Neustadt Nur zu Beginn etwas aufgeregt

Moderierte die Konferenz: Lions-Präsident Frank Apfel.
Moderierte die Konferenz: Lions-Präsident Frank Apfel.

Charity mal anders: Statt aufwendig zu einer Pressekonferenz zu laden, trafen sich gestern bei einem Experiment des Lions Club Weinstraße mit der Firma Apfel TV die Gesprächsteilnehmer virtuell am Bildschirm zum „Webinar“. Eine neue und vor allem einfache Art der Kommunikation, die das persönliche Gespräch dennoch nicht ablösen soll.

Die Einladung kommt vergleichsweise spät, lässt sich aber noch bequem im Arbeitsalltag unterbringen. Denn beim „Live Video Pressegespräch“ des Lions Club muss kein Schritt vor die Tür gesetzt werden. Ein Klick auf den Einladungs-Link, egal ob vom Computer, Tablet oder Smartphone aus, und schon ist man dabei. Die Wohltätigkeitsorganisation will ihr Projekt „1Für4“ vorstellen, mit dem sie vier regionale Hilfsangebote unterstützt. Ein bisschen Aufregung ist dann aber schon dabei, als es losgeht. Die vier Gesprächspartner – Cathrin Berizzi vom Kinderschutzbund Neustadt-Bad Dürkheim, Christiane Eschbacher, Rektorin der Schöntalschule, Ulrike Werland vom Neustadter Verein Bildung und Integration und Beate Däuwel vom Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen – haben vor ihren Bildschirmen Platz genommen und sind in kleinen Fenstern für alle Live- Video-Teilnehmer zu sehen und zu hören. Genauso Moderator Frank Apfel, Präsident des Lions Club und Geschäftsführer der in Neustadt ansässigen Firma Apfel TV. Die Blicke sind interessiert, teils auch etwas skeptisch. Dann geht das Wort an Schulleiterin Eschbacher. „Hallo, kann man mich hören?“, fragt sie. Die Bestätigung der anderen Gesprächsteilnehmer folgt prompt. Alle geladenen Zuhörer können dagegen nur zuhören und das Spektakel am Bildschirm verfolgen, sind selbst aber nicht zu sehen. Das macht die Sache sehr entspannt. Während Eschbacher das Projekt „Klasse 2000 – stark und gesund in der Grundschule“ vorstellt, wird neben den Live-Video-Fenstern eine Bildschirmpräsentation gezeigt. Es geht um Gewalt- und Suchtprävention. Jeder Gesprächsteilnehmer hat zwei Minuten Redezeit. Als nächstes ist Ulrike Wehrland an der Reihe. Sie berichtet vom Engagement für Kinder mit Migrationshintergrund, dem gemeinsamen Lernen, Hausaufgaben machen und von Ausflügen. Der Ton spielt während der Live-Konferenz zwar nicht immer ganz mit, die kleinen Aussetzer beeinträchtigen das Verständnis aber kaum. Bei Cathrin Berizzi vom Kinderschutzbund gibt es zwischenzeitlich ein Problem mit der Internetverbindung, statt per Video ist sie jetzt per Telefon zugeschaltet und referiert über das Lernpatenprojekt „Keiner darf verloren gehen“. Schön zu sehen: Obwohl das Gespräch nicht von Angesicht zu Angesicht stattfindet, hört jeder dem anderen interessiert zu. Das insgesamt halbstündige Bildschirm-Intermezzo lohnt sich auch für Beate Däuwel: Statt vom Kinderhospiz in Dudenhofen extra nach Neustadt zu fahren, kann sie von ihrem Schreibtisch aus von der Arbeit mit todkranken Kindern und deren Familien sprechen. Am Ende des Video-Chats sind alle zufrieden, auch wenn das persönliche Gespräch immer besser ist. „Es war ein Experiment“, sagt Frank Apfel. Ein weiteres Experiment des Lions Club ist ein Spendentelefon übers Festnetz unter 0800/4041010 , bei dem der Anrufer die vier Projekte mit fünf, zehn oder 15 Euro unterstützen kann. Info Lions-Frühschoppen am 11. Juni, 11 Uhr, Weingut Reichsrat von Buhl, Deidesheim. Erwachsene zahlen 10 Euro Eintritt.

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