Neustadt Wieder mit David Csente und Bojan Matutinovic

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Neustadt. Das erste Heimspiel des Wasserball-Bundesligisten SC Neustadt 2015 geht am Samstag um 18 Uhr im Stadionbad gegen den Tabellenvierten der B-Gruppe, den SV Krefeld 72, „über die Bühne“. Beim SCN, nach fünf Spielen ungeschlagener Tabellenführer der Bundesliga-B-Gruppe, gibt es eine Abschiedsvorstellung und zwei Premieren. Verabschiedet wird der bisherige Coach Janusz Gogola. Sein Debüt vor heimischen Publikum gibt Trainer-Nachfolger Dragan Matutinovic. Und Kevin Oliveira, brasilianischer Neuzugang, steigt erstmals für die Pfälzer ins Becken des Stadionbads.

Der Frankfurter Janusz Gogola, seit 2012 Trainer in Neustadt, hat sich mit seiner temperamentvollen und gleichzeitig fairen Arbeit am Beckenrand in das Herz des Neustadter Publikums gespielt. Wie mehrfach berichtet, hatte er im vergangenen Jahr seinen Vertrag gekündigt, weil vor allem der Zeitaufwand mit den weiten Anfahrten in Verbindung mit seinem Hauptberuf als Lehrer zu einer Belastung für ihn wurde. Sein Nachfolger Dragan Matutinovic war Nationalcoach in verschiedenen Ländern und hat Spanien 1992 zur Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Barcelona geführt. Zudem hat er mehrere ausländische Vereinsmannschaften erfolgreich trainiert. „Der SC Neustadt ist der erste deutsche Verein, bei dem ich jetzt arbeite“, sagt der 60-jährige Kroate. Einen ersten Eindruck über das Team verschaffte er sich bei der jüngsten 4:22-Pokalniederlage des SC Neustadt in Hannover. „Dieses Ergebnis war nach der langen Trainingspause und gegen eine der stärksten Mannschaften der A-Gruppe zu erwarten“, so Matutinovic. Jetzt sieht er den SCN auf einem guten Weg. „Wir trainieren täglich, wir werden mit der stärksten Mannschaft spielen können“, betont er. So ist auch Routinier Stefan Ehrenklau wieder an Bord. Matutinovics Sohn Bojan reist aus Irland zu diesem wichtigen Spiel um die Vorherrschaft in der B-Gruppe an. David Csente ist nach längerer Verletzungspause ebenfalls wieder einsatzfähig. „Wir haben eine hohe Qualität“, stellt Matutinovic senior fest, „das birgt viele Möglichkeiten für die Zukunft.“ Der hervorragende Tabellenstand des SCN sollte dabei nicht überbewertet werden, denn bislang hatten die Pfälzer nur eine Auswärtspartie zu bestreiten. Zum Saisonauftakt ging es im November zu Aufsteiger Leimen/Mannheim ins Heidelberger Olympiabad. Diese Auswärtsbegegnung mutierte so zu einem lockeren Trainingsspiel mit großer Unterstützung des Neustadter Anhangs und endete 18:4 für den SCN. Die richtig schweren Brocken warten, wenn Neustadt in den nächsten Wochen nach Plauen, Potsdam, Krefeld und Weiden fahren muss. Alles Vereine, die um einen Platz unter den ersten Vier der B-Gruppe mit den Pfälzern konkurrieren. Von daher sind Heimsiege „Pflicht“ für den SCN, weiß auch der neue Trainer. Neugang Kevin Oliveira, einen Linkshänder, bezeichnet SCN-Manager Michael Heinz als „zweikampfstark und ballstark“. Er ergänze die beiden anderen Neustadter Linkshänder Martin Görge und Huston Middlesworth. Für Heinz ist das ein besonderer Luxus, jetzt gleich drei Linkshänder im Team zu haben. Zum bisherigen Trainingsrückstand nach der Weihnachtspause sagt Heinz: „Das ist mit den Spitzenteams der A-Gruppe, Spandau Berlin, Duisburg und Hannover, nicht vergleichbar. Dort wird mit zwölf bis vierzehn Einheiten wöchentlich trainiert, und mehrere Spieler sind dort Profis.“ Oliveira steht laut Heinz unter besonderer Beobachtung des brasilianischen Nationalcoachs Ratko Rudic. Oliveira habe bislang zwar noch kein Spiel für Brasilien bestritten wegen einer Verletzung, aber er trainiere mit dem Team. Oliveira absolviert ein Praktikum in einem deutschen Unternehmen und möchte „Wasserball auf einem hohen Niveau spielen, um sich weiter für das Nationalteam zu empfehlen“. Der Kontakt zu ihm kam über den ehemaligen SCN-Spieler Lance Morrison zustande, der mit Oliveira am gleichen College in den USA gespielt hatte. Morrison empfahl laut Manager Heinz noch weitere Spieler aus Amerika. „Doch unser Ausländerkontingent ist mit Middlesworth und Oliveira jetzt ausgeschöpft“, betont Heinz. Inzwischen hat Coach Matutinovic sogar ein Luxusproblem, wenn alle Spieler topfit sind. Dann stehen nämlich 14 erstligataugliche Spieler bereit. „Wir müssen in diesem Fall von Spiel zu Spiel überlegen, wer auf dem Spielberichtsbogen aufgeführt wird. Es dürfen nur 13 Spieler im Aufgebot sein. Aber Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft“, erklärt Michael Heinz. Die Gäste aus Krefeld reisen mit breiter Brust in die Pfalz, wie deren Pressesprecher Luca Vulmahn betont. Am vergangenen Samstag verlor Krefeld gegen das A-Gruppenteam SSV Esslingen vor heimischer Kulisse knapp mit 11:12. „Dieses Spiel hat uns sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Wir wollen Neustadt die ersten Punkte abnehmen und müssen den Anschluss an Platz drei halten“, so Vulmahn. Sein Team werde in Bestbesetzung anreisen. Man wisse, dass im Stadionbad eine besondere Stimmung herrsche und der SCN sehr heimstark sei. „Es wird nicht einfach für uns, wir haben großen Respekt“, betont Luca Vulmahn.

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