Zweibrücken Fashion Outlet soll größer werden: Widerstand aus dem Saarland

Knapp vier Millionen Kunden besuchten 2023 das Fashion Outlet Zweibrücken. Die Ausbaupläne um weitere 40 bis 50 Läden sind Nachb
Knapp vier Millionen Kunden besuchten 2023 das Fashion Outlet Zweibrücken. Die Ausbaupläne um weitere 40 bis 50 Läden sind Nachbarstädten im Saarland ein Dorn im Auge.

Die saarländischen Städte Homburg, Neunkirchen und Saarbrücken haben Widerspruch gegen den Bescheid der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) über den Ausbau des Fashion Outlets Zweibrücken eingelegt.

Die SGD wacht als Mittelbehörde des rheinland-pfälzischen Innenministeriums über die Landesplanung und entscheidet unter anderem über die Zulässigkeit großflächiger Einzelhandelsprojekte. Im Fall des Fashion Outlets Zweibrücken hatte die SGD nach gut eineinhalbjähriger Prüfung im vergangenen August entschieden, dass das 2001 eröffnete Hersteller-Verkaufszentrum unter Auflagen um 8500 Quadratmeter Verkaufsfläche auf dann 29.500 Quadratmeter ausgebaut werden darf. Zu den jetzt 120 Shops und Restaurants sollen nach Plänen des niederländischen Betreibers Via Outlets 40 bis 50 weitere, vor allem Luxusmarken, hinzukommen und damit die Anziehungskraft des zweitgrößten deutschen Outlets über die Grenzen der Region hinaus gesteigert werden.

Scharfe Kritik aus Neunkirchen

Via Outlets und der interkommunale Zweckverband Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken arbeiten zurzeit an der Neufassung eines Bebauungsplans und städtebaulicher Verträge, über die die Auflagen der SGD umzusetzen sind. Erst diese noch ausstehenden Rechtsakte waren vielfach als Grundlage für angekündigte Klagen erachtet worden. Etwa behielt sich die Nachbarstadt Pirmasens eine Klage aufgrund des dann vorliegenden, neuen Bebauungsplan vor dem Verwaltungsgericht vor. Kaiserslautern hingegen entschied im November, nicht juristisch gegen den Outlet-Ausbau vorgehen zu wollen.

Neunkirchens Oberbürgermeister Jörg Aumann (SPD) hatte unmittelbar nach dem Erlass den Bescheid der SGD vom August scharf kritisiert. Dass der Einzelhandel seiner Stadt bei einem Outlet-Ausbau unvertretbar hart getroffenen werde, laut eigenem Gutachten ihm bis zu 45 Millionen Euro Kaufkraft im Jahr entzogen werde, sei im SGD-Bescheid nicht berücksichtigt worden. Aumann kündigte schon im vergangenen Jahr im Verbund mit anderen saarländischen Städten juristische Schritte gegen das Vorhaben an.

Investition von mehr als 50 Millionen Euro

Via Outlets plant, mehr als 50 Millionen Euro in den Ausbau, der im Stil an die bestehenden Gebäude anknüpfen soll, zu investieren. Frühestens Ende 2026, so die jüngste Schätzung des Betreibers, könnten die neuen Läden und Restaurants eröffnen. Zu den jetzt rund 1300 Arbeitsplätzen im Outlet sollen weitere 350 entstehen. In den saarländischen Widersprüchen sieht Via Outlets zurzeit keinen Grund, die eigene Planung zu stoppen.

Die Begründungen zu den Widersprüchen seien zum Teil erst im Januar eingegangen, derzeit sichte man sie, erklärte eine Sprecherin der SGD gegenüber der RHEINPFALZ. Wann Entscheidungen über die Widersprüche fallen werden, sei nicht abzusehen. Zu den vorgebrachten Gründen könne man, so die SGD-Sprecherin, zurzeit keine Angaben machen.

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