Pirmasens Allein im Erdbeerkorb
Ja, das stimmt. Ich bin mit der Musik der „Beatles“, von „Pink Floyd“ und „Led Zeppelin“ groß geworden. Ich kannte nicht nur Musik aus dem Radio oder von der Kassette. Genauso präsent war auch die Live-Musik in meinem Elternhaus. Das war herrlich. Mit 14 Jahren stand für mich fest: Ich will Sängerin werden. Ich fing dann in der Schülerband „The Cave“ unter der Leitung von Dieter Geisinger zu singen. 2008 sind Sie dann nach Irland umgezogen. Hatte das auch mit der Musik zu tun, und was haben Sie dort erlebt? Wie es zum Umzug nach Irland kam ist eine sehr lange Geschichte. Bevor ich im Dezember 2008 den Schritt in dieses Abenteuer wagte, war ich schon dreimal in Irland gewesen. Einmal mit der Schulklasse, dann mit einem Filmteam von RTL zusammen mit meinem Vater und schließlich noch einmal mit meiner besten Freundin Melissa und dem Rucksack. Diese dritte Irland-Reise war so frei und wunderschön! Das wollte ich für immer haben. Damals war ich 19 Jahre alt. Ich war zuvor schon fünf Jahre mit meinem Vater in den Pubs unterwegs und die Pubertät war in vollem Gange. Ich wollte nach Dublin fliegen und dann ohne Geld und ohne Plan sehen, wie ich über die Runden komme. Meine Mama hat mich überredet, als Au-pair nach Irland zu gehen. So ging ich nicht ganz so planlos wie ich es mir erhofft hatte dort hin. Aber immerhin ohne Rückflugticket. Und Au-pair blieb ich auch nicht lange. Ich blieb zwei Jahre lang in Galway. Hier lernte ich Gitarre zu spielen, sammelte sehr wertvolle Erfahrungen mit der Straßenmusik, die man dort als Busking bezeichnet. Und mein Sohn Merlin, der mittlerweile acht Jahre alt ist, ist da zur Welt gekommen. Ich habe die Menschen in Irland in meinem Herzen und muss ehrlich sagen, die Offenheit und Herzlichkeit, die ich von den Iren immer wieder erfahren darf, ist unübertrefflich. Haben Sie damals schon von der Musik leben können? Ich habe tatsächlich von der Musik gelebt. Man könnte fast sagen „vom Gitarrenkoffer in den Mund“. Ich habe jeden Tag stundenlang Musik gemacht. Bei Regen unter irgendeinem Dach und ansonsten auf der Straße oder auch in einigen Pubs. Ich hatte aber großes Glück. Ein sehr guter Freund ließ mich sehr preiswert bei sich wohnen. Da hatte ich ein Zimmer für mich und alles andere teilten wir. Es war wunderbar. Wann und warum sind Sie dann wieder nach Deutschland zurückgekommen? Im Februar 2011 kam ich mit meinem Sohnemann, der damals gerade einmal eineinhalb Monate alt war, zurück nach Deutschland. Anlass war, dass Merlin mein erstes Kind ist und ich zu meiner Mama wollte. In Irland hatte ich keine Familie und meine Freunde dort hatten alle keine Kinder. In Deutschland hingegen konnte ich mich auf die Hilfe meiner Eltern und deren Erfahrungen stützen. Es sollte nicht für immer sein. Nach einiger Zeit wollte ich wieder zurück nach Irland, aber der Zeitpunkt ist noch nicht gekommen. Was gibt es über das Projekt „Strawberrie“ zu berichten? „Strawberrie“ ist ein genreübergreifendes Projekt. Es geht um alles, was im Leben Kunst ist. Natürlich steckt in „Strawberrie“ die Sängerin, die mit 14 anfing, mit ihrem Vater zu singen, die aus Lemberg nach Irland zog, die die Tochter vom Jupp ist und so weiter. Aber „Strawberrie“ ist eigentlich eine Philosophie. Sie ist lustig und stark, wenn ich es nicht bin. Nicht falsch verstehen, ich habe keine gespaltene Persönlichkeit oder so, aber ich habe eine Geschichte – und die ist „Strawberrie“. Zu aktuellen Aufnahmen gibt es zur Zeit nichts zu berichten. Vielleicht bleiben sie auch für immer geheim. Ich arbeite daran. „Sweet Little Angel“ kann man übrigens im Internet auf YouTube anhören. Auch das ist „Strawberrie“. Können Sie sich vorstellen, auch in einer Band zu spielen oder möchten Sie ausschließlich als Solo-Künstlerin arbeiten? Zurzeit gibt es etwas ähnliches. Seit etwa einem Jahr bin ich fast jedes Wochenende mit ein paar Musiker-Freunden in Pfälzerwald-Häusern unterwegs. Wir spielen dann, was uns und den Leuten gefällt. Wir werden nicht bezahlt und entscheiden selbst, wann, wie und wo. Es ist einfach herrlich frei. Auf Facebook gibt es die Gruppe „Rock’n Pfälzerwald mit Strawberrie“. Dort gebe ich unsere Ziele für diejenigen bekannt, die gerne dabei sein wollen. Es macht viel Spaß! Aber „Strawberrie“ bleibt solo. Es geht hier eben um den Menschen Sarah Simon. Infos —Mehr zur Musikerin Sarah Simon steht im Internet auf der Webseite https://www.facebook.com/SarahStrawberrieSimon/. —Das nächste Konzert von Sarah Simon findet am 1. Juni im Rahmen des TVL Turnfests des Turnvereins Lemberg statt. Konzertbeginn 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.