Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Benko-Pleite: Sparkasse Südwestpfalz gehört wohl zu den Gläubigern

Die finanziellen Probleme der Signa-Gruppe wirken sich bis in die Südwestpfalz aus.
Die finanziellen Probleme der Signa-Gruppe wirken sich bis in die Südwestpfalz aus.

Der österreichische Multimillionär René Benko hat ein Problem. Sein Immobilien-Imperium ist massiv angeschlagen. Das hat Auswirkungen bis in die Südwestpfalz. Die hiesige Sparkasse zählt laut Medienberichten zu den Gläubigern.

Das US-Magazin „Forbes“ führt Buch über vermögende Menschen. Auf der Liste der Milliardäre stand seit 2019 der Name von René Benko. Dass Benko nun nicht mehr auf der Milliardärsliste auftaucht, scheint noch eines der geringeren Probleme zu sein, die die Krise seines Unternehmens ausgelöst hat.

Die von Benko gegründete Signa-Gruppe ist in den vergangenen Monaten im Zuge gestiegener Zinsen, Energiepreise und Baukosten ins Wanken geraten. Die Dachgesellschaft Signa Holding hatte zuvor ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Die Immobilien- und Handelsgruppe besteht aus einem komplexen Firmengeflecht mit mehreren Hundert Einzelfirmen. Dazu gehören eine Online-Sporthandelssparte und eine Immobilienverwaltungseinheit in Deutschland. Sie haben ebenfalls Insolvenz angemeldet. Die Warenhausgruppe Galeria Karstadt Kaufhof gehört ebenfalls zu Benkos Geschäftsfeld.

René Benko
René Benko

Laut unterschiedlichen Medienberichten sollen auf der Gläubigerliste über 270 Einträge stehen. Schon recht früh wurde bekannt, dass darunter wohl auch deutsche Banken sein dürften. Das Online-Portal „Bloomberg“ hat nun recherchiert, dass mindestens neun Sparkassen aus Deutschland betroffen sind. Auf der Liste stehen demzufolge auch die Sparkasse Südwestpfalz und die Sparkasse Südpfalz.

Aus den Gerichtsunterlagen zum Insolvenzverfahren der Signa Holding, die „Bloomberg News“ einsehen konnte, geht allerdings nicht hervor, wie hoch die einzelnen Verbindlichkeiten sind.

Die Sparkasse Südwestpfalz verweist auf Anfrage der RHEINPFALZ auf das Bankgeheimnis und will laut einer Sprecherin „keine Aussagen zu einem laufenden Insolvenzverfahren treffen“. Unabhängig davon bilde die Sparkasse für im Kreditgeschäft mögliche Ausfälle adäquate Vorsorge. Bedingt durch die derzeitige konjunkturelle Gesamtsituation sei über alle Kundengruppen hinweg zusätzlich eine erhöhte Risikovorsorge vorgenommen worden. Aufgrund der guten Ertragslage sei die Gesamtsituation für die Sparkasse Südwestpfalz trotz allem sehr gut. Über das übliche Maß hinausgehende Auswirkungen bezüglich der Verwendung des Jahresüberschusses für Eigenkapitalbildung und Ausschüttung, sind der Sprecherin zufolge nicht erkennbar.

Die Pleite der Signa-Holding könnte die finanzierenden Banken durchaus belasten. So hat die US-Ratingagentur Moody’s gewarnt, dass die Insolvenz sich auf Kreditqualität und Profitabilität einiger Banken in Deutschland, Österreich und der Schweiz auswirken werde. Inwiefern dass bei der Sparkasse Südwestpfalz der Fall ist, bleibt noch offen.

Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens durch die Signa Holding zeigt der Wirtschaftsauskunftei Creditreform zufolge, wie schwierig die Lage für Projektentwickler und Bauträger geworden ist. Der Bau- und Immobiliensektor hat seit Beginn des Ukraine-Krieges mit gestiegenen Kosten sowie höheren Zinsen zu schaffen. Mit 81 Pleiten je 10.000 Unternehmen hat die Baubranche derzeit die höchste Insolvenzquote in Deutschland. Creditreform rechnet mit deutlich mehr Firmenpleiten im laufenden Jahr und einem weiteren Anstieg 2024.

Noch mal zurück zur Milliardärsliste: Bereits im November war Benko von Platz 425 auf Rang 1105 abgerutscht. Binnen weniger Monate war sein Vermögen den Angaben zufolge um mehr als die Hälfte geschrumpft – von rund sechs Milliarden auf 2,8 Milliarden Dollar.

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