Maikammer Pfarrer Jochen Keinath über den Countdown bis Weihnachten
Countdown? Den kennen wir doch von Raketenstarts. Aber Raketen lassen viele erst an Silvester in den Himmel steigen – doch nicht im Advent! Unsere neuen Konfirmanden waren da anderer Meinung. Sie werden sich am dritten Advent der Gemeinde vorstellen. Mit einem Gottesdienst besonderer Art. Sie haben keine Raketen gebaut, die sie in den Maikammerer Himmel schicken wollen. Doch sie kamen auf die Idee: Eigentlich ist Advent doch auch so was wie ein Countdown – ein ganz langsamer. An vier Sonntagen wird eine Stufe gezündet. Und dann erst ist Weihnachten. Mit einer umgekehrten Bewegung: Nicht wir schicken was nach oben, sondern aus dem Himmel kommt einer zu uns.
Wie könnte man diesen Countdown beschreiben? Er enthält wirklich schöne Elemente, für die man sich Zeit lassen sollte. Unsere Konfirmanden meinten, es sei schon mal gut zu wissen, dass Gott uns Menschen nicht vergessen hat. Er kennt unsere Namen, er hat tolle Gaben in uns hineingelegt, von denen wir nun auch anderen erzählen wollen. Das vergessen wir oft, aber jetzt ist Zeit dafür, an diesem Sonntag im Advent. Und der Countdown läuft so, dass keine/r vergessen wird.
Da erleben wir das Warten nicht langweilig, sondern richtig spannend. Man kann zum Beispiel entdecken, dass der Name „Lukas“ bedeutet „ins Licht hineingeboren“. Hell wird unser Leben, wenn ein Jugendlicher seine Oma besucht, wenn die Sonne scheint, vor allem aber, wenn wir an Weihnachten von Jesus hören: Ein Baby wird geboren, bei dem uns ein Licht aufgeht.
Auch Musik ist ganz wichtig, sagen die Konfirmanden. Es muss ja nicht immer laut und fetzig sein. Obwohl das ab und zu richtig gut tut und hilft, den Stress abzuschütteln. Leise Töne können uns genauso berühren. Da gab es diese alten Lieder, die Psalmen, eigentlich gesungene Gebete. In unserem Gottesdienst wollen wir einen modernen Psalm verwenden: Komm, Herr, wir brauchen dich auf der dunklen Erde / dass die Welt von deinem Licht immer heller werde. Klar, Kerzen stecken wir auch an, drei an diesem Sonntag. Der Countdown läuft.
Der Autor
Jochen Keinath ist protestantischer Pfarrer in Maikammer.