Wasserball U18-Bundesliga: SC Neustadt patzt und revanchiert sich

Hat keine Erklärung: Neustadts Matteo Ananias.
Hat keine Erklärung: Neustadts Matteo Ananias.

Licht und Schatten erleben die U18-Junioren des SC Neustadt am Wochenende. Auch wenn aus Frust einige Wasserbälle fliegen, gelingt den Gastgebern eine Revanche.

Die großen Wasserbälle flogen am Spielende mit Wucht Richtung Lagerraum. Die Jugendlichen des SC Neustadt hatten am Samstag ihr Heimspiel in der B-Gruppe mit 8:9 (3:1, 2:2, 2:2, 1:4) gegen Brandenburg verloren und feuerten die Bälle weit, weit weg. Am Sonntag gegen Leipzig sollte der Ärger doppelt heruntergeschluckt werden. Denn im Hinspiel hatte Leipzig nach einem Rückstand von vier Toren den SCN mit einer 8:9-Niederlage nach Hause geschickt. Mit einem 12:10 Heimsieg (2:2, 4:2, 1:4, 5:2) gegen Leipzig glänzten diesmal die SCN-Junioren, obwohl sie das Spiel vom Tag zuvor noch in den Knochen hatten.

Die Partie gegen Brandenburg war eines der schlechtesten Heimspiele der SCN-Junioren der letzten Jahre. Nur zwei Spieler der ersten Sieben brachten ihr normales Potenzial ins Becken. Torwart Joona Vagts sorgte mit starken Paraden dafür, dass das Spiel nicht früher kippte. Torjäger Matteo Ananias erzielte vier Treffer, wurde aber im weiteren Spielverlauf von Brandenburg eng gedeckt.

Wichtige Spieler des SCN hatten Trainingsrückstand nach Erkrankungen oder wegen schulischer Termine. Oder sie hatten das Training zu oft geschwänzt.

Zu viele Fehler

Im ersten Abschnitt schien alles nach Plan zu laufen. Wie immer peitschte SCN-Coach Peter Jacqué sein Team nach vorne, schnell führte der SCN 3:0. Doch das Konterspiel des SCN verpuffte immer mehr. Während Torhüter Vagts zwar die Angriffe der Gäste mit gutem Stellungsspiel ins Leere laufen ließ, klappte der eigene Spielaufbau nicht. „Bewegt euch“, rief Jacqué verzweifelt. „Nach Außen muss gespielt werden, schneller“, so seine Anweisung. Zu spät kamen die Pässe in die Spitze, die Abwehr von Brandenburg war längst wieder formiert. Im letzten Viertel gab es zudem einige Schiedsrichterentscheidungen zugunsten des Gästeteams. Brandenburg nutzte den eigenen Ballbesitz zu Treffern, der SCN vertändelte dagegen eigene Chancen. Der Frust der Jungs war riesengroß.

Kapitän Matteo Ananias wollte gar nichts zum Spiel sagen. Torwart Joona Vagts: „Wir haben schon gut verteidigt, wenn man aber zu Hause nur acht Tore schießt, dann liegt das vielleicht am Angriff. Bei den letzten Treffern von Brandenburg haben auch die Schiris mitgeholfen. Aber man darf ein Wasserballspiel nie davon abhängig machen, dass es auf die Schiedsrichter ankommt.“

Viele Zeitstrafen

Coach Jacqué konnte nur resigniert sagen: „Man merkte einigen Spielern den Trainingsrückstand an. Dazu wurde es zur Kopffrage. Wir haben unser Konzept verloren. Wir haben unsere Überzahlspiele auch nicht zu Treffern genutzt.“ Marcel Gruhn, Trainer von Brandenburg, war fürs Erste zufrieden. Für sein Team ging es darum, mit einem Sieg vorläufig den dritten Platz zu erreichen, der für das nächste Turnier berechtigen würde. „Wir haben uns heute auf ein körperliches Spiel eingestellt, waren aber am Anfang nicht kreativ genug. Es war ein Sieg der Moral.“ Der SCN hingegen hat trotz der Niederlage bereits einen der drei vorderen Plätze sicher.

Ob es zum Weiterkommen für Brandenburg reichen würde, sollte das Spiel am Sonntag im Stadionbad des SCN gegen Leipzig entscheiden. Der SCN kämpfte, die Ostdeutschen hielten dagegen. Es entwickelte sich ein Krimi, beide Teams präsentierten sich auf Augenhöhe. Die Schiris verteilten eifrig Strafwürfe und Zeitstrafen. Den SCN erwischte es dabei gar 13 Mal, die Gäste erhielten zehn Sanktionen. Matteo Ananias erzielte acht Treffer. Jacqué: „Joona glänzte im Tor, unsere Verteidigung war besser, aber es gab noch zu viele Treffer für Leipzig.“ Matteo Ananias schraubte sein Torjäger-Konto auf 71 Treffer: „Heute ging unser Konzept besser auf. Wir wollten die Niederlage von gestern ausbügeln. Aber ich kann es nicht wirklich erklären, was gestern und heute geschehen ist“, verriet er. Coach Jacqué hatte indes auch gegen Leipzig noch zu viele Fehler entdeckt und bemängelte die schlechte Umsetzung der Trainingsinhalte.

Nun kommt es im Zwischenrundenturnier am 12. und 13. April im heimischen Stadionbad zum erneuten Duell mit Brandenburg und zwei weiteren Teams. Bis dahin sollten die Jungs ihre Trainingstage gut nutzen und regelmäßig teilnehmen. Denn Trainerfuchs Jacqué arbeitet schon jetzt am großen Plan für das Weiterkommen.

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