FUSSBALL
Abschied nach neun Jahren: Hammanns letztes Regionalligaspiel für den FK Pirmasens
Das neue Haus hat der „Jung-Ehemann“ mit seiner erst im September angetrauten Frau bereits bezogen. Doch wartet da schon noch ein bisschen Arbeit. Alleine Kopfarbeit ist gefragt, weil der 29-Jährige momentan mitten im Prüfungsstress steckt. Sascha Hammann ist bei der Stadtverwaltung Kaiserslautern angestellt – und qualifiziert sich gerade weiter. Ausgerechnet in der Woche vor und nach dem 21. Mai, dem Tag des Verbandspokalfinals zwischen seinem FKP und dem TSV Schott Mainz, stehen für den angehenden Verwaltungsfachwirt Prüfungen an. Na, da käme doch ein fettes Erfolgserlebnis mittendrin wohl gerade recht.
Dienstältester mit Becker
Darauf hofft der 29-jährige Dauer- (b)renner inständig. Ja klar, welcher Fußballer will nicht gern in der Stunde des Triumphs Adieu sagen. Erst recht, weil das ein dickes Trostpflaster für alle vom Abstieg gebeutelten Akteure wäre. Vor allem auch für Hammann, der gemeinsam mit David Becker der Dienstälteste im aktuellen Kader ist. Kurios: Als Hammann erstmals in einem Pflichtspiel Blau und Weiß trug, standen beim Gegner drei spätere Mitspieler auf dem Platz.
Als „die Klub“ am 27. Juli 2013 zum Oberliga-Saisonauftakt die SV Elversberg II empfing, verteidigte Neuzugang Sascha Hammann links, während Debütant David Becker, gerade von Borussia Neunkirchen gekommen, als Innenverteidiger agierte. Bei der SVE II bildeten zwei künftige Pirmasenser die Abwehrzentrale: Moritz Zimmer und Salif Cissé. Sie und Torhüter Daniel Kläs, der später ebenfalls auf die Husterhöhe wechselte, konnten den 3:0-Sieg des späteren Oberliga-Meisters nicht verhindern. Für Hammann, damals 20, war die Partie trotz Auswechslung in Minute 77 ein Einstand nach Maß. Er hatte vom Saisonanpfiff weg seinen Stammplatz, feierte Meistertitel und Aufstieg in die Regionalliga.
„Keine Selbstverständlichkeit“
In sieben seiner neun FKP-Saisons hat Hammann in der vierthöchsten Klasse agiert. Der Abstieg 2016/2017 war bitter, konnte aber sofort repariert werden – und die Aufstiegsspiele gerieten zu einem schönen Erfolgserlebnis. Von denen gab es reichlich, wie Hammann betont. Mal abgesehen davon, dass eine Meisterschaft, zwei Regionalliga-Aufstiege sowie der Verbandspokalsieg ganz besondere Momente waren: „Für den Verein, die Mannschaft, für mich war jede Saison ein Erfolg, in der wir in der Regionalliga dringeblieben sind. Es wird ja im Umfeld gerne mal vergessen: Für den FKP ist die Regionalliga keine Selbstverständlichkeit.“
Zurück nach Rodenbach
Ab Juli führt der Wahl-Weilerbacher als Spielertrainer beim SV Rodenbach Regie – jenem Verein, den er vor neun Jahren in Richtung Pirmasens verlassen hat. Im letzten Heim- und vorletzten Pflichtspiel der Saison - gleichsam dem letzten Regionalligaspiel auf nicht absehbare Zeit – kreuzt „die Klub“ ausgerechnet mit Pokalfinalgegner Schott Mainz die Klingen.
Klar, er will sich vorm Endspiel taktisch nicht zu tief in die Karten schauen lassen und „deshalb vielleicht das ein oder andere ausprobieren“, sagte FKP-Trainer Kevin Stotz am Freitag. Mit halber Kraft auftreten, das könne allerdings nicht funktionieren. Das Lazarett hat sich gelichtet. Nur Becker kann definitiv nicht spielen.
Pokalfinale terminiert
Das Verbandspokalfinale des FKP gegen Schott Mainz am Samstag, 21. Mai, in Weingarten wird um 14.15 Uhr angepfiffen. Sitzplatzkarten – der FKP hat nur ein sehr begrenztes Kontingent – gibt es nur am Samstag, 7. Mai, ab 13 Uhr im Sportpark Husterhöhe auf der Haupttribüne beim letzten Regionalliga-Saisonspiel. Präsident Jürgen Kölsch: „Stehplatzkarten haben wir genug.“