Pirmasens
Abenteuerliche Busfahrten und junge Schlagerfans: Rückblick auf die Hexentour
Die Eröffnung der vierten Auflage der Hexentour fand im Musikclub Z1 statt, der nach der Wiedereröffnung im Dezember in seinen neuen Räumen deutlich mehr Platz bietet als vorher. Oberbürgermeister Markus Zwick zeigte sich in seiner Begrüßungsansprache erfreut darüber, dass das Z1 in diesem Jahr wieder mit von der Partie war. Über diese Tatsache freuten sich auch die Pirmasenser, weswegen sie den Musikclub am Sonntag so zahlreich ansteuerten, dass dort bereits kurz nach dem Startschuss wegen Überfüllung niemand mehr eingelassen werden konnte.
Später verteilte sich das Publikum dann auch auf die anderen beteiligten Lokale, sodass ein Besuch des Z1 wieder möglich wurde. Das war auch gut so, denn viele wollten beim Auftritt der Band The Rocking Tones dabei sein. Lead-Sänger und Gitarrist Patric Schwab, Markus Semmet (ebenfalls Gitarre und Gesang), Rüdiger Blügel (Bass), Dirk Buchmann (Schlagzeug) und Thomas Kunz (Saxofon) luden mit ihrem breiten Spektrum an populären Songs aus den Genres Rock ’n’ Roll, Rockabilly, Ska, Swing, Punk und Pop zum Tanzen und Mitsingen ein und sorgten für beste Stimmung.
Im Brauhaus muss niemand hungern
In Kuchems Brauhaus trat die Gruppe San Salvador aus dem Raum Kusel auf, die mit heißem Rock und faszinierendem Soul um die Gunst des Publikums warb und die Erwartungen nicht enttäuschte. Voller Energie musizierten die fünf Musiker, wobei vor allem ihr mehrstimmiger Gesang die Songs zu etwas Besonderem machte. Während im vergangenen Jahr bereits um 21.30 Uhr an Essen nicht mehr zu denken war, war es in diesem Jahr nicht ganz so voll im Brauhaus, und ein gut aufgestelltes Servicepersonal wurde der Herausforderung gerecht.
Die Caramba Tex-Mex-Bar, die im vergangenen Jahr pausieren musste, war diesmal wieder dabei. Der Limbo-Dance-Wettbewerb von Uwe Hauser, der vor der Bar stattfand, und die Band Sauvage im Inneren ließen auch in der Bahnhofstraße Feierstimmung aufkommen. Die karibischen Klänge passten perfekt zum Ambiente. Reggae, R&B, Pop und Songs aus den Charts erhielten ein neues Kleid.
Viele junge Leute feiern den Schlager
Ganz andere Musik wurde im Dauweschlag abgefeiert: Die Palomas aus Rastatt, die sich dem guten alten Schlager verschrieben haben, schufen mit Gitarre, Keyboard und Gesang eine ausgelassene Volksfestatmosphäre. Wer dachte, diese Musik sei nur für das ältere Publikum interessant, musste staunend feststellen, dass auch sehr viele junge Leute dort anzutreffen waren. Gleiches galt für die Schlagerparty in der Kneipe Zum Bitburger, wo im Laufe des Abends die Scheiben beschlugen und sich eine Einlassschlange bildete. Im Bierbrunnen wiederum wurden Songs aus den 1970er und 1980er Jahren aufgetischt – und zwar vom Pirmasenser Singer-Songwriter Harald Andre.
Wieder mit von der Partie war auch das zuvor lange geschlossene Irish Pub. Platz für eine größere Formation gibt es dort nicht, aber man konnte sein Guinness unter den Klängen genießen, die das Zweibrücker Duo The Red Couch erzeugte. Pepe Pirmann und Markus Wille präsentierten stimmungsvolle akustische Coverversionen bekannter Rocksongs.
Abenteuerliche Busfahrten
Keine Live-Musik, dafür aber leckeres Essen gab es in der Habibi Shisha-Bar und im Il Toro. Unglaublich gute Musik hingegen bot Eddi’s Kellerei: Dass zwei Männer mit tollen Stimmen, zwei Gitarren und einem Tamburin mindestens so gut rocken können wie eine komplette Band, bewiesen dort Andy Lübbert und Stefan Glass von Pirm Jam. Die beiden erfahrenen Musiker brachten das Kellergewölbe zum Kochen.
Um zu den Lokalen auf der Husterhöhe zu gelangen, kam man um eine Fahrt mit einem der Hexentour-Busse nicht herum – und das war mit Sicherheit das größte Abenteuer des Abends. Die Busse waren nämlich so rappelvoll, dass an keiner der Haltestellen alle Wartenden mitgenommen werden konnten, was zu Kämpfen ums Ein- und Aussteigen führte. Was es bedeutet, in einem überfüllten Bus mit lauter DJ-Musik, umringt von hopsenden Partygängern, die lauthals „Layla“ grölen, durch die Kurven zu brettern, ist nicht zu beschreiben. Das muss man einfach selbst erlebt haben. Das Glück, einen Sitzplatz zu ergattern und während der Fahrt aus dem Fenster schauen zu können, hatte Eva, die aus dem Saarland zusammen mit ihrem Mann extra für die Hexentour angereist war: „Ich frage mich, woher das Gerücht kommt, dass Pirmasens keine schöne Stadt sei“, sagte sie. „Ich bin mit dem Bus an vielen sehr schönen Stellen vorbeigekommen – und die Stimmung hier ist sowieso einmalig.“
Gute Besucherzahl hat sich abgezeichnet
Das Geschehen verlagerte sich im Laufe des Abends zunehmend auf die Husterhöhe. Bei der Mallorca-Party im Foyer des Framas Stadions und mit Beginn der Aftershow-Party im Quasimodo wurde es erst so richtig voll. Das zu Beginn der Tour entfachte Hexenfeuer war zu diesem Zeitpunkt bereits abgebrannt, Wolfgang Matheis hatte seine Gitarre längst wieder eingepackt. Ebenso füllte sich das Lager 14 erst spät, was sehr schade war, denn der Musiker Jan-Luca Ernst hätte mehr Zuhörer verdient gehabt.
Trotz der vielen Besucher und des Alkohols, der natürlich auch reichlich floss, blieb bis zum Ende der Hexennacht alles friedlich und fröhlich. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Tour-Organisator Jürgen Kölsch. Bereits im Vorverkauf habe sich eine sehr gute Besucherzahl abgezeichnet. Kölsch habe mit rund 3000 Besuchern gerechnet, letztlich seien es 3500 geworden.