Interview
Bundenthaler Muth: „Winzig kleine Chance genutzt“
Herr Muth, wie war Ihre Erwartungshaltung vor dem großen Spiel gegen die zwei Klassen höher spielenden FCK-Profis?
Wir waren doch der klare Außenseiter. Wir haben uns aber alle sehr auf das Spiel gefreut, denn: Wann hat man in seiner Karriere schon mal die Möglichkeit, gegen den 1. FC Kaiserslautern zu spielen? Und das noch in einem Pflichtspiel! Und: Wie immer in solch einem Pokalspiel wussten auch wir, dass wir eine ganz winzig kleine Chance haben. Die haben wir dann genutzt. Es lief eben alles in unsere Richtung. Einfach bilderbuchmäßig.
Es dürfte beim TuS Mechtersheim eine ziemlich kurze Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gewesen sein?
Natürlich haben wir nach der Partie alle zusammengesessen und ein wenig gefeiert. Das ganze Team, das Umfeld und einige Zuschauer. Aber wir haben ja am kommenden Samstag bereits das nächste Spiel in der Oberliga gegen Eppelborn vor der Brust, weshalb wir es nicht übertrieben haben. Manchmal konnte man es kaum realisieren, was wir gerade geschafft haben.
Waren Sie vor dem Anpfiff des Spiels gegen den viermaligen Deutschen Meister nervös?
Ich würde eher sagen, dass ich angespannt und voller Vorfreude war. Die hat sich dann im Laufe der Partie in Energie und Laufbereitschaft umgewandelt. So ein Spiel ist doch etwas ganz Besonderes. Das vergisst man nicht so schnell. Auch nicht, weil ich die Vorlage zum 2:1-Siegtreffer beigesteuert habe. Ich habe dieses Mal ziemlich offensiv gespielt, so eine hängende Zehn. Normalerweise spiele ich zwar auch zentral im Mittelfeld, aber etwas defensiver. Mehr eine Acht oder eine Sechs. Es war alles nur sensationell.
War dieser 2:1-Sieg gegen die FCK-Profis Ihr bisher größter persönlicher Erfolg?
Alleine die Tatsache, vor rund 2500 Zuschauern in unserem schönen Stadion an der Kirschenallee gegen den 1. FC Kaiserslautern zu spielen, ist ein besonderes Erlebnis. Vor so vielen Zuschauern habe ich zuvor noch nicht gespielt. Ich bin ja erst 20 Jahre alt.
Was hat eigentlich Ihr Trainer beim TuS Mechtersheim, Ralf Gimmy, nach dem Coup gesagt?
Da wurde eigentlich nicht viel geredet. Wir lagen uns alle nur in den Armen und haben uns riesig gefreut, einfach nur gejubelt. Ich glaube, er hatte nach dem Spiel keine Worte mehr. Die hat er aber auch gar nicht gebraucht. Gimmy hatte sich eine ganz eigene Taktik ausgedacht und uns mit einer Sechserkette verteidigen lassen. Sein individueller Plan ist voll aufgegangen. Es hat alles gepasst. Wir haben als Team perfekt zusammengearbeitet. Unser Trainer war stolz auf uns.
Zur Person: Robin Muth
Alter: 20 Jahre
Schule: 2020 Abitur am Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium Dahn
Beruf: Student in Kaiserslautern für Lehramt an Gymnasien (Sport und Sozialkunde)
Spielerstationen: FK Pirmasens, SV Elversberg, ab zweitem B-Junioren-Jahr drei Saisons beim 1. FC Saarbrücken, seit 2019 TuS Mechtersheim.
