Meinung
Wie die Konrad-Adenauer-Plakette den Weg von Mainz nach Maikammer fand
Wer der Urheber der Bezeichnung „sozialer Schmierstoff“ fürs „Danke-sagen“ war, ist schwer herauszufinden. Die Anzahl derjenigen, die das ohne Quellenangabe übernommen haben, ist einfach zu groß. Jeder, der irgendwie erklären soll, warum es so wichtig ist, „danke“ zu sagen, googelt wahrscheinlich erst einmal, findet den Begriff „sozialer Schmierstoff“, strickt noch ein bisschen was dran über Anstand, Zauberwort und Respekt, und schon ist das Statement zum Thema „Danke-schön“ fertig. Warum sollte man nicht wiederholen, was andere sich überlegt haben, wenn es doch so passend und zutreffend ist?
Ja, „danke sagen“ ist „sozialer Schmierstoff“ und als solcher wichtig fürs gesellschaftliche Zusammenleben. Deshalb sind Dankesworte auch stets wichtige Bestandteile bei den Neujahrsempfänge. Wann, wenn nicht dort, sollen die Bürgermeister sich bedanken bei all jenen, die sich das ganze Jahr über für die Allgemeinheit einbringen? Und mal ehrlich: Es tut uns allen gut, wenn wir Anerkennung bekommen für unseren wie auch immer gearteten Einsatz.
Eigentlich kaum zu toppen
Eine Stufe darüber gibt es dann noch die Ehrung. Die höchste Ehrung, die eine Kommune vergeben kann, ist die Ehrenbürgerwürde. Zuletzt erhalten hat sie in der Region der langjährige Maikammerer Verbands- und Ortsbürgermeister Karl Schäfer – wir haben ausführlich darüber berichtet.
Eigentlich kaum zu toppen. Und doch: Der CDU Maikammer hat das nicht gereicht. Seit dieser Woche ist Schäfer nun auch Träger der Konrad-Adenauer-Plakette. Eine Auszeichnung mit klangvollem Namen, doch für was genau steht sie eigentlich? Wer im Internet sucht, findet unter dem Stichwort eine Auszeichnung, die die CDU Westerwald einem Politiker verliehen hat, der sich um den Westerwald verdient gemacht hat. Kann’s nicht sein.
Für Aufklärung sorgt schließlich die Landes-CDU. „Es gibt verschiedene Konrad-Adenauer-Preise, der Begriff ist nicht geschützt“, heißt es in der Geschäftsstelle. Schäfers Adenauer-Plakette sei eine, die die Kommunalpolitische Vereinigung (KPV) Rheinland-Pfalz 2018 ins Leben gerufen und bisher zweimal vergeben habe. Im Falle Schäfers war es nun aber so, dass die Plakette gar nicht von der KPV selbst vergeben wurde, sondern – auf Anfrage – vom Ortsverband Maikammer. Das geht nämlich bei dieser Auszeichnung auch: dass ein Orts- oder Kreisverband die Verleihung bei der KPV anfragt und dann selbst durchführt.
Nach vorne schauen
Das wäre nun also auch geklärt: Es war der Ortsverband Maikammer unter Nicolai Schenk, der Schäfer geehrt hat. Ohne Zweifel eine nette Geste nach all dem Zoff, den die beiden miteinander ausgetragen haben.
Doch die Phase der Ehrungen dürfte/sollte damit nun langsam abgeschlossen sein. Es ist Zeit, nach vorne zu schauen und an die Arbeit zu gehen. Schließlich war das Ende der Ära Schäfer auch das (zumindest vorläufige) Ende der „schwarzen Jahre“ in Maikammer.