Wasserball
Wieso die Junioren des SC Neustadt Probleme mit dem Spielfeld haben
Mit Beginn der Wasserball-Saison gibt es einige Regeländerungen. Für alle Teams, auch die der Männern, gibt es kein Remis mehr. Steht es nach Ablauf der regulären Spielzeit unentschieden, folgt ein Fünfmeterschießen. Und für die Junioren gilt eine Verkürzung des Spielfeldes von 30 Meter auf 25 Meter. Genau diese Umstellung war zunächst beim 20:7 (5:3, 4:1, 5:2, 6:1)-Heimsieg gegen Hildesheim im Stadionbad für die schnellen Jungs von SCN-Coach Peter Jacqué ein Nachteil. Sie brauchten fast drei Viertel, um ihre Beweglichkeit mit spielerischer Überlegenheit zu belohnen.
Selbstkritik eines 14-Jährigen
Besonders in den ersten Minuten arbeitete die Gästeabwehr erfolgreich. Die Hildesheimer kamen im Angriff zu leichten Treffern. Jacqué tobte beim Gegentreffer zum 4:8 am Beckenrand wie das berühmte „HB-Männchen“. Immer wieder hallte sein „ab, ab“ durch das Bad, wenn er sein Team nach vorne peitschen wollte. Letztlich erfolglos: Die Abspiele dauerten zu lange. Auf dem kurzen Feld hatten sich daher die Abwehrspieler der Gäste bereits formiert. So konnte der SCN seine Vorteile durch die Schnelligkeit nicht ausspielen. Jacqué zürnte mit einem seiner Spieler, weil er Chancen versemmelte, statt den Ball zu den besser positionierten Mitspielern zu passen. Felix Laubscher, mit 14 Jahren einer der Jüngsten im SCN-Team, übte Selbstkritik: „Manche Aktionen von mir waren unnötig, ich hätte einen Pass spielen sollen. In Rücklage oder Attacke durch den Gegner habe ich auch zu schwach geschossen.“ Er besucht in der Realschule die neunte Klasse. Dort hat er vor 18 Monaten Njegos Rasajski auf Wasserball aufmerksam gemacht. Rasajski ist gerade 15 Jahre alt geworden und zählt mit Jahrgang 2009 ebenfalls zu den jüngeren Spielern. Er erzählt: „Ich komme aus Serbien, also einer Wasserballnation, aber ich spielte bislang kein Wasserball. Felix hatte mal ein Wasserball-Shirt in der Schule an, und ich fragte ihn, wo man Wasserball spielen kann.“ Jetzt steht Njegos nach nur 18 Monaten Training im Juniorenkader. Felix, der wegen Problemen mit der Lunge mit dem Schwimmen begonnen hatte, sagt grinsend: „Njegos macht das sehr gut, man merkt die serbischen Gene.“
Musikalische Wasserballer
Mit Tormann Joona Vagts und Spielführer Matteo Ananias stehen zwei weitere Schulkameraden im Team. Beide besuchen die elfte Jahrgangsstufe im Käthe-Kollwitz-Gymnasium. Ananias verrät, dass sie trotz ihres hohen Trainingspensums noch eine Gemeinsamkeit haben: die Musik. Joona spielt Trompete in der Schulband, Ananias haut als Schlagzeuger auf die Trommeln. „Das ist gut für die Koordination und Kondition“, erklärt er. Mit fünf Treffern war er neben Hektor Vlantoussis (4) bester Schütze im Team. Ananias sieht die neuen Abmessungen mit gemischten Gefühlen: „Gegen schwächere Teams können wir nicht unsere Stärke ausspielen. Aber gegen bessere Mannschaften können wir uns schneller in Abwehr und Angriff positionieren.“
Peter Jacqué braucht nach der Partie einige Minuten, um selbst wieder in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen. Dann folgt seine entspannte Analyse: „Hildesheim hatte zwei starke Spieler nicht dabei. Bei uns waren in der ersten Hälfte die Wege noch unklar, erst gegen Ende wussten die Jungs, wie es laufen muss.“ Ein Gradmesser für seine Buben wird das Heimspiel in zwei Wochen gegen Duisburg werden. Die Westdeutschen gelten als Favorit auf den Gruppensieg. Jacqué: „Bis dahin müssen wir umsetzen, dass wir schneller nach vorne spielen.“