Pirmasens Bundespolizei: Großeinsatz in der Innenstadt

Für Aufsehen sorgte gestern Morgen ein größerer Einsatz der Bundespolizei in der Stadt. Zeugen berichteten von vermummten Beamten mit Maschinenpistolen.
Ihr Ziel war nach Informationen der RHEINPFALZ unter anderem ein Nagelstudio in der Fußgängerzone. Es gehört zu einer Kette, die in der Pfalz noch weitere Filialen betreibt. Insgesamt haben die Beamte der Bundespolizei nach Auskunft eines Sprechers in Pirmasens fünf Objekte durchsucht. Zwei davon waren Nagelstudios. Der Einsatz in Pirmasens war Teil eines großangelegten Schlags der Ermittler. 104 Beamte der Bundespolizei für die Inspektion Kriminalitätsbekämpfung in Frankfurt durchsuchten gestern im Auftrag der Staatsanwaltschaften Saarbrücken, Zweibrücken und Kaiserslautern zeitgleich 16 Wohnungen und Geschäftsräume. Die Ermittler haben seit Ende 2018 zwei Männer im Visier. Sie sollen mit weiteren Komplizen vietnamesische Staatsangehörige nach Deutschland eingeschleust und sie, mit gefälschten bulgarischen Dokumenten ausgestattet, in Nagelstudios beschäftigt haben. Bei den beiden Hauptverdächtigen handelt es sich den Angaben zufolge um einen 49-jährigen Vietnamesen und einen 36-Jährigen, der laut Bundespolizei „angeblich“ die bulgarische Staatsangehörigkeit besitzt. Die beiden Hauptbeschuldigten befinden sich mittlerweile wieder auf freiem Fuß, informierte die Bundespolizei gestern auf Nachfrage. Die Vernehmungen dauerten bis in den Abend an. Der gestrige Einsatz der Bundespolizei in Pirmasens stand nicht im Zusammenhang mit einem anderen Großeinsatz, bei dem die Bundespolizei gestern in vier Bundesländern gegen Schleuser vorgegangen war. Weil bei beiden Einsätzen sowie einem dritten, der aus Nordrhein-Westfalen koordiniert wurde, mehrere Objekte in der Pfalz durchsucht wurden, war zunächst davon ausgegangen worden, dass alle diese Fälle miteinander zu tun haben. Das war aber den Angaben der Bundespolizei zufolge nicht der Fall. SÜDWEST