Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Vinningen: Bion 300 Kilometer vor dem Nordkap

Lukas Bion ist seinem Ziel, dem Nordkap, nah.
Lukas Bion ist seinem Ziel, dem Nordkap, nah. Foto: Bion/frei

Das große Ziel rückt näher. Lukas Bion ist auf seinem rund 5000 Kilometer langen Fußmarsch von Vinningen zum Nordkap auf der Zielgeraden. Am 29. August hat der 29-Jährige das Dreiländereck Finnland-Schweden-Norwegen passiert. Inzwischen ist der angehende Sport- und Mathematiklehrer in Kautokeino angekommen. Nur noch 350 Kilometer hat er bis zum Nordkap zurückzulegen.

VINNINGEN/KILPISHALLI. „Ich denke, wenn’s so läuft, wie ich es mir vorstelle, dass ich in höchstens zwei Wochen ankommen werde“, sagt der Abenteurer erfreut. Und er erinnert daran, dass er das ganze Unternehmen, zu Fuß zum Nordkap zu laufen, für einen guten Zweck auf sich nimmt: Er sammelt Spenden für das Kinderhilfswerk Unicef.

Neue Schuhe für die Schlussetappe

Das Dreiländereck erreichte Lukas Bion bei strömendem Regen am Donnerstag, 29. August. „Es befindet sich in einem See, zu dem ein kleiner Steg führt. Am Ende ist ein großer gelber Betonklotz zu sehen“, beschreibt er den letzten neuralgischen Punkt vor dem Nordkap.

In einem Sportgeschäft hat er sich ein paar neue Sportschuhe gegönnt, während er seine „Powerbanks“ geladen hat. Das sind Akkus, die das Handy mit frischem Strom versorgen, wenn gerade keine Steckdose greifbar ist. „Ich möchte nicht riskieren, dass mir irgendwo im nirgendwo die Sohle flöten geht, und eine neue Dämpfung ist mir sehr lieb“, erklärt Lukas Bion den Einkauf.

Beim Flicken des Rucksacks bricht die Nadel

Auf der Strecke kreuzen immer wieder Rentiere den Weg von Lukas Bion. Nach einer Übernachtung im Zelt im finnischen Kilpishalli folgte am Freitag, 30. August, eine Wanderung nach Meekonjärvi. Auf dem Weg dahin kam Bion am höchsten Berg Finnlands, dem Haltitunturi mit immerhin 1324 Metern, vorbei. „Ein Muss für jeden Finnen und auch für mich“, berichtet er der RHEINPFALZ. Es war der 110. Tag seiner Wanderung. Bei Starkregen in einer Schutzhütte sitzend, bemerkte er, dass sein Rucksack komplett aufgerissen und folglich durchnässt war. Ein Abenteurer hat natürlich immer Nadel und Garn zur Hand, doch sollte die Nadel eigentlich nicht brechen. So geschehen in diesem Fall. Eine Ersatznadel war allerdings schnell organisiert.

„Lauf Lukas, lauf bis zum Nordkap“

„Schon ein überwältigendes Gefühl, so weit gekommen zu sein“, sagt Lukas Bion. Der junge Mann, der sich sonst mit Eigenlob zurückhält, zeigte erstmals ein Anflug von Stolz. Nach wie vor ohne jeden erkennbaren Druck spult er Etappe für Etappe ab. Rund 4700 Kilometer zu Fuß hat er geschafft, die restlichen 300 scheinen daher eher einem Zieleinlauf auf dem roten Teppich zu gleichen.

Da keimt dann auch als Autor, der die Reise des Vinningers seit Monaten begleitet, Stolz auf, Stolz auf einen Jungen aus der Südwestpfalz, der im Kleinen Großes für einen guten Zweck leistet: „Lauf Lukas, lauf bis zum Nordkap!“

Beeindruckende Landschaft bei Rostahytta und Goldahytta in der Region Indre Troms.
Beeindruckende Landschaft bei Rostahytta und Goldahytta in der Region Indre Troms. Foto: Bion/ Frei
Lukas Bion am Dreiländereck Schweden, Finnland und Norwegen.
Lukas Bion am Dreiländereck Schweden, Finnland und Norwegen. Foto: Bion/Frei
Die Stelle markiert das Dreiländereck von Norwegen, Finnland und Schweden.
Die Stelle markiert das Dreiländereck von Norwegen, Finnland und Schweden. Foto: Bion/frei
Das finnischen Kilpis hat Lukas auf der Reise in Richtung Nordkap durchwandert.
Das finnischen Kilpis hat Lukas auf der Reise in Richtung Nordkap durchwandert. Foto: Bion/frei
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