Neustadt
Projektgruppe zur Neugestaltung des Stadtmuseums hat ihre Arbeit aufgenommen
Die achtköpfige Projektgruppe, die sich Gedanken darüber machen soll, wie das in der heutigen Form 2004 in der Villa Böhm eingerichtete Museum künftig aussehen könnte, hat Ende Juni 2021 ihre Arbeit aufgenommen und sich seitdem alle vier bis sechs Wochen getroffen. Ihr gehören Mitglieder der Stadtverwaltung aus den Bereichen Archiv und Museum, Denkmalpflege, Kultur, Tourismus und Jugendarbeit an – darunter Museumsleiterin Birgit Merkle und Müller selbst – sowie als Externe die Vorsitzende und die stellvertretende Vorsitzende der Museumsfördervereins, Hiltrud Funk und Loreto Moritz, und Kulturausschussmitglied Michael Landgraf, der die Neustadter Museumslandschaft als Leiter des Bibelmuseums gut kennt.
Eine der großen kulturpolitischen Baustellen Neustadts
Ansonsten wurde bislang noch keine Expertise von außen eingeholt. Der Museumsförderverein hatte allerdings seine Mitglieder im Juni zur Vorbereitung auf die Arbeit im Gremium um Anregungen gebeten. Vom Neustadter Historiker Paul Habermehl, der auch schon 2004 an der damaligen Neupräsention der stadtgeschichtlichen Sammlung mitgewirkt hat, ist bekannt, dass er eine ausführliche Stellungnahme abgegeben hat.
Wie mehrfach berichtet, hat Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) – seit März 2021 auch Kulturdezernent – die Modernisierung und thematische Erweiterung des Stadtmuseums zu einer der großen kulturpolitischen Baustellen Neustadts erklärt. Auch im Prozess „Neustadt im Aufbruch“ (NiA) wurde die Dringlichkeit betont. Nicht zuletzt in technischer Hinsicht ist die Präsentation in der Villa Böhm inzwischen völlig veraltet. Zudem steht schon seit längerem die Idee im Raum, das neu zu konzipierende Stadtmuseum in ein größeres Lern- und Gedenkortekonzept für Neustadt einzubeziehen, das auch das Hambacher Schloss, die Gedenkstätte für NS-Opfer und die ehemalige Gestapo-Zentrale in der Konrad-Adenauer-Straße mit umfasst.
Die Villa Böhm oder eine Alternative?
Wie Rolf Müller als „Projektpate“ erklärt, habe die Arbeitsgruppe sich deshalb zunächst einen Überblick über die bereits in Neustadt vorhandenen Museen und deren Themen verschafft. Dies helfe dabei, „unseren Auftrag zu klären und künftige Inhalte entsprechend aufzunehmen und zu positionieren“. So sei nach und nach eine Bestandsaufnahme und eine Ideenbörse entstanden, ein Prozess, der inhaltlich noch nicht abgeschlossen sei. „Als nächstes gilt es, die zentralen Themen herauszuarbeiten und die Raumfrage zu klären“, so Müller weiter, das heißt zu ermitteln, welche Räume in der Villa wie genutzt werden können und eventuelle Alternativen zu benennen. OB Weigel zum Beispiel hatte bei der ersten von ihm geleiteten Kulturausschusssitzung im Juni die Idee in den Raum gestellt, die mittelalterliche Stadtgeschichte künftig statt in der Villa Böhm im Steinhäuser Hof zu präsentieren, der selbst aus dem Mittelalter stammt und wo die Stadt passende Räume zur Verfügung hätte.
Im Anschluss daran müsse der technische Aspekt der Neugestaltung bedacht werden, wobei man auch den Museumsverband mit ins Boot zu nehmen gedenke, so Müller weiter. Auch der Kulturausschuss und die Bevölkerung sollten in den Findungsprozess einbezogen werden. Nicht zuletzt sei noch zu klären, welche Fördermittel wo akquiriert werden könnten. „Aufgrund der vorhandenen Expertise der einzelnen Personen sind wir [in der Projektgruppe] breit aufgestellt und zuversichtlich, zu guten Ergebnissen kommen zu können“, erklärt der Fachbereichsleiter, der sich auch optimistisch zeigt, dass 2023 mit der Neugestaltung des Museums begonnen werden kann. „Sollte es uns früher gelingen, würden wir uns darüber freuen“, so Müller.