Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Laden in der Schütt: „Lazy“ will Lieferservice anbieten

Möchte ein lokales Einkaufserlebnis mit einem Lieferservice koppeln: Jungunternehmer Asab Dudarov vor seinem „Lazy“-Laden.
Möchte ein lokales Einkaufserlebnis mit einem Lieferservice koppeln: Jungunternehmer Asab Dudarov vor seinem »Lazy«-Laden.

Ein Angebot für alle und alle Lebenslagen: Das möchte Asab Dudarov mit seinem Laden „Lazy“ in der Schütt schaffen. Teil des Konzepts, das der 24-Jährige auch an anderen Standorten etablieren will, soll ein Lieferdienst per App sein.

Beim Vorbeigehen sticht der grüne Farbton des Logos ins Auge. „Lazy“ heißt der neue Laden in der Schütt. Auf Englisch bedeutet das „faul“ – aber so möchte es der Inhaber Asab Dudarov nicht verstanden wissen. „Ich wollte etwas Kurzes und Einprägsames“, erklärt der 24-jährige Jungunternehmer. Solange man über die Bedeutung nachdenke, „habe ich mein Ziel erreicht“.

Im Ladeninneren reihen sich Getränkekühlschränke aneinander. Das Produktsortiment umfasst Süßgetränke und jede Menge Süßigkeiten, viele aus China und den USA. „Ich bin großer USA-Fan und ich mag Süßigkeiten“, sagt Dudarov. Das Angebot wolle er aber noch erweitern, es soll auch Obst, Gemüse oder Joghurt geben.

Studierter Wirtschaftsingenieur

Aufgewachsen ist Dudarov in Freinsheim, nun wohnt er aber in Kaiserslautern, wo er auch studiert hat. „Wirtschaftsingenieur war mein Fachbereich, also Maschinenbau und Wirtschaft“, erklärt der 24-Jährige, der kurz vor seinem Bachelorabschluss steht. In die Selbstständigkeit sei er „getrieben worden“: Mit 19 Jahren arbeitete er als Gerüstbauer bei der BASF. Drei Jahre später leitete er während der Pandemie zwei Teststationen in Landau und Kaiserslautern. „Ich hatte fünf Ärzte als Angestellte, das war besonders.“

Corona traf Dudarov hart. Sein Vater erkrankte im Dezember 2020 an dem Virus und lag für sechs Monate im Koma. Diese Erfahrung prägte ihn. Er begann, sich zu fragen, wie „ältere, kranke Menschen“ für sich einkaufen können. So kam er auf sein Ladenkonzept: „Kunden können bei mir im Laden einkaufen, oder sie nutzen unsere App und bestellen sich die Ware einfach.“ Diese App hat Dudarov zusammen mit seinem Bruder entwickelt, der in München ein Unternehmen führt, das sich auf die Entwicklung von Apps für Lieferservices spezialisiert hat.

Franchise-Unternehmen aufziehen

In der App sollen alle Artikel, die „Lazy“ anbietet, aufgelistet sein. Nach einer Bestellung wird der nächstgelegene Laden informiert und die Ware verpackt. Fahrer, Dudarov nennt sie „Rider“, transportieren die Artikel dann mit E-Bikes zu den Kunden. „Das soll nicht länger als 20 Minuten dauern“, sagt Dudarov, wobei das von der Entfernung abhänge.

Den Start der App sieht der Jungunternehmer für Anfang 2024 vor. Die maximale Lieferreichweite für einen „Rider“ betrage zehn Kilometer. Bis es soweit ist, möchte Dudarov Artikel über ein Lager und per Post verschicken. Auf lange Sicht stellt er sich die Etablierung eines Franchise-Unternehmens vor, um sein Konzept weitflächig zu verbreiten. Dazu möchte er Lizenzen an Interessierte verkaufen, die dann eigene „Lazy“-Stores eröffnen. Von seinen Konkurrenten, den Lieferservice-Anbietern „Flink SE“ und „Gorillas“, möchte er sich abgrenzen. „Bei uns können Kunden auch in unseren Läden einkaufen. Wir liefern also nicht nur.“

Heimat „etwas zurückgeben“

Mit der Eröffnung seines Ladens Ende November hat sich Dudarov einen Traum erfüllt. „Ich sehe mich ohnehin als Tagträumer“, beschreibt sich der 24-Jährige. Sein großer Wunsch sei es, Großhändler zu werden. Seine bisherigen Kenntnisse im Verkauf möchte er gerne an potenzielle Angestellte weitergeben. Zu diesem Zweck plant er, einen Ausbildungsschein bei der IHK zu machen.

Verläuft alles nach Plan, bleibt er für ein Quartal in seinem Laden in Neustadt. Danach erhofft er sich, geeignete Mitarbeiter gefunden zu haben, die den Betrieb übernehmen. Für Neustadt als Standort hat Dudarov sich entschieden, um seiner Heimat „etwas zurückzugeben“ – er sei eben ein „Pälzer Buu“.

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