Neustadt Talstraße: Lidl soll bleiben dürfen

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Die Bauverwaltung ist gegen eine Verlagerung des Lidl-Marktes in der Talstraße, um dort Platz für einen Innenstadt-Park zu schaffen. In der Vorlage für die heutige Stadtratssitzung (18 Uhr, Ratssaal) werden Aspekte des Denkmalschutzes und die Kosten zur Begründung aufgeführt.

Lidl

möchte den Markt mit einer Verkaufsfläche von derzeit 1382 Quadratmetern an gleicher Stelle neu bauen. Das 40 Jahre alte Gebäude, in dem früher auch schon Aldi- und Markant-Märkte untergebracht waren, ist sanierungsbedürftig. Das Gebäude und das 6400 Quadratmeter große Grundstück sind in Besitz des Lebensmitteldiscounters. Für einen Neubau muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Der Markt hat laut der Verwaltungsvorlage, die von Oberbürgermeister Hans Georg Löffler (CDU) als zuständigem Dezernent unterschrieben ist, „eine hohe Bedeutung für die örtliche Nahversorgung der Altstadt und der angrenzenden Wohngebiete“. Der Neubau soll auf eine Verkaufsfläche von 1300 Quadratmetern kommen – damit würde keine Erweiterung stattfinden. Das Einzelhandelskonzept der Stadt bestätigt die Eignung der Fläche, die zum Sanierungsgebiet „Weststadt/südliche Altstadt“ gehört, für einen Lebensmittelversorger, „gerade auch zur Quartiersversorgung des westlichen Stadtzentrums“. Der geplante Bebauungsplan hat das Ziel, den Lidl-Standort zu sichern. Gleichzeitig will die Stadt dem Unternehmen eine rückwärtige Erschließung ermöglichen, um den Markt auch an die Hauptstraße und damit an die Fußgängerzone anzuschließen. Im Gegenzug möchte sich die Stadt Teile des derzeitigen Lidl-Parkplatzes für die Erweiterung der Talstraße sichern. Bei der B 39-Ideenmesse im März schlugen mehrere Teilnehmer vor, darunter die Gruppe „Neustadt Plus“, den Lidl-Markt Richtung Bahntrasse zu verlagern, um auf dem bisherigen Gelände gemeinsam mit der Hetzelanlage einen rund 12.000 Quadratmeter großen Weststadtpark anzulegen. Diesen Vorschlag hat die Bauverwaltung bereits geprüft und lehnt in ab. „Die Vorderhäuser der Amalienstraße 1 bis 15 zählen zur Denkmalzone Hetzelanlage und stehen quasi nicht zur Disposition“, heißt es in der Begründung. In der Talstraße müsste die Stadt die Gebäude mit den Hausnummern 15 und 17 kaufen und gemeinsam mit der Häuserreihe 9 bis 13 abreißen. „Auf knapp 90 Meter Länge wäre das Stadtbild vernichtet“, schreiben die Stadtplaner. Die Herausnahme von nur ein oder zwei Häusern „als Zufahrt zu einem Markt in zweiter Reihe“ würde Lidl nicht ausreichen, da sich das Unternehmen nicht verschlechtern wolle, heißt es weiter in der Begründung. Die Stadt könne dem Unternehmen für sein Eigentum nur eine schlechter zugeschnittene Fläche von 5000 Quadratmetern im Tausch anbieten. Ein Veto der Stadt gegen einen Neubau würde aber eine Modernisierung mit „städtebaulichem Mehrwert“ verhindern. Gleichzeitig müsste die Stadt für den Geländetausch, den Abriss des bisherigen Marktes und die Parkanlage voraussichtlich einen mittleren einstelligen Millionenbetrag investieren. Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Stadtverwaltung den Ratsmitgliedern, einen Bebauungsplan aufzustellen, der einen Neubau des Lidl-Marktes an seinem bisherigen Standort in der Talstraße ermöglicht. (wkr)

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