Neustadt
Sommertheater: Schauspielgruppe spielt Parzival-Adaption
Die Neustadter Schauspielgruppe wagt in der diesjährigen Sommersaison ein Experiment: Gespielt wird ein vollkommen unbekanntes Stück von einem gleichfalls nicht gerade übermäßig prominenten Autor, und zu dem aus zwei Personen bestehenden Regieteam gehört ein neues Mitglied des Neustadter Amateurtheaters, das noch nie Regie geführt hat. „Parzival – Der rote Ritter aus dem Pfälzerwald“ heißt das Stück von Danilo Fioriti.
Fioriti, der aus dem Odenwald stammt und im vergangenen Jahr als festes Ensemblemitglied zum Chawwerusch-Theaterkollektiv in Herxheim stieß, hat das Stück, eine Adaption des mittelhochdeutschen Versepos über den Gralsritter Parzival von Wolfram von Eschenbach, vor einigen Jahren für die von ihm mitgegründete Amateurtheatergruppe „Sommerspiele Überwald“ in Wald-Michelbach geschrieben. Dort feierte es 2022 unter dem Titel „Parzival – Der rote Ritter aus dem Odenwald“ Premiere auf der Freilichtbühne.
Es habe etliche Ideen gegeben, was die Schauspielgruppe in diesem Sommer im Park der Villa Böhm in Neustadt auf die Bühne bringen könnte, doch es sei nichts dabei gewesen, was so richtig gepasst und alle überzeugt habe, berichtet Pascal Bender, der Vorsitzende der Gruppe. Petra Weitz, die im vergangenen Jahr bei „Pension Schöller – Der bunte Abend“ erstmals bei den Neustadter Theaterenthusiasten mitspielte, habe schließlich „Parzival“ vorgeschlagen. „Wir haben uns gedacht, warum nicht, das ist mal etwas anderes “, erzählt Bender.
Weitz habe auch angeboten, die Regie zu übernehmen. „Es ist immer gut, wenn frischer Input und ein anderer Stil kommt“, sagt Bender. So übernimmt der Neuzugang nun gemeinsam mit Andreas Müller, einem alten Hasen der Schauspielgruppe, erstmals die Leitung. Unterstützt werden sie von Christian Reif, der zuletzt im vergangenen Jahr bei „Pension Schöller“ Regie führte. Sie habe mehrere Jahre bei den „Sommerspielen Überwald“ mitgespielt und sei auch bei den Aufführungen von „Parzival – Der rote Ritter aus dem Odenwald“ dabei gewesen, erzählt Weitz. Da sie inzwischen in Böhl-Iggelheim wohne, seien ihr die Fahrten zu Proben und Aufführungen nach Hessen aber zu viel geworden, und sie habe sich der Schauspielgruppe angeschlossen.
Das Stück sei beim Publikum im Odenwald sehr gut angekommen, deshalb habe sie es der Schauspielgruppe vorgeschlagen, so Weitz. Sie habe Fioriti auch beim Verfassen unterstützt, ebenso wie jetzt beim Umschreiben auf Pfälzer Verhältnisse. In Fioritis Version ist Wolfram von Eschenbach auch selbst Teil des Geschehens auf der Bühne. Auch sonst gibt es zahlreiche Veränderungen gegenüber der Vorlage. Etwa 20 Akteure und dazu noch mehrere Statisten wirken bei der Inszenierung mit. Nico Müller übernimmt die Titelrolle. Die Premiere ist am 14. Juni im Park der Villa Böhm in Neustadt geplant. Die Anzahl der Vorstellungen wurde von zwölf auf zehn reduziert, so dass am 12. Juli die letzte Aufführung sein wird.