Motorsport RHEINPFALZ Plus Artikel Dank Papa Schäfer fährt Sohn Tobias schon mit dem Bobbycar durchs Fahrerlager

Stefan Schäfer (rechts) und sein Sohn Tobias sind im Automobil-Slalom und bei Bergrennen erfolgreich.
Stefan Schäfer (rechts) und sein Sohn Tobias sind im Automobil-Slalom und bei Bergrennen erfolgreich.

Stefan und Tobias Schäfer fahren beide Autorennen. Der Vater hat den Sohn schon früh für sein Hobby begeistert. Seit 2018 machen beide gemeinsame Sache.

Vater und Sohn in derselben Sportart und dann auch noch in der gleichen Klasse sind im Motorsport eine Seltenheit. Ganz anders in der Familie Schäfer, wo sowohl Vater Stefan als auch Sohn Tobias ins Lenkrad greifen. Ein Konkurrenzdenken gibt es im Duo nicht, eher unterstützende Worte und Hinweise. Das Gemeinsame und die Harmonie der beiden Motorsportler werden im Fahrerlager immer wieder positiv wahrgenommen.

Der Weg zum Motorsport begann für Senior Stefan Schäfer bereits in der Kindheit. „Ich war schon immer verrückt nach Autos“, erinnert sich der Vater. „In den Kindheitstagen waren es die Modellautos auf der Carrera-Bahn und ich fieberte dem 18. Lebensjahr entgegen, um aktiv im Motorsport meine Freizeit zu verbringen“, sagt Stefan Schäfer weiter. Mit der Volljährigkeit startete er mit seinem Straßenfahrzeug bei regionalen Slalomveranstaltungen und erzielte gleich gute Platzierungen. Mit einem Opel Kadett C war er in der Gruppe der Serienfahrzeuge unterwegs und suchte gleichzeitig neue Herausforderungen.

Stefan Schäfer fährt viele namhafte Bergrennen

Der Wasgau-Bergpreis bei Pirmasens, direkt vor seiner Haustür, reizte ihn schon immer, im Jahr 1985 war es dann soweit. Er stand mit seinem Opel Kadett C an der Startlinie, und dieses Ereignis war für ihn so prägend, dass er in den Folgejahren viele namhafte Bergrennen fuhr. Wie das Homburger Bergrennen (das am Wochenende 12./13. Juli zum 50. Mal steigt), das Potzberg-Bergrennen und das Teufelsrutsch-Bergrennen in Alzey, die beide letzteren sind heute nicht mehr im Terminkalender zu finden. In bester Erinnerung ist seine Teilnahme am legendären Rennen am Jochpass, das für den Motorsportler aus Clausen „das Ereignis meiner motorsportlichen Laufbahn war“.

Anfang der 1990er Jahre lief die Zulassung für den Opel Kadett C aus, mit diesem Fahrzeug war Stefan Schäfer dann nicht mehr in der Gruppe der Serienfahrzeuge startberechtigt. Der Kraftfahrzeugmeister handelte sofort und baute das Wettbewerbsfahrzeug um. Dabei legte er auf mehr Leistung im Motor und eine Verbesserung des Fahrwerks wert. Nun ging der schnelle Mann mit mehr Leistung auf die Bergrennstrecken und konnte sich auch in der neuen Klasse behaupten. Im Jahr 2001 stellte er dann aber aus zeitlichen Gründen das Fahrzeug in die Garage: In diesem Jahr machte er sich selbstständig und verbrachte viel Zeit in seiner Kraftfahrzeugwerkstatt.

Tobias Schäfer startet auch bei Rallyes

Sohn Tobias Schäfer begleitete den Vater schon als Kind zu den Rennen und fühlte sich im Fahrerlager wohl. „Dort brauste er im Bobbycar zwischen den Fahrzeugen und Mechanikern hindurch“, erinnert sich Vater Stefan. „Ich konnte nicht abwarten, bis ich endlich ein motorbetriebenes Kart fahren durfte. Mit sechs Jahren habe ich ein solches Fahrzeug bekommen und durfte auf abgesperrten Flächen damit fahren“, erinnert sich Tobias Schäfer. Im gleichen Jahr nahm er dann am Jugend-Kart-Slalom teil. Mit 17 Jahren begann er mit seinem Vater, den Opel Kadett C wieder zum motorsportlichen Leben zu erwecken. Emsig wurde daran gearbeitet und schon nach kurzer Zeit war das Fahrzeug bei Bergrennen des Neuen Automobil- und Verkehrs-Clubs (NAVC) zu sehen.

Zehn Jahre lang startete das Duo bei Bergrennen, aber auch bei Automobil-Slaloms und Gleichmäßigkeitsprüfungen. Tobias Schäfer, Jahrgang 1990, fand auch Gefallen an einer anderen Sparte des Motorsports, an Rallye-Veranstaltungen. Von 2013 bis 2020 war er Beifahrer von Timo Wadle im Rallye-Auto. Herausragend war dabei der Gewinn der Germanys R 1-Trophy im Jahr 2015. Dafür wurde das Gespann mit einem Start bei der internationalen Rallye Antibes Cote d’Azur belohnt.

Duo wird 2024 Dritter im KW-Berg-Cup

Die aktuelle Erfolgsstory begann im Jahr 2018. Der 34-jährige Tobias Schäfer, beruflich Produktionsleiter, bestritt in diesem Jahr die komplette Saison in der Deutschen Amateur-Bergmeisterschaft des Neuen Automobil- und Verkehrs-Clubs (NAVC). Diese schloss er mit Platz drei in der Klassenwertung ab. Im Jahr darauf lag das Augenmerk auf dem Clubsport-Automobil-Slalom. Auch hier war der schnelle Pilot aus Münchweiler/Rodalb erfolgreich. Dazu kam der Gewinn des Pfalz-Cups des ADAC Pfalz. In den Folgejahren bestritt er neben Bergrennen auch wieder mehr Clubsport-Automobil-Slaloms.

In dieser Zeit hat Vater Stefan Schäfer einen neuen Opel Kadett C Limousine aufgebaut, mit dem das Duo als Team in der Saison 2024 im KW-Berg-Cup gestartet ist. „Problemlos und ohne technische Probleme haben wir die Saison beendet, was einen neuen Abschnitt in unserem motorsportlichen Leben bedeutete“, erinnert sich Tobias Schäfer. Der Höhepunkt in diesem Jahr war die Teilnahme am internationalen Glasbach-Bergrennen bei Bad Liebenstein, einem Lauf zur Europameisterschaft im Bergrennsport. „Dabei konnten wir uns mit den besten Fahrern aus ganz Europa messen, es war ein weiterer Höhepunkt“, sagen Vater und Sohn unisono.

In dieser Saison gibt es wieder gemeinsame Starts im bundesweiten KW-Berg-Cup. Dabei kommt der reinrassige Opel Kadett C Limousine zum Einsatz. Soweit es die Zeit zulässt, gibt es auch ein Wiedersehen beim Clubsport-Automobil-Slalom, teils mit dem Bergrennfahrzeug, teils mit dem Serienfahrzeug, einem Opel Kadett C GT/E.

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