Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Deffland-Merck: Junger Handwerksbetrieb plant Neubau

D&M-Geschäftsführer Michael Deffland (links) und Dominik Merck, hier bei der Installation einer neuen Gasheizung.
D&M-Geschäftsführer Michael Deffland (links) und Dominik Merck, hier bei der Installation einer neuen Gasheizung.

Vor drei Jahren angetreten, kann sich die Firma Deffland und Merck nicht über fehlende Arbeit beklagen. Die Heizungsbauer haben nicht nur die Anzahl der Mitarbeiter kräftig erhöht, sondern auch den Umsatz. Kommendes Jahr soll ein neuer Firmensitz entstehen.

Mit zwölf Mitarbeitern waren Michael Deffland und Dominik Merck im September 2019 gestartet. Heute beschäftigt der Betrieb, der sich auf die Bereiche Sanitär, Heizung und Klima spezialisiert hat, 30 Mitarbeiter. Darunter sind drei Azubis. Durch die Pandemie ist das Handwerksunternehmen nach Angaben der beiden Geschäftsführer gut durchgekommen. „Unsere Branche darf nicht jammern über die letzten Jahre“, sagt Deffland. Er verweist darauf, dass viele Kunden Geld ins Haus investiert haben, das sie in anderen Jahren vielleicht für Urlaube ausgegeben hätten.

Und die Nachfrage hält an. In Notfällen könnten sie Neukunden derzeit nur schwer helfen, erzählen die beiden Unternehmer. Ihre Firma habe aktuell schlichtweg keine Kapazitäten mehr. Alle Termine seien ausgebucht.

Umsatz: Fünf Millionen Euro

Das Wachstum von Deffland-Merck lässt sich auch an den Umsatzzahlen erkennen. Waren es in den wenigen Monaten des ersten Betriebsjahres noch 476.000 Euro, stieg der Umsatz 2020 auf 3,8 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnet Dominik Merck damit, dass sich der Umsatz bei rund fünf Millionen Euro einpendeln wird.

Wie andere Betriebe kämpft auch Deffland-Merck derzeit mit starken Lieferproblemen. Wer beispielsweise eine neue Wärmepumpe möchte, müsse schon mal mit acht bis zwölf Monaten Wartezeit rechnen, erzählt Deffland. Der Bau von Heizungsanlagen ist in den vergangenen Jahren deutlich komplexer geworden. Für eine Heizungsanlage bedarf es vieler einzelner Komponenten. Problematisch wird es, wenn eine Komponente Lieferschwierigkeiten hat und die Anlage daher nicht fertiggestellt werden kann. Deffland und Merck erzählen, dass sie zeitweise Material im Wert von bis zu 200.000 Euro im Lager hatten. Die Lieferanten hatten die Rechnung schon gestellt, aber das Unternehmen konnte das Material noch nicht abschließend einbauen, weil eben noch einzelne Komponenten fehlten. Die Unternehmer bestätigen zudem eine Preisentwicklung, die vielen Kunden bekannt sein dürften. So habe sich der Preis für Heizkörper beispielsweise verdoppelt. Ihre Lieferanten würden momentan viermal im Jahr den Preis anpassen – nach oben.

Gesellschafter ausgestiegen

Merck und Deffland arbeiteten vor ihrer Selbstständigkeit für ein großes Pirmasenser Heizungsbauunternehmen. Beim Schritt in die Selbstständigkeit wurden sie vom Elektroinstallationsunternehmen Wieland & Schultz in Kaiserslautern unterstützt. Deren Geschäftsführer Marco Wilhelm ist Pirmasenser. Deffland-Merck hatte zu Beginn fünf Gesellschafter. Neben den beiden Namensgebern waren das noch Jens Gutwein sowie die Chefs von Wieland & Schultz: Marco Wilhelm und Carsten Horch. Ende 2021 seien die Partner aus dem Betrieb ausgestiegen, informieren Deffland und Merck. Die Unterstützung sei gerade am Anfang extrem wichtig gewesen, nicht zuletzt um Banken ins Boot zu holen. Nun führen die Namensgeber der Firma ihren Betrieb alleine. Zur Firma Wieland & Schultz bestünden aber immer noch gute Beziehungen.

Für das kommende Jahr plant der Handwerksbetrieb einen Neubau auf der Husterhöhe. Wenn alles gut läuft, steht 2023 auch der Abschied vom Standort an der Turnstraße an. Dort nutzt Deffland-Merck eine frühere Halle des Nahrungsmittelergänzungshersteller Ultra-Tec. Die Kapazitäten dort seien jedoch mittlerweile zu klein geworden. Vor drei Jahren sagte Deffland zur RHEINPFALZ: „Wir glauben an den Standort Pirmasens. Hier gibt es Potenzial.“ So wie es aussieht, hat er Recht behalten.

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