Neustadt
Weinbiet soll zur Heimat der Waldschatten werden
Wenn im Bauausschuss Pläne für eine neue Nutzung von Gebäuden im Außenbereich vorgestellt werden, gibt es oft auch kritische Fragen. Anfang Juni war das ganz anders. Die Verwaltung erläuterte, dass ein Wald- und Wanderverein ein Bestandsgebäude auf dem Weinbiet nutzen und dort eine Natur- und Umweltbildungseinrichtung etablieren möchte. Die Verwaltung hatte mit den Ideen keinerlei Probleme, da die Räume nur einmal monatlich für Veranstaltungen genutzt werden sollen. Die Anfahrt soll per Fahrrad erfolgen oder man möchte zusammen zum Weinbiet wandern. Es bestehe also keine Gefahr von erhöhtem Verkehrsaufkommen im Wald. Lediglich den Gruppenleitern der Waldschatten soll die Zufahrt generell ermöglicht werden, um Materialien zum Gebäude zu fahren. Die Verwaltung ergänzte, dass keine Feste und kein Wirtschaftsbetrieb geplant seien.
Im Ausschuss gab es große Zustimmung zur Präsentation. Zumal sich der Verein ja schon länger um ein festes Domizil bemühe. Kurz darauf hat auch der Ortsbeirat Gimmeldingen die Pläne abgesegnet, allerdings war dort schon deutlicher formuliert worden, dass man etwas Sorge vor zu viel Trubel und Verkehr habe.
Vorsitzender der Waldschatten, die sich in Sachen Natur, Naturschutz, Umwelschutz und als Wandergruppe engagieren, ist Florian Hofmann. Er freut sich über das Vertrauen aus den politischen Gremien. „Es wäre extrem gut für uns, wenn wir feste Räume hätten“, erklärt er. Denn nur so „können wir unseren gemeinnützigen Auftrag bei der Natur- und Umweltbildung erfüllen“. Zwei frühere Anläufe für eigene Räume hätten nicht funktioniert.
Kooperationmit Pfälzerwald-Verein
Die seit Jahren leerstehende ehemalige Radarstation der Bundeswehr auf dem Weinbiet biete sich seiner Meinung nach ideal für einen Verein wie die Waldschatten an. Man wolle es intern für Versammlungen und Gruppenstunden nutzen, aber auch öffentlich zugängliche Seminare und Kurse anbieten. „Außerdem können wir uns ein Wanderheim vorstellen, damit Menschen dort übernachten können. Das würde dann auf nichtkommerzieller Basis laufen“, erläutert Hofmann. Die Motivation dafür: „Im Pfälzerwald gibt es schon viele Trekkingplätze, aber auf Neustadter Stadtgebiet fehlt eine solche Möglichkeit bisher, die könnten wir damit dann schaffen.“
Dass die Zuwegung zum Weinbiet schwierig sei, sei dem Verein bewusst. „Wir kämen damit aber klar, da wir alles wandergestützt machen wollen. Es fährt höchstens mal ein Gruppenleiterfahrzeug mit Material hoch“, sagt Hofmann.
„Wir wollen jetzt alles richtig machen“
Da der Bauvoranfrage im Bauausschuss einstimmig zugestimmt worden sei, könne der Verein mit der Planung nun weitermachen. Im August sei eine Begehung mit der Bundesimmobilienanstalt geplant, der aktuellen Besitzerin des Gebäudes. „Wir wollen jetzt alles richtig machen“, betont der Vorsitzende des 45 Mitglieder zählenden Vereins. Klappe alles wie geplant, würden die Waldschatten anstelle der Stadt in den Erbbaurechtsvertrag einsteigen. Bis alles geregelt sei, werde es noch dauern: „Sicher bis Anfang 2025.“ Erste Investitionskosten beziffert Hofmann auf 20.000 Euro. Der Verein wolle dafür noch eine Spendenaktion starten.
Mit den Nachbarn auf dem Weinbiet, dem Pfälzerwald-Verein Gimmeldingen, habe man schon gesprochen. „Wir wollen uns dort oben ergänzen und deren Gastronomie auch nutzen und ihnen nicht die Butter vom Brot holen“, versichert Hofmann. „Wir haben keine Ambitionen für Feste oder einen Ausschank.“
