzer Hofsänger“ bestehen aktuell aus 16 Sängern, dazu gehören der musikalische Leiter Michael Christ und sein Stellvertreter Andreas Leuck. Einige der Sänger kommen aus Ingelheim, Idar-Oberstein, Cochem, Wiesbaden, Lörzheim und natürlich aus Mainz. Seit wann singen Sie selbst bei den Hofsängern und wie kamen Sie dazu ? Seit 24 Jahren gehöre ich dem Chor an. 1995 wurde ich in der Kirche von einer Dame angesprochen, die dann den Kontakt zu den „Hofsängern“ geknüpft hat. Nach dem Vorsingen von zwei Liedern und einer Probezeit von einem halben Jahr wurde ich in den Kreis der „Mainzer Hofsänger“ aufgenommen. Viele Chöre haben bekanntlich Nachwuchsprobleme. Ist es auch für die „Hofsänger“ schwierig, aus Altersgründen ausscheidende Chormitglieder zu ersetzen, und welche Kriterien spielen dabei eine Rolle ? Normalerweise scheidet man bei uns im Alter von 60 Jahren aus. Diese Frist kann verlängert werden, wenn in der entsprechenden Stimme kein Nachwuchs da ist. Viele neue Sänger stellen sich im Laufe des Jahres vor. Bei stimmlicher Qualität beginnt dann eine sechsmonatige Probezeit. Der Neue muss nicht nur gesanglich, sondern auch menschlich zur uns passen. Die „Mainzer Hofsänger“ sind ja kein Laienchor sondern wohl ein semiprofessionelles Ensemble? Jeder Sänger hat einen Beruf. Das Singen im Chor ist in erster Linie ein Hobby, das sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Wie viele Auftritte stehen innerhalb eines Jahres auf dem Terminplan, und wo werden sie 2019 überall gastieren? Außerhalb der Fasnacht werden wir dieses Jahr etwa 50 Konzerte bestreiten, die meisten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, aber auch zum Beispiel in München und in der Schweiz. In die Westpfalz kommen wir noch am 14. Juni nach Winnweiler und am 6. Dezember nach Zweibrücken. Im nächsten Jahr ist wieder eine Konzertreise nach New York geplant. Wie viel davon sind Benefizveranstaltungen für einen guten Zweck ? Bei etwa 20 Konzerten im Jahr kommen Eintrittsgelder und die Einnahmen durch Sponsoren eins zu eins einem guten Zweck zugute. Sicher haben die „Hofsänger“ ein besonders umfangreiches Repertoire. Wird für jedes Konzert ein spezielles Programm zusammengestellt? Wir haben in den letzten Jahren ein breitgefächertes Repertoire erarbeitet. Das Programm der Konzerte stellt der musikalische Leiter zusammen und dabei werden im Laufe des Jahres immer wieder Lieder ausgetauscht. Aus welchen Bereichen – Operette, Volksmusik, Schlager oder Pop – kommen die meisten Titel? Bei unserem weltlichen Konzert in Herschberg werden wir den Zuhörern Melodien aus Musicals, Schlager und auch Gospelsongs präsentieren. Wir freuen uns schon darauf. Haben Sie ein Lieblingslied? Ein ganz spezielles Lieblingslied habe ich eigentlich nicht. Aber ich singe sehr gerne Gospelsongs. Infos Karten für das Konzert gibt es für 17 (ermäßigt 15) Euro im Blumenhaus Höh in Herschberg, Tankstelle Heintz in Saalstadt, Lotto Schneider in Thaleischweiler-Fröschen und Tankstelle Sommer in Hermersberg oder an der Abendkasse für 19 Euro.