Pirmasens
Automaten für Binden und Tampons in den Schulen
Die Integrierte Gesamtschule Landau war der Vorreiter. Im Pirmasenser Leibniz-Gymnasium gibt es seit Januar den ersehnten Tamponspender, allerdings in der Version eines kleinen Wandschranks. Den haben die Schülervertreterinnen in Eigenleistung organisiert.
„Anfangs gab es Probleme“, gibt Schulleiter Mohr zu. Die kostenlosen Hygieneartikel seien von Mädchen in die Toiletten geworfen worden, die dadurch verstopften. „Jetzt wird das Depot nicht mehr komplett gefüllt, sondern nach und nach aufgefüllt“, erzählt Mohr. Finanziert wurde das Schränkchen in der Luisenstraße durch den Plätzchenverkauf der Schülerinnen und durch die Spende einer Klasse, berichtet Katharina Auer, eine Schülerin der 12. Klasse und Mitglied der Schülervertretung. 130 Euro wurden für den kleinen Wandschrank benötigt, der als Depot für Hygieneartikel dient. Um die Auffüllung kümmern sich die jungen Frauen selbst, so Auer. Auch um die Beschaffung der Tampons und Binden.
Im Kant-Gymnasium hängt ein Automat
Auch im Immanuel-Kant-Gymnasium gibt es seit circa einer Woche einen Tamponspender, dort allerdings in Form eines Automaten. „Dazu haben wir mit der Schülervertretung ein eigenes Konzept entwickelt“, berichtet Schulleiter Josef Traub, denn am Kant gibt es Hygieneartikel gegen Bezahlung. Vier Tampons kosten einen Euro, eine Binde 50 Cent. Falls eine Schülerin kein Geld dabei hat, kann sie das im Sekretariat bekommen. 380 Euro kostete der Hygieneartikelautomat, der vom Schulverwaltungsamt finanziert wurde. Bei Bezahlung der Erstfüllung sei der Förderverein der Schule eingebunden gewesen, sagt Traub. 1000 Euro seien investiert worden. Das Gute, findet er: Danach finanziere sich der Automat von selbst.
Am Hugo-Ball-Gymnasium gibt es einen solchen Automaten nicht, weil sich das Thema Hygieneartikel nie als Problem dargestellt habe, berichtet Iris Joas, Sekretärin am Hugo-Ball-Gymnasium. Wenn junge Frauen Bedarf haben, können sie im Sekretariat Hygieneartikel bekommen. „Wir sind da gut ausgerüstet“, sagt Joas. Das bestätigt Sportlehrerin Meike Gries, die auch in der Turnhalle für solche Fälle vorbereitet ist. Dennoch gebe es eine Initiative von Seiten der Schülervertretung, sagt Schulleiter Ulrich Klein, die stecke allerdings in den Kinderschuhen. „Wenn wir unseren Schülerinnen mit einem erweiterten Angebot helfen können, werden wir dies selbstverständlich tun“, ergänzt er.
Noch kein Thema in der Berufsbildenden Schule
Von eventuellen Tamponspendern weiß Markus Kiefer, stellvertretender Direktor der Berufsbildenden Schule Pirmasens, nichts. Weder von der Stadt, vom Land, dem Schulträgerausschuss oder interner Seite sei das Thema angesprochen worden. „Wenn dem so wäre, würden wir das forcieren und umsetzen“, betont er. Intern sei es aber noch kein Thema gewesen. Auch weiß Kiefer nichts von einem Depot im Sekretariat. Hygieneartikel würden offenbar nicht nachgefragt. Wer weiß, vielleicht mit der Eröffnung des A-Gebäudes, das komplett saniert wurde und im September eröffnet wird. Von Belang seien bisher allerdings nur Seifen- und Handtuchspender gewesen.
Liliane Fremgen, Schulleiter der Landgraf Ludwig Realschule Plus, möchte einen Tamponspender unbedingt. Nur nicht mehr im alten Gebäude, wohl aber in die neuen Räumlichkeiten. „Dass junge Frauen keine Hygieneartikel dabei haben, kommt bei uns schon öfter vor“, erzählt sie. Das sei bisher kein Problem gewesen, weil sie selbst ein Depot an Binden und Tampons im Büro habe. Sogar eine Wärmflasche könnten sich dort Schülerinnen leihen. Der große Vorteil an einem Spender sei die Anonymität, findet Fremgen. Und die würden Mädchen schätzen, wenn sie ihre Tage haben. „Mit einem Spender hätten die Mädchen direkt auf der Toilette Zugriff auf Hygieneartikel“, sagt sie – und das sei ein großer Vorteil. Ein Automat solle es für die Realschule schon sein, damit „niemand darin rumfingern kann“. Die Schulleiterin kann sich gut vorstellen, dass der Förderverein der Schule in dieses Thema eingebunden wird. Da sie gerade die Ausstattung für die neue Schule zusammenstelle, komme das Thema zur rechten Zeit. Und wenn das Schulverwaltungsamt die Finanzierung übernehme, sei dies umso besser.
Finanzierung ist Aufgabe des Schulträgers
„Wenn wir Menstruationshygieneprodukte in Schulen bereitstellen wollen, werden wir auch die Finanzierung bewerkstelligen“, informierte Stefanie Rothhaar, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, bei anderer Gelegenheit. Die Automaten würden eindeutig in die Rubrik Grundausstattung fallen, die Finanzierung sei somit vom Schulträger zu bewerkstelligen.