Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadt: Dusche und Fahne beim Waldschatten-fest auf Wolfsburg

Am Aussichtsturm gehisst: die Waldschatten-Fahne. Foto: Linzmeier-Mehn
Am Aussichtsturm gehisst: die Waldschatten-Fahne.

Ein wolkenloser Himmel begleitet die Aussicht von der Wolfsburg im Schöntal über Neustadt bis hin zur Rheinebene. Dieser weite Blick zieht täglich viele Wanderer hoch auf die Burg. Am Samstag aber gab es noch einen anderen Grund: das „Burgfeschd“ des Vereins Waldschatten.

Zum zweiten Mal in Folge hatte der junge Verein das Fest mit seinem bunten Programm und kulinarischen Angeboten organisiert. Schon in den 1980er Jahren war die Ruine – sie liegt rund 270 Meter über Normalhöhennull – Schauplatz für nachgestellte Ritterspiele. Später kümmerten sich der ehemalige Bürgerverein und heutige Wolfsburgverein darum. Die Waldschatten – vorneweg freizeitliebende Wanderer und Naturengagierte – setzten diese kleine Tradition nach einer Pause nun fort. „Das Fest gab es schon in meiner Kindheit“, sagt Besucher Dominik Krämer aus dem Schöntal. Ohne Vorahnung, was ihn und seine Begleitung Julia Walter – abgesehen von einer kalten Schorle – erwartet, würden sie sich einfach überraschen lassen.

Ganz besondere Eröffnungsfeier

Die Eröffnungsfeier um 12 Uhr haben sie schon verpasst. „Es war sehr exklusiv mit wenigen Zuschauern“, erzählt die 17-jährige Larissa Minch, zweite Vorsitzende der Waldschatten. Denn als das Fest offiziell startet, war alles zunächst sehr theatralisch, fast bühnenreif: Ein Mitglied der Waldschatten präsentiert deren erste Fahne. Minch: „Wir haben die Burg sprichwörtlich eingenommen.“ Denn ganz im Stil der Olympischen Spiele sei die grüne Fahne mit aufgedrucktem Logo in die Burg getragen worden. Sie wurde dort gehisst, wo sonst eine Europäische oder die Deutsche Fahne wehen. Der Aussichtsturm der Wolfsburg wurde aber nicht per Treppe, sondern kletternd erklommen. „Das war unser heutiger Höhepunkt“, sagt Minch, ohne das restliche Programm zu vergessen.

Pfälzer Schwertlöwen in Aktion

Dieses war bunt gemischt. Wieder dabei war Robert Prokasky, Parkour-Trainer der TuS Haardt. Zudem gab es Musik von Pascal Harkawe und Ede Eber-Huber. Außerdem „kämpften“ die Pfälzer Schwertlöwen unter anderem mit Langschwertern. Dabei kam auch das historische Wissen der Zuschauer zum Einsatz: „Mit den Jahren wurden die Schwerter immer länger, dann dünner, und parallel dazu begann die Ära des Schießens.“

Festivaldusche dank BUND und Feuerwehr

Wegen der großen Hitze hatten die Waldschatten einen Wasservorrat angelegt: Jonas Scherrer vom BUND stellte einen Tank zur Verfügung, die Feuerwehr füllte ihn mit Wasser auf. „1200 Liter Wasser wurden kurzfristig für die Festivaldusche auf die Burg gebracht“, freute und bedankte sich Waldschatten-Vorsitzender Florian Hofmann. Natürlich war wegen der Hitze auch ein wenig umgeplant worden. Trotzdem waren die Bänke voll besetzt, während die Waldschatten-Fahne im lauen Wind wehte.

Der „Burgfeschd“-Erlös fließt in die nächsten Naturschutzprojekte der Waldschatten. Weshalb Hofmann einen weiteren Höhepunkt benennen kann – nämlich jeden Festbesucher, „der bei 34 Grad 270 Höhenmeter läuft, das Wolfsburgfest unterstützt und damit auch unsere Projekte“.

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