St. Martin
Simon „Jahn“ Kemper legt eine Rock-CD vor – dabei ist er erst zwölf
Dabei sind die sechs Songs und das einleitende Instrumentalstück, das Simon „Jahn“ Kemper jetzt auf dem professionell gepressten Silberling mit dem Titel „Der Weg geht“, aber auch auf Youtube und Spotify veröffentlicht, keineswegs die ersten Stücke, die der Junge mit der zarten Stimme und dem schulterlangen Haar geschrieben hat. Auf 80 bis 90 Nummern schätzt er die Anzahl seiner bisherigen Eigenkompositionen. Angefangen habe er mit dem Schreiben schon ziemlich bald, nachdem er mit acht Jahren seine erste E-Gitarre geschenkt bekommen und mit dem Musikunterricht im Mußbacher „Musikhof“ begonnen hatte, erzählt er. Die Ideen kämen eben einfach, entschuldigt er sich fast für seinen Output.
So ist „Der Weg geht“ ja eigentlich auch gar nicht sein erstes Album, „aber das erste richtige“, wie er gleich einschränkt. Seinen Stil beschreibt „Jahn Kemper“ – den Namen wählte er in Analogie zu Mark Forster von einer Straße, der nämlich, in der er mit seinen Eltern in St. Martin lebt – als Rock mit Einflüssen von Neo-Folk bis Metal. Die (durchweg deutschsprachigen) Texte sind philosophisch-melancholisch, ja, manchmal geradezu bedeutungsschwanger und in jedem Fall ganz erstaunlich, betrachtet man das Alter ihres Schöpfers. Das Leben und der Tod, Abschied, Schmerz, Trauer, Verzweiflung sind Themen, die der junge Sänger aufgreift, wobei die Textverständlichkeit allerdings manchmal ein bisschen zu wünschen übrig lässt. Strophen wie „Gestorben im Brunnen der Einsamkeit“ oder „Du bist mit einer Narbe aufgewachsen“ geben die Tonart vor.
In diesem Alter ist Rock Ausnahmeerscheinung
Von seinen Eltern sei ihm dabei nie etwas vorgegeben worden. Auch seinen Youtube-Kanal habe er Schritt für Schritt selbst eingerichtet, berichtet Simon. Ziemlich viel verdanke er aber seinem Gitarrenlehrer Waldemar Harkawe von der Musikschule „Music Palace“ in Neustadt, der bei einem der Songs, „Letzter Pfad“, der Impressionen eines Südtirol-Urlaubs verarbeitet und nicht ganz so existenzialistisch daherkommt, auch mitgewirkt hat. Als eines seiner Vorbilder nennt „Jahn Kemper“ die italienische Rockformation „Måneskin“, die er in einem der Stücke, „Lebender Mensch“, auch zitiert. Ein richtiger Powersong ist auch „Alles ist verloren“, der vielleicht deshalb auch die meisten Aufrufe auf „Youtube“ verzeichnete.
Livestream und Auftritte im Heimatdorf
Dass er mit seinem Hang zur Rockmusik und Singer-Songwritertum unter Gleichaltrigen heute fast ein Außenseiter ist, räumt der Zwölfjährige gerne ein. „Meine Schulkameraden mögen mehr Hip-Hop oder Rap“, sagt er. Er aber möchte an seiner Linie festhalten. Einen ersten größeren Solo-Auftritt hatte er im Januar in einem kleinen Theater in der Nähe von Aschaffenburg, das von zwei Freunden seines Vaters betrieben wird. Auch die örtliche Presse berichtete seinerzeit wohlwollend. In seinem Heimatort St. Martin spielt er nun am Samstag, 2. April, zwei Release-Konzerte um 16 Uhr und um 18 Uhr vor der Tourist-Info in der Alten Kellerei. Die Premiere findet aber bereits davor am Samstag, 19. März, um 19 Uhr mit einem Livestream über Youtube statt. Einen Eindruck von Simon Kempers Musik kann man auch unter https://jahnkemper.com bekommen.