Neustadt
Stadtradel-Star: Täglich 50 Kilometer zur Arbeit und zurück
Bei der bundesweiten Stadtradel-Aktion sollen die Teilnehmenden in den drei Aktionswochen vom 4. bis 24. September die Autoschlüssel abgeben und stattdessen möglichst alle Strecken per Rad zurücklegen. Der Neustadter Grünen-Lokalpolitiker Fabian Forsch ist neben Michael Landgraf einer der beiden Stadtradel-Stars in diesem Jahr. Für den Lehrer ist das Pedelec schon länger täglicher Begleiter – auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz, dem Lise-Meitner Gynmasium in Maxdorf.
„Die Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln von meinem Wohnort nach Maxdorf ist eher so na ja. Wir haben ein Auto, das meine Frau braucht, um zur Arbeit nach Enkenbach-Alsenborn zu gelangen. Dorthin kommt man weder mit dem Zug oder dem Bus gut, noch ist die Strecke per Rad auf Dauer zumutbar. Also fahre ich mit dem Rad jeden Tag nach Maxdorf und zurück“, sagt Forsch. Das sei eine Strecke von insgesamt rund 50 Kilometern, für die er etwa zwei Stunden benötige. Mit 250 Kilometern wöchentlich ist er damit ein attraktiver Teilnehmer für die Neustadter Stadtradel-Aktion.
Ergebnis verbessert
Im vergangenen Jahr „erradelten“ die Neustadter Teilnehmer 222.006 Kilometer, was schon rund 100.000 Kilometer mehr als im Debütjahr 2019 waren. Dieses Ergebnis gilt es auch in diesem Jahr wieder zu erreichen, wenn möglich sogar zu übertreffen. Schließlich konkurrieren die Kommunen in unterschiedlichen Kategorien wie „Fahrradaktivste Kommune mit den meisten Radkilometern“ oder „Fahrradaktivstes Kommunalparlament“ miteinander.
Um auf die besonderen Bedürfnisse der Radfahrer und das etwaige Verbesserungspotential im kommunalen Verkehrsnetz aufmerksam zu machen, sind natürlich auch Kommunalpolitiker gefragt, beim Stadtradeln teilzunehmen. Doch für Forsch ist noch ein anderer Aspekt wichtig: der Umweltgedanke. „Mir ist bewusst, dass nicht für jeden Menschen das Fahrrad als einziges Verkehrsmittel denkbar oder möglich ist. Wer beispielsweise auf dem Dorf oder in einem der entfernteren Ortsteile lebt, hat einfach andere Voraussetzungen und eine andere Realität, als jemand, der mitten in der Stadt wohnt. Auch gibt es Menschen, für die ein Rad aus gesundheitlichen oder körperlichen Gründen nicht die erste Wahl ist oder sein kann.“ Doch jede Strecke, die man mit dem Rad statt mit dem Auto fahre, sei ein Gewinn für die Umwelt – und gleichzeitig auch für die eigene Gesundheit, sagt Forsch.
Umgebung intensiver wahrnehmen
Über sich selbst sagt Forsch, er sei ein Sportmuffel. „Man muss das differenziert sehen. Ich nehme das Rad für meine Mobilität. Andere nehmen es für den Sport, also für Touren mit dem Rennrad oder mit dem Mountainbike ins Gelände. Wenn ich Feierabend habe, dann habe ich auch gleich schon meine Bewegung gehabt.“ Er schätzt am Radfahren besonders, dass er seine Umgebung anders und intensiver wahrnehme, als es bei einer Autofahrt üblich sei. „Ich kann durchaus mal eben anhalten und den Sonnenaufgang betrachten oder Tiere beobachten. Ich habe kürzlich sogar schon einen Wiedehopf entdeckt. Die Jahreszeiten erlebe ich viel intensiver als im Auto“, erzählt er.
Tipp: wetterfeste Kleidung in Signalfarben
Forsch fährt nahezu bei jedem Wetter. Nur wenn es wirklich frostig und glatt sei, verzichte er aus Sicherheitsgründen auf das Rad. „Alles in allem sind das vielleicht zwei oder drei Wochen im Jahr, in denen ich nicht per Fahrrad zur Arbeit fahre.“ Er empfiehlt gute, wetterfeste Kleidung – dazu gehören auch Überschuhe, da manche Wege eher schlammig seien – in Signalfarben. Die Beleuchtung erhöhe die Sichtbarkeit. „Gesehen werden ist das eine, das andere ist, dass eine gute Sichtbarkeit den anderen Verkehrsteilnehmern ermöglicht, die Geschwindigkeit eines Radfahrers einschätzen zu können, die durch Pedelecs oder E-Bikes deutlich höher als bei einem konventionellen Rad sein kann“, rät er.
Die Stadtradel-Aktion hält er für gut, insbesondere für diejenigen, bei denen das Rad nur gelegentlich oder gar nicht genutzt wird. „Es ist eine gute Gelegenheit, es einfach mal auszuprobieren. Auch kleine Touren sind okay. Einfach anfangen. Vielleicht entdeckt der eine oder andere das Rad ja – wieder – für sich“, so Forsch.
Info
Am Samstag beginnt die diesjährige Stadtradel-Aktion in Neustadt. Tourenbeschreibungen und Anmeldung unter www.stadtradeln.de/neustadt-weinstrasse