Neustadt / Maikammer
Neustadter Schauspielgruppe inszeniert „Nacht, Mutter“ von Marsha Norman
Ausgewählt hat Ibelshäuser ein Stück, das er schon lange auf der Agenda hat: das Zwei-Personen-Drama „Nacht, Mutter“ der Amerikanerin Marsha Norman, das seine Uraufführungn 1983 in Cambridge (Massachusetts) erlebte, seiner Schöpferin den Pulitzer-Preis und vier Tony-Award-Nominierungen einbrachte und von der „New York Times“ damals als „eines der bewegendsten und nachdenklichsten Stücke der letzten Jahre“ gefeiert wurde. Ibelshäuser selbst wurde zuerst durch die Verfilmung von 1986 mit Sissy Spacek und Anne Bancroft in den Hauptrollen auf den Stoff aufmerksam, den er als „Innenansicht von zwei sehr versehrten Charakteren, aber auch mit lustigen Elementen“ beschreibt.
Im Kern geht es um einen schon länger brodelnden Mutter-Tochter-Konflikt, der darin kulminiert, dass Jessie ihrer Mutter Thelma eher beiläufig beim Sortieren der Wäsche eröffnet, dass sie sich am Ende des Tages umzubringen gedenkt. Die hält das zunächst für einen schlechten Scherz, muss aber schon bald erkennen, dass es der Tochter bitterernst ist und versucht verzweifelt, Jessie umzustimmen. Sie bittet, droht und fleht, doch es brechen alte Konflikte auf und letztlich läuft alles auf die Auseinandersetzung mit ihrem bisherigen Leben hinaus. „Das ist sehr berührend“, sagt Ibelshäuser.
In seiner Inszenierung, für die bereits seit November die Vorbereitungen laufen, stehen mit Ehefrau Nadine Ibelshäuser als Tochter und Sabine Zurmeyer (früher Kauffmann) als Mutter zwei erfahrene Protagonistinnen der Schauspielgruppe auf der Bühne. „Ich wollte es genau in der Konstellation machen“, sagt der Regisseur. Besonders stolz ist er dabei darauf, dass die Neustadter als erstes deutschsprachiges Amateurtheater überhaupt die Erlaubnis erhielten „Nacht, Mutter“ in Angriff zu nehmen, denn eigentlich hat Autorin Marsha Norman das Stück Profibühnen vorbehalten. Erst nach eingehender Prüfung dessen, was die Schauspielgruppe bisher schon so alles verwirklicht hat, sei die Erlaubnis aus den USA gekommen, so Ibelshäuser.
Damit müssten jetzt eigentlich nur noch die Inzidenzwerte mitspielen. Da das „Theater Katakombe“, der traditionelle Winterspielort der Schauspielgruppe, noch auf absehbare Zeit nicht in Frage kommt, würde Ibelshäuser gerne im „Kulturhof 1590“ in Maikammer spielen, wo unter den üblichen Corona-Auflagen 25 Zuschauer unterzubringen wären. Die intime Atmosphäre fände er für Marsha Normans Kammerstück sehr angemessen. „Ich möchte, dass es den Leuten richtig ans Herz geht“, sagt er.