FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Der Wechsel des Tim Schiefer vom SV Hermersberg zum FC Bayern München

Oliver Kahn (links), dreimaliger Welttorhüter und neu im Vorstand des FC Bayern München, beim Gespräch mit dem aus Thaleischweil
Oliver Kahn (links), dreimaliger Welttorhüter und neu im Vorstand des FC Bayern München, beim Gespräch mit dem aus Thaleischweiler-Fröschen stammenden Ex-Amateurkeeper Tim Schiefer (rechts),.

Fußball-Torwart Tim Schiefer machte einen sagenhaften Karrieresprung. Von einem Landesligisten auf der Sickingerhöhe wechselte er direkt nach München zum deutschen Rekordmeister – allerdings nicht als Spieler.

Als Torhüter schnupperte Tim Schiefer einmal kurz am großen Fußball. Im August 2008 traf er in der ersten DFB-Pokal-Runde mit dem damaligen Oberligisten SVN Zweibrücken auf die von Christoph Daum trainierten Bundesliga-Profis des 1. FC Köln. Als Ersatzmann erlebte er das 1:5 im Pirmasenser Stadion Husterhöhe. Ansonsten spielte er lange Zeit für Herschberg, wo er auch wohnte. Mit dem SV Herschberg stieg er unter Trainer Jens Mayer bis in die Verbandsliga auf. Nach einem kurzen Intermezzo beim damaligen Landesligisten SV Steinwenden wechselte er 2018 zum SV Hermersberg, wo er früher schon mal war.

Achillessehnenriss kurz vor dem Vorstellungsgespräch

Dort hatte er gleich Pech: In einem Vorbereitungsspiel gegen den FK Petersberg riss die Achillessehne. Nur wenige Tage später hatte der werdende Vater ein Vorstellungsgespräch beim FC Bayern München. An der Isar bewarb sich der fußballerisch erst in der Jugend der SG Thaleischweiler-Fröschen, dann beim FK Pirmasens (C- bis A-Junioren) ausgebildete Schiefer um eine Stelle in der IT-Abteilung. Der Betriebswirtschaftsstudent nahm die Schmerzen in Kauf und beschloss, sich „erst mal konservativ behandeln zu lassen“, also auf eine Operation zu verzichten. Der 32-jährige bekam die Stelle, arbeitet fortan teils im Büro an der Säbener Straße, teils in einer Außenstelle am Münchener Campus im IT-Bereich des weltweit renommierten FC Bayern.

Beim Gehen wieder Achillessehne gerissen

Der Start in München verlief nach Schiefers Worten suboptimal. Gerade hatte er sich in der bayerischen Landeshauptstadt eingefunden, wurde er abermals unsanft ausgebremst. „Ich habe mir beim Gehen wieder die Achillessehne gerissen. Ich denke, da war noch etwas porös“, erzählt Schiefer, der daraufhin endgültig die eigene Fußballkarriere für beendet erklärte.

„Der FC Bayern ist ein absoluter Übertraum“

In der ausgegliederten IT-Gesellschaft der Bayern konzentrierte er sich voll auf seinen Job als Teamleiter. „Es war schon immer mein Traum, bei einem Bundesligaklub zu arbeiten. Der FC Bayern ist ein absoluter Übertraum. Manchmal muss ich mich kneifen“, gesteht Schiefer.

Bei jedem Heimspiel auf der Tribüne

Dank der Dauerkarte, die jeder Mitarbeiter des Klubs bekommt, verpasst er kein Heimspiel mehr. Die Stars des FCB wie Manuel Neuer, Robert Lewandowski und Thomas Müller sieht Schiefer immer mal wieder auf dem Trainingsgelände. „Die Spieler grüßen ganz normal, aber so ein richtiger Austausch entsteht da nicht“, berichtet der gebürtige Thaleischweilerer. Anders sei dies jedoch nach dem DFB-Pokal-Finale 2019 gewesen. „Damals bin ich mit David Alaba beim Bankett an der Bar ins Gespräch gekommen“, sagt Schiefer, der mit dem Österreicher dann auf den Pokalsieg anstieß.

Mehr Kontakt besteht hingegen mit den Altstars in der Vereinsführung wie Ex-Welttorhüter Oliver Kahn. „Er hat auch mal bei der IT-Abteilung vorbeigeschaut. Er beleuchtet zur Zeit jeden Bereich des Unternehmens“, sagt Schiefer, der den Titan als scharfsinnigen Menschen beschreibt. In der Kantine sitzt er dann auch mal mit dem Vorstandsvorsitzenden des FCB, Karl-Heinz Rummenigge. „Es ist etwas Besonderes, mit solchen Leuten zu sprechen. Man gewöhnt sich aber auch daran, mit solchen Kapazitäten zu arbeiten.“

Überraschende Begegnung mit Uli Hoeneß

Völlig überraschend war das erste Aufeinandertreffen mit einer der prägenden Figuren des FC Bayern. „Wir hatten Inventur im Fanshop. Als ich Feierabend machen wollte, bin ich in den Aufzug eingestiegen, und da stand Uli Hoeneß. Er war der Erste von den Großen, den ich live und in Farbe gesehen habe“, berichtet Schiefer. Er sei in dieser Situation völlig baff gewesen. Doch die Hilfe kam von Macher Hoeneß selbst. „Er wusste, dass ich neu bin. Da hat er mir schon etwas geholfen, viel sagen konnte ich nämlich nicht“, sagt Schiefer lachend.

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