In der Zeitungsbäckerei RHEINPFALZ Plus Artikel Nougatringe oder das Geheimnis der „Zäckelscher“

Vielleicht nicht perfekt, aber trotzdem was fürs Auge und für den Magen: Ingrid Heyers Nougatringe.
Vielleicht nicht perfekt, aber trotzdem was fürs Auge und für den Magen: Ingrid Heyers Nougatringe.

Bei RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Ingrid Heyer führen die Nougatringe eine Art Eigenleben.

Kleine gespritzte braune Gebäckringe, jedes „Zäckelsche“ auf der Oberfläche zu erkennen, in der Mitte ein kleines Loch, aus dem manchmal dunkel glänzend die Nougatmasse hervorblitzt: Kleine Kunstwerke hatte meine Arbeitskollegin Geli immer in ihrem Plätzchen-Repertoire.

Wenn man „lieb“ gewesen war, bekam man von ihr in der Adventszeit eine kleine Pergamenttüte voll mit diesen zartmürben, nach Weihnachtsgewürzen duftenden Köstlichkeiten geschenkt. Natürlich weckten diese auch immer mal wieder den eigenen Ehrgeiz. Also frisch ans Werk und drauflos gebacken. Doch wie anders sahen meine Nougatringe immer aus, es waren eher flache Schokoladentaler, von „Zäckelscher“ oder Spritzmuster keine Spur. Wenn man Geli dann nach ihrer Vorgehensweise fragte, kam immer nur ein geheimnisvolles Grinsen und die Antwort: „Ich mach’ sie genau nach Rezept.“

Das Rezept

Und das geht so: Für die Nougatringe 150 Gramm Butter schaumig rühren. Dann 100 Gramm Zucker, ein Päckchen Vanillezucker, zwei Tropfen Bittermandelöl, ein halbes Fläschchen Rum-Aroma, ein halber gestrichener Teelöffel Zimt, eine Messerspitze gemahlene Nelken, eine Messerspitze gemahlener Kardamom mit der Butter glatt rühren. Ein Ei unterrühren und nach und nach jeweils 100 Gramm Mehl und Speisestärke vermischt mit einer Messerspitze Backpulver und einem gestrichenen Teelöffel Kakao unterheben.

Den Teig in einen Spritzbeutel mit mittelgroßer, gezackter Tülle füllen und halbe Ringe mit vier Zentimeter Durchmesser auf ein gefettetes Backblech spritzen. Bei 175 Grad etwa zehn Minuten backen. Wenn die Ringe kalt sind, werden sie mit 100 Gramm Nussnougat auf der Unterseite bestrichen. Jeder Ring bekommt ein Gegenstück, indem ein anderer draufgesetzt wird. Nach dem Festwerden die Enden jeweils in 200 Gramm verflüssigte Halbbitter-Kuvertüre tauchen und trocknen lassen.

Neuer Kniff hilft auch nichts

Bei meinen verschiedenen Versuchen änderte ich teilweise die Rezeptur ab, nahm etwa mal mehr Mehl, Speisestärke oder Kakao dazu. Es nutzte nichts, meine Nougatringe blieben immer Lichtjahre hinter Gelis zurück. Dieses Jahr hatte ich eine Idee, wie ich dem Problem beikommen kann: Ich beschloss, auf die gespritzte Ringform zu verzichten und strich den Teig einfach in ein vorgeformtes Backblech für Vanillekipferl.

Wie groß war meine Enttäuschung, als ich die Kipferl dann mit Hilfe von Nougat zusammensetzen wollte. Ihre Oberfläche hatte sich beim Backen nach oben gewölbt, daher stellen jetzt die Nougathörnchen nach dem Zusammensetzen ihre Ränder etwas in die Höhe. Mit dem Eintauchen in Kuvertüre lässt sich das vielleicht ein bisschen überpinseln. Ich bin mir sicher, Geli amüsiert sich da oben, wo sie jetzt ist, noch immer köstlich über meine Bemühungen.

Die Serie

Mitglieder der RHEINPFALZ-Lokalredaktion Neustadt und Gäste haben ihre weihnachtlichen Lieblingsrezepte gebacken.

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