Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel „Die nette Toilette“: Stadt schließt sich der Aktion an

Das Eiscafé Cappuccino by Mattia, das Mattia Polentes mit seiner Frau Assunta Capalo führt, ist der erste gastronomische Betrieb
Das Eiscafé Cappuccino by Mattia, das Mattia Polentes mit seiner Frau Assunta Capalo führt, ist der erste gastronomische Betrieb, der an der Aktion »Die nette Toilette« in Pirmasens teilnimmt.

Öffentliche Toiletten sind rar in der Pirmasenser Innenstadt. Doch nicht mehr ab dem 1. April – und das ist kein Aprilscherz.

Fünf Betriebe nehmen teil am Projekt „Die nette Toilette“ in Pirmasens. Stadtmanagerin Nelia Knerr und Oberbürgermeister Markus Zwick haben das Projekt im Eiscafé Cappuccino von Mattia Polentes in der Pirmasenser Hauptstraße vorgestellt. „Ein großes Manko“ nennt Zwick den Mangel an öffentlichen Toiletten in der City. Deshalb habe sich die Stadt Pirmasens der bundesweiten Aktion „Die nette Toilette“ angeschlossen. „Statt zwei öffentlichen Toiletten in der Innenstadt sind es nun schon neun“, sagte der Oberbürgermeister bei der Vorstellung der Aktion. Die Idee dahinter: Einzelhändler und Gastronomen stellen ihre Toiletten auch Passanten, die nicht Kunden sind, zur Verfügung. Die Stadt zahlt dafür den an der Aktion Beteiligten einen kleinen Beitrag zur Reinigung, 50 Euro pro Monat.

Mattia Polentes ist der erste Gastronom in Pirmasens, der sich an der „netten Toilette“ beteiligt. Weitere Einzelhändler und gastronomische Betriebe in der City sollen folgen, sagte Stadtmanagerin Nelia Knerr, die die Aktion in Pirmasens organisiert. Oberbürgermeister Zwick sieht viele Vorteile für Bürger und Gäste der Stadt: Keine unangenehme Suche mehr nach Toiletten, lange Öffnungszeiten der „netten Toiletten“ und saubere WCs. Zudem entlaste das die Stadtfinanzen, denn Bau und Unterhalt von städtischen öffentlichen Toiletten sind teuer. „Ich weiß: Seine Toiletten auch für Passanten zu öffnen, ist alles andere als selbstverständlich“, sagte Zwick. „Wir machen das gerne“, sagte Mattia Polentes dazu, auch aus großer Verbundenheit mit der Stadt.

Flyer listet stille Örtchen auf

Ein Flyer listet die jetzt schon teilnehmenden Geschäfte und Behörden in der Innenstadt auf, deren Toiletten man – „wenn’s brennt“ – benutzen kann: zum Beispiel die Verbandsgemeinde Pirmasens-Land in der Bahnhofsstraße, das Geschäft Perlenmaid by Skata in der Bahnhofstraße 7. In der Hauptstraße sind es die Toiletten im Alten Rathaus, das Eiscafé by Mattia und das Begegnungszentrum Mittendrin. Dazu kommen die öffentlichen Toiletten am Exerzierplatz, im Sommer zudem die mobilen WCs im Strecktalpark. Die Toiletten im Bahnhof und am Nardiniplatz kosten eine kleine Gebühr.

Neben gedruckten Flyern finden sich für Pirmasens „nette Toiletten“ auch einfach in der gleichnamigen App, und ein gut sichtbarer Aufkleber an Tür oder Fenster weist auf sie hin. Auch in einigen anderen Städten hilft die App bei der Toilettensuche. Übrigens: Es ist ein Mythos, dass Restaurants bei drückender Blase von Passanten Abhilfe schaffen müssen. Ein gerne hier ins Feld geführtes „Notdurftrecht“ gibt es nicht.

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