Neustadt
Pflegeausbildung: Nicht nur Schulabgänger interessieren sich
Eine junge Frau, die in ihrer polnischen Heimat eine kaufmännische Ausbildung absolviert hatte, war danach einige Jahre in Deutschland in der privaten Pflege tätig. Sie bringe alle Voraussetzungen mit, um sich für die nächste Ausbildungsrunde im Oktober am Hetzelstift zu bewerben, sagte ihr Jelena Völcker am Montag am RHEINPFALZ-Lesertelefon. Noch seien drei der dann 14 zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze vakant.
Schülerpraktika könnten aktuell wegen der Corona-Pandemie nicht angeboten werden, erklärte Völcker einer 16-jährigen Anruferin aus Deidesheim, deren erklärter Berufswunsch Kinderkrankenschwester ist. Derzeit sei auch nicht absehbar, wann wieder Praktika angeboten werden könnten, so Völcker weiter: „Das ist sehr schade, denn das ist eigentlich die beste Möglichkeit zu prüfen, ob einem der Beruf liegt.“ Eine andere Option sei ein Freiwilliges Soziales Jahr, das am Neustadter Krankenhaus abgeleistet werden kann. Dies werde auch aktuell angeboten und sei eine große Hilfestellung, sofern man sich danach für die Ausbildung entscheide. „Zwingende Voraussetzung ist es aber nicht“, stellte sie klar.
Begehrte Fachkräfte
Pflegefachkräfte seien begehrt, erklärte die examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin einer jungen Frau aus Haßloch, die sich nach den Übernahmechancen nach einer Ausbildung erkundigte: Die allermeisten Auszubildenden würden danach vom Neustadter Klinikum übernommen, so Völcker: „Die Pflege ist eine wichtige Säule unseres Gesundheitssystems.“
Die Bezahlung liege bei etwa 1100 Euro im ersten und rund 1300 Euro im dritten Lehrjahr, antwortete sie einer jungen Frau, die sich für die Vergütung interessierte. Danach orientiere sich das Gehalt an den Tarifverträgen der Caritas, denen sich die Marienhaus Gruppe angeschlossen hat. Dabei seien auch zusätzliche Vergütungen für Schicht- und Wochenenddienste vorgesehen.
Aktuell seien für die im Oktober wieder startende Ausbildungsrunde am Hetzelstift noch drei Plätze frei, so Völcker zu einer jungen Frau, die ihre Mittlere Reife in der Tasche hat und bald mit ihrer Ausbildung beginnen will. In der sechs Monate dauernden Probezeit gelte es dann, mündliche, schriftliche und praktische Prüfungen zu absolvieren, um sich für die verbleibenden zweieinhalb Jahre zu qualifizieren.