Pirmasens „Am Klavier bin ich talentierter“

Placeholder-Image

Als „Classic Revolution Open Air“ hat der Geigenstar David Garrett seine Tournee betitelt, die ihn am Freitag, 26. Juni, mit einem Crossover-Programm aus Klassik, Rock und Pop auch auf die Festwiese am Bostalsee bei St. Wendel führt. Im Gefolge hat Garrett nicht nur seine Band und das Orchester der Neuen Philharmonie Frankfurt sondern auch die junge Pianistin Valentina Babor, mit der sich unser Redakteur Christian Hanelt unterhielt.

Spielen Sie im Vorprogramm oder sind Sie in das Programm von David Garrett eingebunden?

Wir spielen zwar auf meinem Album zwei Titel zusammen, aber nicht auf der Tournee. Ich beginne das Konzert mit einem kleinen Vorprogramm, bei dem ich drei Titel präsentiere: „Children“ von Robert Miles, „I Believe I Can Fly“ von R. Kelly und „When The Rain Begins To Fall“ von Jermaine Jackson. Ist das stilistisch auch ein Querschnitt dessen, was Sie für Ihr Debütalbum aufgenommen haben? „Piano Princess“ ist ein Crossover-Album, das heißt, es sind sehr viele Stile darauf vertreten – natürlich sind auch einige klassische Stücke dabei, weil ich ja eigentlich aus der Klassik komme. Und wir haben zum Beispiel bei „When The Rain Begins To Fall“ das Finale aus der „Mondscheinsonate“ von Beethoven eingearbeitet. Das Album wurde von David Garrett produziert. Welchen Einfluss hatte er auf Ihre Musik? Er hatte überhaupt die Idee, dieses Album zu produzieren und hat dann mit seinem Arrangeur die Arrangements geschrieben. Aufgenommen haben wir in New York – auch da war David dabei. Er hat mir viele Tipps gegeben und konnte mir sehr helfen. Wer hat die Stücke für das Album ausgewählt? Jeder von uns hatte Vorschläge – meine kamen mehr aus dem klassischen Bereich. Die besten Titel haben wir dann mit der Plattenfirma ausgewählt und geschaut, ob sich das in einem Arrangement überhaupt umsetzen lässt. Es ist manchmal nicht so einfach, Songs mit einer Gesangsstimme auf das Klavier zu übertragen und das möglichst auch so, dass ich zeigen kann, was ich am Klavier kann. Warum singen Sie nicht? Ich hatte tatsächlich mal Gesangsunterricht, aber auch den eher im klassischen Bereich. Ich habe das nicht weiter verfolgt, denn ich glaube, dass ich am Klavier talentierter bin. Aber wer weiß, vielleicht traue ich mich ja irgendwann mal wieder zu singen. Wenn man einen Blick auf Ihr Repertoire wirft, scheinen Sie eine Vorliebe für Mozart zu haben? Das stimmt, obwohl ich nicht nur einen Lieblingskomponisten habe. Aber Mozart liegt mir sehr gut. Mein Traum war es schon immer, alle seine Klavierkonzerte einmal mit einem schönen Orchester aufzunehmen. Open Airs wie auf dieser Tournee sind für klassische Musiker eher ein ungewöhnlicher Rahmen. Das ist vor allem deshalb ungewöhnlich, weil es eigentlich keine Akustik gibt wie in einem Konzertsaal. Es geht alles über Lautsprecher, was am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig ist. Ich hatte die ersten zwei Male wirklich Schwierigkeiten und bis heute passieren immer wieder Kleinigkeiten – aber daran muss man sich gewöhnen. Bitte nennen Sie drei Gründe zum Konzert an den Bostalsee zu kommen. David Garrett ist wirklich toll. Er ist ein phänomenaler Geiger – man kann es nicht anders sagen. Zweitens glaube ich, dass die Titel, die ich aus meinem Album präsentiere sehr schön sind und ein schöner Vorgeschmack auf das sind, was da am 10. Juli veröffentlicht wird. Und ich glaube, dass auch die Locations sehr schön sind – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Infos Einlass ist ab 18 Uhr, das Konzert beginnt um 20 Uhr. Karten gibt es ab 54,50 Euro auch unter Telefon 0651/970550.

x