Pirmasens 13 Bungalows im Schachen geplant
Schon wieder ist ein Neubauprojekt für Pirmasens angekündigt: Die Energiebau Ramstein GmbH plant in der Schachenstraße direkt hinter dem Sitz der Agentur für Arbeit einen Wohnpark. Entstehen sollen 13 Einzelhäuser, die neueste Energiestandards miteinander verknüpfen.
Das Projekt wurde bereits auf der Messe „Kreativvitti“ angekündigt. Energiebau-Geschäftsführer Hans Kennel sagte auf Nachfrage, sein Unternehmen, das in Pirmasens eine Projektgesellschaft gründen wolle, stehe noch am Anfang, demnächst solle zunächst das 8000 Quadratmeter große Gelände von der Stadt erworben werden. Entstehen sollen dann 13 Bungalows auf Grundstücken zwischen 340 und 850 Quadratmeter. Das Areal, auf dem zuletzt Baustoffe und Mülltonnen gelagert wurden, liegt seit 20 Jahren brach. Früher gehörte es der Post und war Standort der gelben Busflotte. Kennel kündigte an, die Häuser würden zwar nicht energieautark, dank innovativer Technik lasse sich aber 80 Prozent Energie einsparen: „Wir kombinieren energetische Möglichkeiten, die man kennt“, erläutert Kennel, der nach eigenen Angaben seit 40 Jahren in der Immobilienbranche tätigt ist und vor zwei Jahren die Energiebau GmbH gegründet hat, die derzeit auch in St. Wendel und Altenglan baut. Gas und Öl spiele in dem Neubauprojekt keine Rolle mehr. Stattdessen plane er mit Photovoltaiksystemen, die in die Dachziegel integriert sind, Windturbinen auf dem Dach sowie einer Geothermieheizung, für die nur 30 Meter in die Tiefe gebohrt werden müsse. Zudem sollen die Häuser miteinander vernetzt werden, mit dem Ziel, den selbst erzeugten Strom auch dem Nachbarn zugänglich zu machen. Die Häuser sollen zwar schlüsselfertig, aber nach Wunsch der Bauherren errichtet werden. „Es müssen nicht alle Häuser gleich aussehen“, so Kennel, nach dessen Angaben es für das Areal keinen Bebauungsplan gibt und auch anderthalbgeschossig gebaut werden kann. Geht es nach Kennel, wird das Gelände demnächst gekauft, dann müssten Bestandsgebäude abgerissen und das Areal müsse erschlossen werden. Ein Baubeginn in diesem Jahr sei unrealistisch. Zumal eventuell noch Altlasten weggebaggert werden müssten. Zum Kaufpreis wollte Kennel noch nichts sagen. Das sei zu früh, zumal der Energiemarkt ständig in Bewegung sei. Laut Projektentwickler Patrick Buch hat eine Marktanalyse ergeben, dass in Pirmasens qualitativ hochwertige neue Einfamilienhäuser Mangelware sind. „Es gibt zwar einen großen Leerstand in der Stadt, aber vieles, was leersteht, ist nicht mehr markttauglich“, sagte er. OB Bernhard Matheis betonte, das Leben in der Stadt werde eine Renaissance erleben und gegenüber den ländlichen Gebieten wieder an Boden gewinnen. Es gehöre deshalb zu den zentralen Herausforderungen, ausreichende Wohnangebote in hoher Qualität bereitzustellen. Eine Entwicklung im Schachen lag Matheis schon länger am Herzen, wobei es bislang die Idee gegeben hatte, dass die Stadt das Gelände selbst entwickelt. Vorzüge des Schachens sind für den Verwaltungschef die Nähe zum Bahnhof und die fußläufige Entfernung zur Innenstadt. Das Areal ist als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Details für die bauliche Nutzung sollen in einem städtebaulichen Vertrag geregelt werden. In der Nachbarschaft plant der Kaiserslauterer Investor Jörg Schattner den Abriss der früheren Schuhfabrik Itt und den Bau von Stadthäusern.