Neustadt Was zu essen oder Werkzeug

Sorgt am Freitag im Rothenbusch für ein wenig Frühling: Axel Felski.
Sorgt am Freitag im Rothenbusch für ein wenig Frühling: Axel Felski.

Spätestens seit März dürften viele Besitzer von Schrebergärten in und um Neustadt wieder auf der Hut sein: Die Anzahl an Einbrüchen oder Einbruchsversuchen nimmt zu. Die Polizeiinspektion Neustadt macht das auch daran fest, dass der Winter endlich vorbei ist. Weil in die Schrebergartenanlagen wieder richtig Leben einkehrt, könnten potenzielle Täter auf bessere Beute hoffen.

Einen kleinen Brennpunkt hat David Grimm von der Polizeiinspektion Neustadt in den Gartenlauben rund um den Autobahnzubringer Neustadt-Nord an der B 38 ausgemacht. Neun Taten sind dort bekannt geworden, missglückte und gelungene. Was die Einbrecher dort zu finden hoffen? „Lebensmittel“, meint Grimm, Getränke oder auch eher billiges Werkzeug, „alles, was in einem Gartenhäuschen eben zu vermuten ist“. Keine Hinweise hat es bislang dafür gegeben, dass die ungebetenen Gäste auch übernachtet haben. Was eben auch immer mal wieder passiert. „Toi, Toi, Toi, bei uns war es bislang ruhig“, sagt ein älteres Schrebergärtner-Paar in der Anlage zwischen B 38 und Mußbach. Die Gärten sind groß und langgestreckt, können nur über eine Zufahrt mit tiefen Schlaglöchern erreicht werden. In der Nachbarschaft ist ein junger Mann gerade dabei, die Hühner zu füttern und Eier einzusammeln. Vor gut zwei Jahren habe es mehrere Einbrüche in der Gegend gegeben, berichtet er von Erzählungen seines Vaters, für den er derzeit die Gartenlaube hütet. Auf der anderen Seite mit der Zufahrt über die Nachtweide ist ebenfalls noch nicht so viel los. Doch blitzen überall Frühlingsblumen durch. Nein, von Einbrüchen wisse sie nichts, erzählt eine Seniorin. Im Rothenbusch geht es derweil schon etwas lebhafter zu. Ein erfahrener Schrebergärtner berichtet davon, dass seine Lage gut sei: vorn die Straße, hinten der Bach. das mache es Einbrechern schwer. Trotzdem verschließe er seine Laube nicht, um größere Schäden zu verhindern. Passiert sei aber noch nie etwas. Eine Erfahrung, die eine Frau im Amselweg teilt: Seit vier Jahren gärtnert sie im Rothenbusch, einen Einbruch musste sie bisher nicht anzeigen. „Das Tor vorne ist zu, Autos können nicht reinfahren“ – das könnte ein Grund dafür sein, glaubt sie. Den Schrebergarten von seinen Eltern geerbt hat Axel Felski. Seit Jahren ist er dort zugange, nicht nur in der schönen Jahreszeit, „auch im Winter mindestens einmal die Woche, das ist ein guter Ausgleich zur Schreibtischarbeit“. Die Sache mit den vermehrten Einbrüchen verfolgt er durchaus, obwohl er selbst ebenfalls noch nie betroffen war. Der Nachbar habe mal einen Übernachtungsgast gehabt, erzählt Felski. Der habe sein Essen zwar selbst mitgebracht, allerdings habe es mit der Zubereitung nicht geklappt ... Indes kann sich der Hobby-Gärtner an eine Einbruchserie vor Jahren erinnern. Besser geworden sei es, seit an der Ecke Drossel-/Finkenweg die Zufahrt in den Wald dicht sei. Bei den jüngsten Fällen mutmaßt die Neustadter Polizei, dass es sich stets um dieselben Täter handelt. Zwei der bislang neun Fälle seien erst aufgrund der Presseberichte angezeigt worden, informiert Grimm. So weit möglich, will die Polizei in dem betroffenen Gebiet verstärkt Streife fahren. Ansonsten lautet ihr Tipp, nichts Wertvolles in den Lauben zu lagern. Und ihre Bitte: Jede Beobachtung – ob nun im Vorbeifahren oder als Schrebergartenbesitzer – bei der Polizei zu melden. Denn mögliche Täter auf frischer Tat zu ertappen oder spätestens, wenn sie noch im Besitz der Beute sind, sei eben der beste Weg, ihnen das Handwerk zu legen. Info Polizei Neustadt, Telefon 06321/854-0 oder E-Mail an pdneustadt@polizei.rlp.de

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