Neustadt Wasser marsch!

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Der Erfolg von 2006 ist dem Lions Club Neustadt ein Ansporn. Damals feierte er sein 50-Jähriges mit einem festlichen Ball im Saalbau. Der Eintritt war nicht gerade billig, der Erfolg ungewiss, doch der Mut zum Risiko hatte sich gelohnt. 50.000 Euro wurden dem Bauverein für die Renovierung der Stiftskirche überwiesen. Heute, zehn Jahre später, steht das 60. Jubiläum an. Und der Club will es wieder wissen, diesmal zugunsten des Projekts „Wasser in die Stadt“ der Bürgerstiftung Neustadt. „Statt vieler kleiner Spenden soll zum Jubiläum erneut eine große Idee unterstützt werden“, sagt Rainer Zinow, aktuell Präsident des Lions Clubs. Er erhofft sich eine Initialzündung, dass also andere Organisationen diesem Beispiel folgen. Viele hätten das bereits signalisiert, auch beim politischen Neustadt stoße das Wasser-Projekt auf Zustimmung, ergänzt Frank Sobirey, sowohl beim Lions Club als auch bei der Bürgerstiftung aktiv. Einen ersten Entwurf haben Architekt Joachim Becker und Landschaftsarchitekt Martin Hauck ehrenamtlich erarbeitet. Grundsätzlich geht es darum, den früheren Verlauf des Speyerbachs durch die Innenstadt auf zwei Etappen nachzubilden. Der eine wäre vom Casimirianum über den Juliusplatz bis ans Rathaus. Dazu würde das Nass des Speyerbachs genutzt und mittels eines Wasserrads sozusagen im Fluss gehalten. Tief soll die Furt nicht werden und auf jeden Fall abgedeckt werden können, damit der Bereich problemlos für Veranstaltungen genutzt werden kann. Der andere Abschnitt soll vom Kriegerdenkmal in Richtung Marstall (Elwedritschebrunnen) führen, an der RHEINPFALZ-Geschäftsstelle nach links abbiegen und dort, wo jetzt eine kleine Grünanlage ist, in einen flachen Teich münden. Statt des Speyerbachs würde jenes Wasser genutzt, das dauerhaft aus den Tiefen des Klemmhofs gepumpt werden muss – und das dann eben erst mal durch eine kleines Stück Fußgängerzone laufen würde statt direkt in den Kanal. Auch dabei gilt: eher breit angelegt, flach, von Autos bequem zu durchfahren und trotzdem einladend für Neustadter und Gäste. Sobirey erhofft sich davon eine kleine Wiederbelebung rund um den Klemmhof, ein wenig, wie es früher gewesen sei. „Freiburg hat so etwas, Landau, Edenkoben“, erinnert Zinow daran, wie attraktiv ein offener Wasserlauf eine Innenstadt machen kann. Neustadt würde damit liebenswerter, nicht nur zu den Haupteinfallzeiten für Besucher, sondern eben auch für die Bürger selbst. So, wie es sich die Bürgerstiftung und der Lions Club zum Ziel gesetzt hätten. Rund zwei Jahre sind erst mal Zeit, um so viel Geld wie möglich einzuwerben. 2018 soll die Fußgängerzone zwischen Kriegerdenkmal und Kellereistraße saniert werden, ein erster Abschnitt „Wasser in die Stadt“ könnte parallel dazu starten. Denn eines ist für Zinow und Sobirey auch klar: Nur gemeinsam geht es, und das Land muss mithelfen, Stichwort Fördermittel. Bereits jetzt hilft der Künstler Gerhard Hofmann mit. Vom Lions Club angesprochen, hat er eine Farbradierung zu „Wasser in die Stadt“ in einer Auflage von 100 Stück geschaffen. Für Zinow und Sobirey die ideale Antwort auf die Frage, wie das Projekt am besten vermittelt wird: Auf die Radierung könnten die Bürger schauen und sagen „Ja, das will ich haben!“ Und zwar im doppelten Sinn: das Kunstwerk selbst und das „Wasser in die Stadt“. Denn Hofmann spendet die Hälfte des Verkaufspreises. Zu haben ist die Radierung beim Kulturamt am Hetzelplatz 1 zum Preis von 160 Euro, gerahmt 200 Euro. Zudem können Lions Club und Bürgerstiftung das Motiv zusätzlich nutzen. Denn schließlich soll auch über den Tag hinaus gelten: Öffentlichkeit schaffen, Geld einwerben. (ahb) Einwurf

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