Neustadt
Zeichen setzen für die Kultur: Stadtverband lädt zum „Kulturszenario“
An dem dreitägigen Veranstaltungsreigen beteiligen sich zahlreiche der rund 70 Verbandsmitglieder mit Kultur-Events ganz unterschiedlicher Prägung – und das bei freiem Eintritt.
„Wir hatten schon länger die Idee, mal wieder etwas Großes zu organisieren“, erklärt Michael Landgraf, der Sprecher des Stadtverbands. Jetzt docke man mit dem „Kulturszenario“ an die diesjährigen Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum an – mit Oberbürgermeister Marc Weigel als Schirmherrn und der Kulturabteilung der Stadt als Mitveranstalterin. Das Ziel: „ein Zeichen setzen für die Kultur“.
Eröffnung mit großem Chorkonzert
Geboten werden dabei Musik, Lesungen, Theater, bildende Kunst, aber auch Führungen und Kulturhistorisches. Zur Eröffnung am Freitagabend gibt’s in der Martin-Luther-Kirche ein Chorkonzert der „Pfälzischen Kurrende“ unter Leitung Carola Bischoffs, der A-cappella-Formation „Perpetuum Cantabile“, die von Fabio Freund dirigiert wird, sowie des Pop-Chors „Choriander“ aus Mußbach, bei dem Viola Brestrich-Hoffmann den Taktstock schwingt.
Der Samstag bietet ein buntes Programm an unterschiedlichen Veranstaltungsorten – auch in den Weindörfern. Im Rathausinnenhof, im Steinhäuser Hof, in der Stiftskirche sowie in der Johanneskirche in Mußbach wird musiziert, Lesungen gestalten Salim Alafenisch in der Alten Winzinger Kirche (auf Einladung des „Literarischen Forums“, die Literaturgruppe „Textur“ im Garten des Restaurants Liebstöckl in der Mittelgasse (um 15.30 Uhr, mit Ukulele-Musik), wobei unter dem Titel „Länder – Pfälzer – Abenteuer“ die Frage im Zentrum stehen soll, wie man sich als „Zugezogener“ in der Pfalz integriert, sowie Mitglieder der „Neustadter Schauspielgruppe“ im Hambacher „Theater in der Kurve“. Christine Bachtler, Dorothee Jehling und Isolde Opielka beantworten hier um 15 Uhr szenisch lesend die Frage, was sie eigentlich ausmacht, die Freundschaft unter Frauen.
Eine Anlaufstelle ist auch die Geschäftsstelle der Trachtengruppe Neustadt in der Fröbelstraße 26, wo die Besucher von 11-20 Uhr eine Ausstellung von Wachswalzen, Schellackplatten, Phonographen und Grammophonen erwartet sowie um 15, 17 und 19 Uhr eine Filmvorführung mit historischen Aufnahmen von Neustadt. Die historischen Tonträger und Wiedergabegeräte stammen aus der Privatsammlung von Rudi Müller, dem Vorsitzenden der Trachtengruppe, die nach Landgrafs Worten wohl alles toppt, was es auf dem Gebiet in der Region sonst gibt.
Außerdem werden Führungen zur Demokratie- und zur jüdischen Geschichte Neustadts sowie zur NS-Gewaltherrschaft (in der Gedenkstätte für NS-Opfer) geboten. Auch mehrere Künstler(innen) laden im Vorgriff auf die „Offenen Ateliers“ am Folgewochenende zum Besuch. Am Abend folgen Konzerte mit verschiedenen Kammerensembles des „Neustadter Sinfonieorchesters“ im Casimirianum (18 Uhr) sowie ein Chorkonzert mit der Liedertafel, dem Figuralchor und der Stiftskantorei in der Stiftskirche (20 Uhr). Ausklingen lassen kann man den Tag ab 20 Uhr auf dem Gelände der Soku in der Winzinger Straße mit „Southern Soul“ aus den 1960ern.
Ein Big-Band-Summit im Herrenhof als Finale
Das Finale am Sonntag findet von 11 Uhr an im Kulturzentrum Herrenhof in Mußbach statt, open-air vor der Remise oder bei Regen im Festsaal. Bei einem Big-Band-Summit geben sich dabei die drei Neustadter Vorzeige-Ensembles dieser Richtung die Klinke in die Hand, die in Zeitfenstern von rund 75 Minuten mit einem Programm aus Jazz, Swing, Funk und modernen Arrangements aufwarten: die „Blue Note Big Band“, die „Allstar Big Band“ und die Mußbacher „New Brass Big Band“. Zudem trägt die SWR-Kulturredakteurin Kerstin Bachtler Texte vor. Für den Magen gibt’s pfälzische Tapas- und Sushi-Kreationen.
Noch Fragen?
Das „Kulturszenario“ startet am Freitag, 19. September, um 19 Uhr mit dem Chorkonzert in der Martin-Luther-Kirche, setzt sich am Samstag ganztägig fort mit zahlreichen Veranstaltungen und Beteiligten an verschiedenen Orten in Neustadt und findet seinen Abschluss am Sonntag von 11–16 Uhr im Herrenhof in Mußbach. Weitere Details unter www.kulturszenario.de.