Motorsport RHEINPFALZ Plus Artikel Nico Rosberg beendet ein Kapitel Rennsportgeschichte

Mikaela Ahlin-Kottulinsky und Johan Kristoffersson haben zuletzt den SUV von Rosberg X Racing gesteuert.
Mikaela Ahlin-Kottulinsky und Johan Kristoffersson haben zuletzt den SUV von Rosberg X Racing gesteuert.

Der frühere Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg löst sein in der Extreme-E-Serie sehr erfolgreiches Team Rosberg X Racing auf. Das Team Rosberg in Neustadt besteht weiterhin.

Lange war es ruhig um die Extreme E, die weltweite Offroad-Motorsportserie mit elektrischen SUV. Im Sommer wurden die Events auf Sardinien und in Phoenix (USA) abgesagt und man plante, die Saison an anderen Orten zu beenden. Auf diesen Ersatz wird nun verzichtet – laut Extreme-E-Organisation, um die volle Konzentration auf die Nachfolgeserie Extreme H zu legen.

Nico Rosberg nahm dies zum Anlass, sein Team Rosberg X Racing zu schließen. RXR gewann zweimal die Gesamtwertung der Extreme E und belegt in der nun abgebrochenen vierten Saison den dritten Rang. Den ersten Titel errang die Fahrerpaarung Johan Kristoffersson und Molly Taylor, in den drei folgenden Jahren startete Mikaela Åhlin-Kottulinsky zusammen mit Kristoffersson. Der operative Einsatz wurde während der gesamten Zeit vom in Neustadt ansässigen Team Rosberg durchgeführt.

Neue Projekte geplant

Kimmo Liimatainen, Teamchef vom Team Rosberg, zeigte sich traurig über den Abbruch der Extreme E 2024; „Wir wären gerne noch weitergefahren und hätten den Angriff auf unseren dritten Titelgewinn gestartet. Insbesondere auf Sardinien sind wir immer gut zurechtgekommen. Deshalb war die Absage schon schade. Aber ich denke, auch an jedem anderen Ort hätten wir mit unseren beiden Piloten Johan Kristoffersson und Mikaela Åhlin-Kottulinsky eine gute Figur gemacht.“ Liimatainen ist wichtig zu betonen, dass sich zwar RXR zurückgezogen habe, das Team Rosberg aber weiterhin existiere. „Wir hatten in der Saison 2024 ja unter anderem auch den Einsatz des Legacy-Motor-Clubs in der Extreme E durchgeführt, waren also nicht ausschließlich für RXR unterwegs.“

Mikaela Ahlin-Kottulinsky und Johan Kristoffersson feiern einen ihrer vielen Erfolge.
Mikaela Ahlin-Kottulinsky und Johan Kristoffersson feiern einen ihrer vielen Erfolge.

Ab 2025 werden die Organisatoren der Extreme E den FIA Extreme H World Cup veranstalten, in dem die Fahrzeuge von Wasserstoff angetrieben werden und nicht mehr batterie-elektrisch. „Wir sind bereit, weiterhin in diesem Umfeld zu agieren. Und ich denke, wir haben in den dreieinhalb Jahren der Extreme E bewiesen, dass wir eines der besten Teams im Feld sind, wenn nicht sogar das Beste. Unsere zwei Titel und ein extrem knapp verpasster dritter Titelgewinn zeigen dies deutlich“, so Liimatainen nicht ohne Stolz auf seine Mannschaft. Doch er schaut auch über den Tellerrand hinaus, kann aktuell jedoch noch nicht zu viel verraten. „Wir arbeiten zurzeit an verschiedenen Projekten, aber es muss Hand und Fuß haben. Einen Einsatz, der keine seriöse Basis und keine Hoffnung auf ordentliche Ergebnisse hat, werden wir nicht angehen.“

Den Klimawandel im Blick

RXR wird nach Einstellung der eigenen Rennaktivitäten kein Kunde mehr von Liimatainen sein. RXR-CEO Nico Rosberg lag neben dem Sport auch am Herzen, auf den Klimawandel aufmerksam zu machen und einen Betrag zu dessen Bekämpfung zu leisten. Das Team des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters unterstützte an den verschiedenen Rennorten Nachhaltigkeitsinitiativen und ging Partnerschaften mit lokalen und globalen Organisatoren ein. Außerdem wurden per Reglement der Extreme E gleiche Chancen für männliche und weibliche Rennfahrer geschaffen. Denn eine Fahrerpaarung bestand aus je einem Vertreter der beiden Geschlechter. Auch das war Rosberg wichtig.

„Beim Aufbau von RXR ging es nicht nur um den Rennsport, sondern auch darum, ein Team zu schaffen, das einen echten Unterschied machen kann. Von unseren Titelgewinnen bis hin zu unseren Umwelt- und Gleichstellungsinitiativen haben wir gemeinsam viel erreicht. Auch wenn es bittersüß ist, dieses Kapitel nun zu schließen, bin ich stolz auf das, was wir erreicht haben“, fasst Rosberg zusammen. Seine beiden Fahrer bestätigen die Einschätzung ihres Chefs. „RXR hat mir die Möglichkeit gegeben, Grenzen zu überschreiten, Rennen mit Sinn zu fahren und auf eine Weise zu wachsen, die ich mir nie hätte vorstellen können. Von unseren Gesamtsiegen bis hin zu unserer zielgerichteten Kampagne, dem Pflanzen von Tausenden von Bäumen und der Inspiration von Kindern – die Reise mit RXR war unvergesslich. Ich werde auch für immer dankbar sein, dass ich die Gelegenheit hatte, neben Johan zu lernen, der jetzt ein siebenfacher Rallycross-Weltmeister ist. Ich werde das Team vermissen“, gibt die Schwedin Åhlin-Kottulinsky zu Protokoll.

Ihr Landsmann und Teamkollege Kristoffersson fügt hinzu: „Zwei Meisterschaften zu gewinnen, war eine unglaubliche Leistung. Aber was am meisten hervorsticht, ist die Wirkung, die wir über den Motorsport hinaus erzielt haben. Wir waren mehr als ein Rennteam. Wir waren eine Familie, und ich bin dankbar für die tolle Zeit.“

x